Zum 04. Kalendertürchen

Blütenzweig
von F.A.Hoyer

Brich von jenem Baum im Garten,
der im Frühjahr dir die ersten Blüten gab,
heute einen schwarzen winterharten
Zweig für deine Kammer ab.

Stell ihn auf die alte, dunkle Truhe.
Sorg dich seiner! Gast in deinem Haus,
breitet er dir wunderliche Ruhe
bald im Raum und um dein Wesen aus.

Einmal morgens nimm ihn eine Weile
gut in deines Atems warmen Hauch.
Sieh, schon treibt durch ihn das unversehrte, heile
Wachstum wie durch einen Frühjahrsstrauch.
Freu dich, denn dies ist ja das Leben,
das dir kommt in deine Einsamkeit.

Blütenzweig

Blütenzweig

Brauchtum, Weihnachtsheilige

Zum 04. Kalendertürchen

Frühlingsblühen mit Barbarazweigen

Viele Bräuche haben sich aus der Heiligenverehrung entwickelt, am bekanntesten und der wohl am meisten gepflegte Brauch ist das Schneiden von Blütenzweigen am 4. Dezember. Im warmem Zimmer öffnen sich schon sehr bald die zum Blühen verführten Knospen.
Verwendet wird klassischerweise ein Kirschzweig, es gehen aber auch Zweige von Apfel, Birke, Forsythien, Haselnuss, Holunder, Kastanien, Mandel, Pflaumen, Rotdorn, Schlehen, Hartriegel, Weiden, Seidelbast, Zierkirschen, Scheinquitte, Echtem Jasmin, Zieräpfel, Zaubernusszweige oder sonstige frühblühenden Gehölze. Man sollte man allerdings nur Zweige mit vielen Knospen abschneiden. Als Blühimpuls werden sie über Nacht in lauwarmes Wasser gelegt, am nächsten Tag in eine Vase gestellt und sollten am 24. Dezember blühen.
Ob die Barbarazweige wirklich aufblühen, hängt vom Wetter ab. Sie blühen nur, wenn es vor dem Schneiden Temperaturen um den Gefrierpunkt gegeben hat. Hat es noch nicht gefroren, kann man die Zweige für einige Stunden in die Gefriertruhe legen. Danach einen Tag lang in handwarmes Wasser legen, erst dann in die Vase stellen.

Dieser Brauch wurde offensichtlich aus dem Brauchtum der “germanischen Lebensrute” übernommen und ist somit haben die blühenden Zweige vielfach die Funktion eines Orakels: Sie sind ein Indiz für Glück und Gesundheit im kommenden Jahr, für eine gute Ernte, oder für Fruchtbarkeit bei Kinderwunsch.
Junge Mädchen stellten die Zweige mit dem Namen ihrer “Favoriten” ans Fenster. Bei wem der Zweig vertrocknete, war nichts mehr zu hoffen; bei den anderen dagegen sah es gut aus.
Hochzeitorakel: Für jeden “Kandidaten” (männlich und weiblich) einen Zweig in eine Vase stellen. Die Namen auf ein Kärtchen schreiben und an den Zweig hängen. Und dann beobachten, an wessen Zweige die Knospen zuerst aufblühen – ob die beiden zusammen passen?
Zu Weihnacht schloß man aus der Anzahl der Blüten auf die Fruchtbarkeit bzw. das Wetter des darauffolgenden Jahres.

Den Brauch gibt es auch in abgewandelter Form in Niederösterreich. – Dort erhält jedes Mitglied der Familie einen eigenen Barbarazweig, um daran sein ganz persönliches Glück ablesen zu können. Vor allem junge Mädchen achten bereits beim Schneiden der Barbarazweige darauf, einen Zweig mit vielen Blütenknospen auszuwählen. – Denn der Volksglaube besagt, je reicher ihr Barbarazweig blüht, desto früher werden sie heiraten.

Die christliche Interpretation ist dagegen weit weniger bekannt: ‘Die Zweige erinnern an das Martyrium der heiligen Barbara. Daran, dass sie ihren Glauben an ein Weiterleben nach dem Tod auch unter dem Druck der sie umgebenden Gefängnismauern nicht aufgegeben hat und vor allem auch nicht an die bevorstehende Geburt Jesu.’

Terassenplätzchen (Rezept)


Wir backen Terassenplätzchen, Hildabrödle, Spitzbuben
Einkaufsliste:

  • 400 g Mehl
  • 250 g Butter
  • 200 g Zucker
  • 1 Ei
  • 125 g geriebene Haselnüsse

Zum Füllen/Dekorieren:

  • beliebige Marmelade
  • Zucker
So gehts:

  • Aus den angegebenen Zutaten rasch auf dem Brett einen Knetteig herstellen und diesen 30 Minuten kalt stellen.
  • Danach messerrückendick ausrollen, runde gezackte Plätzchen ausstechen und auf einem leicht gefetteten Blech in der vorgeheizten Röhre hell backen (bei 200°c ca. 15 min).
  • Noch heiss je zwei mit Marmelade zusammensetzen und in Zucker wälzen.

Terrassen © Stefanie Carle
Weihnachtskekse 2009 – Foto von Stefanie Carle. Danke nochmal 🙂

Der erste Schnee

Zum 03. Kalendertürchen

Herbstsonnenschein; des Winters Näh`
verrät ein Flockenpaar,
es gleicht das erste Flöckchen Schnee
dem ersten weißen Haar.

Noch wird, wie wohl von lieber Hand
der erste Schnee dem Haupt,
so auch der erste Schnee dem Land
vom Sonnenstrahl geraubt.

Doch habet acht! Mit einemmal
ist Haupt und Erde weiß,
und Liebeshand und Sonnenstrahl
sich nicht zu helfen weiß.

von Theodor Fontane

Erster Schnee

Erinnert ihr Euch an die Tage direkt vor Weihnachten 2007, als überall alles glitzerte?
Das war der einzige Schnee in diesem Winter… und es war fast alles nur Rauhreif.

Legende von den ersten Weihnachtsplätzchen

Die Hirten waren gerade dabei, ihre Brote zu backen, da sahen sie den Weihnachtsstern am winterlichen Himmel leuchten. Sie machten sich mit ihren Herden sofort auf den Weg nach Bethlehem, wohin sie der Stern führte.
Bei aller Aufregung und Freude über den Stern und das Kind im Stall hatten die Hirten ihre Brote im Backofen vergessen. Als sie nach Hause zurückkehrten, strömte ihnen ein wunderbarer Duft entgegen. Sie konnten nicht glauben, was geschehen war. kerze.gifIhre Brote, die nach der langen Zeit im Backofen eigentlich hätten verbrannt sein müssen, waren zwar sehr dunkel geworden, schmeckten aber himmlisch süß. Allen Freunden und Bekannten gaben sie eine Kostprobe dieses besonderen Brotes und brachen es in viele kleine Stückchen, damit jeder davon kosten konnte.

Als Erinnerung an dieses Wunder begann man zur Heiligen Nacht kleine würzige Himmelskuchen zu backen, aus denen die Weihnachtsplätzchen geworden sind.

Rezept

Orangen-Marzipan-Plätzchen

Für Rezept samt Foto bedanke ich mich bei Frau Sterntau, die dazu auch schrieb:

Das Gute an derlei Plätzchen ist, dass man sich das Gefummel mit dem Ausstechen spart – einfach Murmeln formen und mit einer Gabel plattdrücken. Finde ich gut.

Orangen-Marzipan-Plätzchen

Weihnachtsgebäck aus dem Hause Sterntau

Zutaten:

  • 200 g Butter
  • 80 g Zucker
  • abgeriebene Schale einer unbehandelten Orange
  • 300 g Mehl
  • 100 g Creme fraiche
  • 200 g Marzipanrohmasse

Und so geht es:

Alle Zutaten miteinander verkneten, über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen. Am nächsten Tag vom Teig kleine Kugeln formen, auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und mit einer Gabel plattdrücken. Bei 175 Grad ca. 10 bis 15 Minuten backen. Mit Schokolade verzieren.

Dezember (Kästner)

Zum 02. Kalendertürchen

DezemberErich Kästner (1899-1974)

Das Jahr ward alt. Hat dünnes Haar.
Ist gar nicht sehr gesund.
Kennt seinen letzten Tag, das Jahr.
Kennt gar die letzte Stund.

Ist viel geschehn. Ward viel versäumt.
Ruht beides unterm Schnee.
Weiß liegt die Welt, wie hingeträumt.
Und Wehmut tut halt weh.

Noch wächst der Mond. Noch schmilzt er hin.
Nichts bleibt. Und nichts vergeht.
Ist alles Wahn. Hat alles Sinn.
Nützt nichts, dass man’s versteht.

Und wieder stapft der Nikolaus
durch jeden Kindertraum.
Und wieder blüht in jedem Haus
der goldengrüne Baum.

Warst auch ein Kind. Hast selbst gefühlt,
wie hold Christbäume blühn.
Hast nun den Weihnachtsmann gespielt
und glaubst nicht mehr an ihn.

Bald trifft das Jahr der zwölfte Schlag.
Dann dröhnt das Erz und spricht:
„Das Jahr kennt seinen letzten Tag,
und du kennst deinen nicht.“

Foto von PxHere

Foto von PxHere

Eggnog (Rezept)

Zum 02. Kalendertürchen

Original amerikanischer Eggnog

„Frohes Fest. Frohes Fest. Frohes Fest. Frohes Fett. Faules Fett. Froh fett faul. Sie mich auch.“

Zutaten für ~4 Personen:

  • 6 Eier
  • 60 g Zucker
    (Originalrezept 200g – extrem süß)
  • 500 ml Sahne
  • 250 ml Milch
  • 125 ml brauner Rum
  • 100 ml Whisky
  • 100 ml Cognac
  • 1 Vanilleschote, ggf.  etwasMuskat

Und so geht es:

  • Die Eier trennen und das Eiweiß beiseite stellen.
  • Eigelb mit Sahne, Milch, Zucker und der ausgekratzten Vanilleschote schaumig rühren.
  • Eiweiß steif schlagen und unter den Eigelbmasse heben, dabei auch vorsichtig den Alkohol unterrühren.
  • Eggnog im Kühlschrank abgedeckt einige Stunden durchziehen lassen.
  • Nochmal sanft durchrühren und kühl servieren.
  • Vor dem Verzehr noch eine Prise Muskat darüber reiben

Derzeit ist der Film in Amazon Prime enthalten. Im Free-TV läuft er spätestens zu Weihnachten.

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