Archive for the ‘Winterbilder’ Category

Schnee

Dienstag, November 29th, 2022

 

Schnee

Weiß sind die entfernt liegenden Ebenen,
und weiß werden die verblaßten Wälder.
Der Wind erstirbt längs des Gipfels.
Der Schnee fällt dicht, kaum hörbar,
sammelt seine Last auf Dächern und Bäumen.
Die Wiesen und die verstreuten Bäche
liegen lautlos da.

Wie ein gütiger Gesandter der Träume
bedeckt mich der Schnee völlig.
In Wald und Waßer, Erde und Luft liegt Stille.
Unterbrochen nur, wenn hin und wieder
ein Pferdeschlitten mit knirschenden Kufen
und durchdringendem Geläut
durch den Schnee vorwärts drängt,
an mir vorbei fährt und verschwindet.

Aus dem Nichts höre ich entfernt
und doch klar das Bellen eines Hundes erschallen,
getragen vom Widerhall aus einer Scheune am Wege.
Dann ist alles still und der Schnee senkt sich langsam und sanft.

Der Abend schreitet fort
und sein Grau verbindet Himmel und Erde.
Die Welt scheint verschleiert und weit weg entrückt.
Ihr Lärm ruht
und ich schleppe mich dumpf dahin und träume,
wie der versteckte Bach.

Archibald Lampman (1861-1899)

elsternimschnee-s.jpg
Immer wieder schön sind waren Bilder aus Chronos Wintergalerie (2010)

Allerlei rund um Christrosen

Sonntag, Dezember 9th, 2012

09. Dezember

Wenn sich ein Grossteil der Natur im Winterschlaf befindet, haben die Nieswurzen (Helleborus) ihren grossen Auftritt. Je nach Blütezeit werden sie auch Christrose (Helleborus niger) oder Lenzrose genannt. Christrosen blühen ab Dezember (sie heissen deshalb auch Weihnachtsrose oder Weihnachtsblume) bis in den Februar hinein. Die „Rose des Winters“ wird 25 bis 30 cm hoch und hat hübsche weisse Blüten. Bei manchen Sorten sind sie auch von einem Hauch Rosa überzogen. Je nach Sorte lockern die hellen Blüten schattige Ecken im Garten bis in den März hinein auf.
Der volkstümliche Name „Schneerose“ bezieht sich auf die extrem frühe Blütezeit, „Christrose“ hingegen auf die Tradition, sie so zu kultivieren, dass sich die Blüten bereits an Weihnachten entfalten.

Christrose © Jürgen
Ein Dankeschön für das Foto geht an JÜЯGЄИ

Auf dem Land galt die Christrose als Orakelblume

Man stellte in der Weihnachtsnacht zwölf Blütenknospen der Christrose ins Wasser. Jede Knospe bedeutet einen Monat, und man liest das Wetter des kommenden Jahres an der Art und Weise ab, wie sich die Knospen öffnen. Die geschlossenen Knospen bedeuten schlechtes Wetter, die offenen gutes.