Archive for the ‘Adventszeit’ Category

Vierter Advent

Sonntag, Dezember 23rd, 2018

4.Advent

Die vierte Kerze brennt für Liebe,
für das Wichtigste auf dieser Welt,
es gäbe nichts, das uns noch bliebe,
wär nicht sie an Nummer Eins gestellt.

~

Vier Kerzen

vierkerzen.gif
von Elli Michler

Eine Kerze für den Frieden,
die wir brauchen,
weil der Streit nicht ruht.

Für den Tag voll Traurigkeiten
eine Kerze für den Mut.

Eine Kerze für die Hoffnung
gegen Angst und Herzensnot,
wenn Verzagtsein unsren Glauben
heimlich zu erschüttern droht.

Eine Kerze, die noch bliebe
als die wichtigste der Welt:
eine Kerze für die Liebe,
voller Demut aufgestellt,

daß ihr Leuchten den Verirrten
für den Rückweg ja nicht fehlt,
weil am Ende nur die Liebe
für den Menschen wirklich zählt.

Aus: Ich wünsche dir Zeit © Don Bosco Verlag, München, 3. Auflage 2006

Dritter Advent

Sonntag, Dezember 16th, 2018

3.Advent

Die dritte Kerze brennt für Anstand,
für Respekt und auch für Güte,
für Gerechtigkeit und für Verstand
und fürs eigene Gemüte.

~

Der Sinn der Weihnachtskrippe

Als figürliche Darstellung veranschaulicht die Weihnachtskrippe die Geburt Jesu. Ursprung des Brauches sind vermutlich die in Rom verwahrten Krippenreliquien, vor denen die Päpste früher den nächtlichen Weihnachtsgottesdienst feierten.

»Stern und Engel, Hirten und die Weisen künden uns das Große, was geschah.
Und wir loben, danken und wir preisen, Gott ist nah!«
 Dietrich Bonhoeffer

Schon in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt gab es Krippenspiele, die dann aber in Vergessenheit gerieten. Franz von Assisi war es, der am 24. Dezember 1223 in der Nähe von Rom eine Weihnachtsmesse las, bei der er als Symbol für die Geburt Christi wohl erstmals wieder ein Stall mit Holzfiguren aufbaute.
Blütezeit der Krippen war das Barock. Die Jesuiten wollten nach der Reformation den Glauben wieder veranschaulichen und so bauten sie gewaltige und wertvolle Krippen. KrippeDer Funken sprang bald auf die Städte über, und schließlich wollte jede Gemeinde eine eigene Krippe.

Um 1800 kam es mancherorts zu einem Verbot der Krippen, was aber nur dazu führte, daß die Krippen verstärkt Einzug in die Häuser fanden.
Die Vielfalt der Weihnachtskrippen ist beinahe grenzenlos:
Die Hirten in bayerischen Krippen tragen die üblichen Trachten. In Japan bringen statt Königen Samurais die Geschenke. Bei den Eskimos liegt das Jesuskind auf einem Schlitten, und in Afrika ist das Christkind schwarz. Die Kolumbianer lieben es bunt. Die Holzfiguren leuchten in wunderbaren Farben. Doch auch in Europa findet sich eine wahre Krippenvielfalt. Die Andalusier flechten eine Graskrippe aus Palmwedeln. Für die Figuren wird Hanf verknotet. Bei den Krippen aus Neapel sind Stall und umgebende Gehöfte Ruinen. Die Krippenschnitzer der französischen Provence verwenden Baumrinde und Torfballen. Auf Korsika liegen in der Krippe getrocknete Meeresalgen. Aus Thüringen stammt eine Glasbläser-Krippe.

Auf die nunmehr angekommene kalte Winterszeit

Freitag, Dezember 14th, 2018

Zum 14. Kalendertürchen

Der Winter hat sich angefangen,
der Schnee bedeckt das ganze Land,
der Sommer ist hinweggegangen,
der Wald hat sich in Reif verwandt.

Die Wiesen sind vom Frost versehret,
die Felder glänzen wie Metall,
die Blumen sind in Eis verkehret,
die Flüße stehn wie harter Stahl.

Wohlan, wir wollen wieder von uns jagen
durchs Feuer das kalte Winterleid!
Kommt, laßt uns Holz zum Herde tragen
und Kohlen dran, jetzt ist es dran.

Johann Rist (1607-1667)
Sonnenuntergang hinter dem Schloss Machern
Sonnenuntergang hinter dem Schloss Machern – Foto von Andeas. Danke 😉

Zweiter Advent

Sonntag, Dezember 9th, 2018

2.Advent

Die zweite Kerze brennt für Hoffnung,
für die Kraft und für den Glauben,
für Vernunft und für die Achtung
und für die weißen Friedenstauben.

~

Immer am zweiten Sonntag im Advent
(aus ‚Die stillste Zeit im Jahr‘ von Karl Heinrich Waggerl)

Immer am zweiten Sonntag im Advent stieg der Vater auf den Dachboden und brachte die große Schachtel mit dem Krippenzeug herunter. Ein paar Abende lang wurde dann fleißig geleimt und gemalt, etliche Schäfchen waren ja lahm geworden, und der Esel mußte einen neuen Schwanz bekommen, weil er ihn in jedem Sommer abwarf wie ein Hirsch sein Geweih. Aber endlich stand der Berg wieder wie neu auf der Fensterbank, mit glänzendem Flitter angeschneit, die mächtige Burg mit der Fahne auf den Zinnen und darunter der Stall. Das war eine recht gemütliche Behausung, eine Stube eigentlich, sogar der Herrgottswinkel fehlte nicht und ein winziges ewiges Licht unter dem Kreuz. Unsere Liebe Frau kniete im seidenen Mantel vor der Krippe, und auf der Strohschütte lag das rosige Himmelskind, leider auch nicht mehr ganz heil, seit ich versucht hatte, ihm mit der Brennschere neue Locken zu drehen. Hinten standen Ochs und Esel und bestaunten das Wunder. Der Ochs bekam sogar ein Büschel Heu ins Maul gesteckt, aber er fraß es ja nie. Und so ist es mit allen Ochsen, sie schauen nur und schauen und begreifen rein gar nichts.

Weil der Vater selber Zimmermann war, hielt er viel darauf, daß auch sein Patron, der heilige Joseph, nicht nur so herumlehnte, er dachte sich in jedem Jahr ein anderes Geschäft für ihn aus. Joseph mußte Holz hacken oder die Suppe kochen oder mit der Laterne die Hirten einweisen, die von überallher gelaufen kamen und Käse mitbrachten oder Brot oder was sonst arme Leute zu schenken haben.

Es hauste freilich ein recht ungleiches Volk in unserer Krippe, ein Jäger, der zwei Wilddiebe am Strick hinter sich herzog, aber auch etliche Zinnsoldaten und der Fürst Bismarck und überhaupt alle Bestraften aus der Spielzeugkiste.
Ganz zuletzt kam der Augenblick, auf den ich schon tagelang lauerte. Der Vater klemmte plötzlich meine Schwester zwischen die Knie, und ich durfte ihr das längste Haar aus dem Zopf ziehen, ein ganzes Büschel mitunter, damit man genügend Auswahl hatte, wenn dann ein golden gefiederter Engel darangeknüpft und über der Krippe aufgehängt wurde, damit er sich unmerklich drehte und wachsam umherblickte.
Das Gloria sangen wir selber dazu.

Krippe (Lisi Martin)

Pastor Wichern, arme Kinder in Hamburg und ein Wagenrad

Freitag, Dezember 7th, 2018

Zum 07. Kalendertürchen

In einem Vorort von Hamburg, dem Stadtteil St. Georg herrschen im 19. Jahrhundert katastrophale Bedingungen. St. Georg ist das Armenviertel Hamburgs. Die Säuglingssterblichkeit ist groß. Hygiene kennt man nicht. Armut herrscht überall. Wer Arbeit hat, hat auch viele Mäuler zu stopfen. Und nie reicht es. Kinder laufen halb angezogen auf den Straßen, in deren Mitte die Kloake läuft. Mit ausgemergelten Gesichtern suchen sie in den Abfällen nach Essen.

Mit 25 Jahren lernt Johann Hinrich Wichern als Sonntagsschullehrer die Not der Ärmsten kennen. Wo die Not am Größten ist, ist oftmals auch der Glaube dahin. So handelte er nach dem Vorsatz, zuerst muss dem Körper geholfen werden, damit der Geist lernen kann. Für den jungen Mann stand fest, diesen Kindern muss geholfen werden. Der Pastor machte es sich zur Aufgabe, sich um elternlose Kinder, insbesondere die Jungen zu kümmern.
Er gründete in dem Dorf Horn, außerhalb Hamburgs, das “Rauhe Haus”. Bei der Stiftungsgründung erhält er nicht nur Geld, sondern von einem Spender, Sieveking, ein Haus mit Grundstück. Er baute das Haus um, gab den Jungen Obdach und sorgte für deren Ausbildung.

raueshausstahlstich

Das Rauhe Haus in Horn bei Hamburg.
Stahlstich von Kurz, 1848

Wichern gründet das Familienprinzip: Mit einem Betreuer leben bis zu 12 Kinder zusammen. Der Betreuer hat hier nicht die Funktion eines Lehrers sondern soll den Kindern ein großer Bruder sein.

In dieser Anstalt der Inneren Mission brannten Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten Adventsleuchter. Im Jahr 1839 hängt Wichern vor Weihnachten für die Kinder einen ersten Adventskranz auf. Da nämlich suchte der Leiter des Rauhen Hauses nach einer optisch überzeugenden Antwort auf die alle Jahre wiederkehrende Frage seiner Zöglinge:
Wie lange ist es noch bis Weihnachten?

wicherkranz

Wichernscher Adventskranz

Es kam ihm die Idee, im Andachtsraum auf einem hölzernen Wagenrad 19 kleine rote Kerzen für die Werktage und vier große weiße Kerzen für die Sonntage aufzubauen. An der täglich größer werdenden Zahl brennender Kerzen wurde das Näherrücken des Weihnachtstages für die Kinder sichtbar. Der hölzerne Kerzenhalter ist der erste Beleg für einen Lichterkranz zur Adventszeit.

Wichern hielt in seinem Tagebuch fest:

„Um den Lobesspruch an der Orgel waren 23 bunte Wachslichter aufgestellt. Mit jeder Verheißung wurde eines der Lichter angezündet, so dass zuletzt alle 23 wie ein Strahlenkranz das Lob des Herrn umleuchteten. Das Ganze diente wie zur Erbauung als Stärke und Freude im Herrn.“
„Je mehr Lichter brennen, desto froher werden die Knaben und Mädchen“, notierte Wichern in seinen Aufzeichnungen. „Und brennt der volle Kranz mit allen Lichtern, dann ist er da, der heilige Christ in all seiner Herrlichkeit.“

Brauchtum, Weihnachtsheilige

Dienstag, Dezember 4th, 2018

Zum 04. Kalendertürchen

Frühlingsblühen mit Barbarazweigen

Viele Bräuche haben sich aus der Heiligenverehrung entwickelt, am bekanntesten und der wohl am meisten gepflegte Brauch ist das Schneiden von Blütenzweigen am 4. Dezember. Im warmem Zimmer öffnen sich schon sehr bald die zum Blühen verführten Knospen.
Verwendet wird klassischerweise ein Kirschzweig, es gehen aber auch Zweige von Apfel, Birke, Forsythien, Haselnuss, Holunder, Kastanien, Mandel, Pflaumen, Rotdorn, Schlehen, Hartriegel, Weiden, Seidelbast, Zierkirschen, Scheinquitte, Echtem Jasmin, Zieräpfel, Zaubernusszweige oder sonstige frühblühenden Gehölze. Man sollte man allerdings nur Zweige mit vielen Knospen abschneiden. Als Blühimpuls werden sie über Nacht in lauwarmes Wasser gelegt, am nächsten Tag in eine Vase gestellt und sollten am 24. Dezember blühen.
Ob die Barbarazweige wirklich aufblühen, hängt vom Wetter ab. Sie blühen nur, wenn es vor dem Schneiden Temperaturen um den Gefrierpunkt gegeben hat. Hat es noch nicht gefroren, kann man die Zweige für einige Stunden in die Gefriertruhe legen. Danach einen Tag lang in handwarmes Wasser legen, erst dann in die Vase stellen.

Dieser Brauch wurde offensichtlich aus dem Brauchtum der “germanischen Lebensrute” übernommen und ist somit haben die blühenden Zweige vielfach die Funktion eines Orakels: Sie sind ein Indiz für Glück und Gesundheit im kommenden Jahr, für eine gute Ernte, oder für Fruchtbarkeit bei Kinderwunsch.
Junge Mädchen stellten die Zweige mit dem Namen ihrer “Favoriten” ans Fenster. Bei wem der Zweig vertrocknete, war nichts mehr zu hoffen; bei den anderen dagegen sah es gut aus.
Hochzeitorakel: Für jeden “Kandidaten” (männlich und weiblich) einen Zweig in eine Vase stellen. Die Namen auf ein Kärtchen schreiben und an den Zweig hängen. Und dann beobachten, an wessen Zweige die Knospen zuerst aufblühen – ob die beiden zusammen passen?
Zu Weihnacht schloß man aus der Anzahl der Blüten auf die Fruchtbarkeit bzw. das Wetter des darauffolgenden Jahres.

Den Brauch gibt es auch in abgewandelter Form in Niederösterreich. – Dort erhält jedes Mitglied der Familie einen eigenen Barbarazweig, um daran sein ganz persönliches Glück ablesen zu können. Vor allem junge Mädchen achten bereits beim Schneiden der Barbarazweige darauf, einen Zweig mit vielen Blütenknospen auszuwählen. – Denn der Volksglaube besagt, je reicher ihr Barbarazweig blüht, desto früher werden sie heiraten.

Die christliche Interpretation ist dagegen weit weniger bekannt: ‘Die Zweige erinnern an das Martyrium der heiligen Barbara. Daran, dass sie ihren Glauben an ein Weiterleben nach dem Tod auch unter dem Druck der sie umgebenden Gefängnismauern nicht aufgegeben hat und vor allem auch nicht an die bevorstehende Geburt Jesu.’

Ehe es für den mahnenden Zeigefinger zu spät ist…

Montag, Dezember 3rd, 2018

Zum 03. Kalendertürchen

Fahrplan für die Weihnachtsbäckerei
Vor ganz vielen Jahren zur Verfügung gestellt von Astrid

  • 4 Wochen vorher: Stollen und Früchtekuchen (Gewürze sollen gut durchziehen)
  • 3-4 Wochen vorher: Gewürztes Gebäck aus Rührteig (Gewürze sollen gut durchziehen), Honigkuchen, Printen, Pfeffernüsse, braune Kuchen u.s.w., Rührteig-Gebäcke, z.B. Spritzgebäck (schmecken sowohl frisch als auch noch nach 4 Wochen), Ungefüllte Knetteig-Gebäcke, z.B. Schwarz-Weiß-Gebäck (können Sie einfrieren)
  • 3 Wochen vorher: Konfekt und Pralinen (dabei kein rohes Ei verwenden)
  • NIcht essen - nur gucken!2 Wochen vorher: Gefüllte und feuchte Gebäcke, z.B. Zimtsterne, Elisenlebkuchen u.s.w. (Gebäcke mit Backpapier trennen)
  • 1-2 Wochen vorher: Makronen und ähnliche Eiweißgebäcke (in fest schließenden Dosen aufbewahren), Konfekt und Pralinen mit Ei (nur frisches Ei verwenden)
  • maximal 1 Woche vorher: Große, aufwendige Rührteig – Gebäcke zubereiten (Gewürze sollten 2 Tage durchziehen)
  • 3-4 Tage vorher: Kleine und gefüllte Rührteig- Gebäcke zubereiten. Buttergebäck, Vanillekipferl, Heidesand (gefriergeeignet)
  • 2-3 Tage vorher: Besondere Adventstorten zubereiten (müssen durch-ziehen, gekühlt aufbewahren), Böden und Törtchen vorbereiten (frisch füllen)
  • 1-2 Tage vorher: Torten fertig stellen (kühl aufbewahren)

…zumindest hat man das zu Grossmutters Zeiten so gemacht.

Erster Advent

Sonntag, Dezember 2nd, 2018

1.Advent

Die erste Kerze brennt für Stille,
für Ruhe und Gemütlichkeit
für Herzlichkeit und für den Willen,
zu leben in Behaglichkeit.

~

bedadvent.gif

Das Wort Advent kommt vom lateinischen ‚advenire‘ und bedeutet ‚ankommen‘.
Gemeint ist die Ankunft des Sohnes Gottes, die Geburt Christi im Stall zu Bethlehem zu Weihnachten.
Seit dem 5. Jahrhundert haben die Christen erkannt, advenire - ankommendass das Kind in der Krippe bei ihnen nur ‚ankommen‘ kann, wenn sie sich gründlich darauf vorbereiten.

Dem Weihnachtsfest wurde also eine Vorbereitungszeit vorangestellt, die ursprünglich sechs Wochen dauerte und am Tag nach dem Martinsfest (am 11. November) begann. Erst später wurde diese Zeit auf vier Sonntage verkürzt.

Heute nun brennt das erste Licht, wenn auch die eigentliche kirchliche Adventszeit schon lange angefangen hat. Die weltlichen und die kirchlichen Bräuche der Adventszeit sind eng miteinander verbunden. Im Laufe der Zeit vermischten sich kirchliche mit altgermanischen Bräuchen; jedoch blieben die Lieder und Spiele sowie die Feste der Heiligen Martin, Katharina, Andreas, Barbara, Nikolaus, Luzia oder Thomas bis heute erhalten. Besonders verbreitet sind noch heute Adventskalender und der Adventskranz. advenire - ankommen

Die Adventszeit

Schon im 6. Jahrhundert nach Christi Geburt wurde von Papst Gregor dem Großen die Adventsliturgie in ihren Grundzügen festgelegt.
Die 4 Wochen sollen symbolisch auf die 4000 Jahre hinweisen, die die Menschheit nach kirchlicher Rechnung auf die Ankunft des Erlösers warten mußte. Durch Übernahme gallischen Brauchtums war die Adventszeit zur Buß- und Fastenzeit geworden. Mit dem ersten Advent beginnt das Kirchenjahr.

Zur Adventszeit sind die Straßen der Städte hell beleuchtet. Überall hängen Lichterketten und bunter Schmuck. In den Fenstern hängen Sterne und andere Figuren aus Papier und aus vielen Küchen kommt ein schöner Duft: die Menschen fangen an, Plätzchen und besondere Weihnachtskuchen zu backen, und zahlreiche Weihnachtsmärchen werden erzählt. Auf den Bühnen finden zur Adventszeit passende Konzerte und Schauspiele statt.  In Deutschland sind in der Adventszeit in vielen Städten  die Weihnachtsmärkte geöffnet.

Herrnhuter Sterne

Sonntag, Dezember 2nd, 2018

Zum 02. Kalendertürchen

Am Abend vor dem ersten Advent sass immer ein Kind hier und bastelte unseren alten Herrnhuter Stern zusammen. Auch wenn es bei uns weit weniger weihnachtlich aussieht als man vielleicht denken könnte – dieser Stern gehört einfach dazu. Immer, auch in den Jahren, in denen es hier nicht wirklich eine besinnliche Vorweihnachtszeit gab, haben wir die blaue Schachtel rausgeholt und den Stern aufgehängt.
Selbstverständlich habe ICH einen geflammten… mit rotem Kern, bei dem die Zacken in gelb auslaufen; was anderes käme mir nie ins Haus. Inzwischen ist der alte Stern schon reichlich lädiert; nachdem er 25 mal zusammen- und wieder auseinandergebaut wurde, ist es vielleicht an der Zeit für ein neues Exemplar.

Foto: Ulrich van Stipriaan - Danke

Foto: Ulrich van Stipriaan – und inzwischen hat es dieses alte Foto bis auf Wikipedia geschafft 😉

Dieser Papierstern war, wie so vieles, zu DDR-Zeiten ohne Beziehungen fast nicht aufzutreiben und sehr begehrt.

Ein Großteil der Produktion des VEB Oberlausitzer Stern- und Lampen-schirmfabrik ging über den zentralen Außenhandel der DDR in den Export nach Westdeutschland sowie Finnland. Weil die Produktion der Adventssterne offenbar nicht in die Produktionspalette eines sozialistischen Betriebs passte, wurde die zuvor enteignete Sternherstellung nach 18 Jahren wieder an die Brüder-Unität zurückgegeben. Allerdings blieben staatliche Planvorgaben erhalten: Material wurde zugeteilt, die Zahl der Mitarbeiter und die Zahl der zu produzierenden Sterne vorgegeben.

Gelesen ~2009 in der Sächsischen Zeitung

Irgendwann Anfang der 90er Jahre war ich in einem Regionalverlag in der Oberlausitz beschäftigt und bin in dem Zusammenhang sogar mal in Herrnhut gewesen – in einer Werkstatt, in der Behinderte mit der Herstellung dieser Sterne beschäftigt sind.

PS: Der ‚Kleine‘ überragt mich inzwischen um einen Kopf, und er war das letzte verbliebene von drei Kindern, die hier mal gewohnt und Sterne zusammengebaut haben. Seit 2 Jahren wohnt der nun schon in Dresden und studiert vor sich hin, Sternedienst hat seither der Mann. Die Zeit rast… 😉

Wohin mit dem Wunschzettel – 2018

Sonntag, Dezember 2nd, 2018

Zum 02. Kalendertürchen

Abgesehen davon, dass wohl jedes Kind Wunschzettel malt und die an Eltern oder Großeltern weitereicht, wollen manche Kinder zur Sicherheit den Weihnachtsmann direkt anschreiben. dear_santa

In Deutschland hat alles (zumindest was die Wunschzettelbearbeitung angeht) seine Ordnung… sollte man meinen. Aber ganz so heil ist die Wunschzettelwelt nicht mehr:

In jüngster Zeit sind einige Weihnachtspostfilialen unter Druck geraten, da die Deutsche Post AG ihr Filialnetz zunehmend verkleinert und in diesem Zusammenhang dazu übergegangen ist, ihre Niederlassungen in kleineren Orten oder Stadtteilen zu schließen. So wurde beispielsweise das „Himmlische Postamt“ im Hildesheimer Stadtteil Himmelsthür, das 1967 erstmals als Weihnachtspostamt fungierte und damit als das älteste Weihnachtspostamt Deutschlands gilt, von der Post aufgegeben. Die weihnachtliche Tradition wurde allerdings bislang beibehalten: Briefe „an den Weihnachtsmann in Himmelsthür“ werden weiterhin beantwortet.

Quelle: Wikipedia

Adressen für Wunschzettel in Deutschland:

Jahrelang konnte ich auf meinen Seiten die Adresse von Santa Claus in Grönland veröffentlichen – bis 2011.

Der Briefkasten in Nuuk

Der Briefkasten in Nuuk

In dem Jahr kam die Meldung, dass der Weihnachtsmann mit dem schönen großen Briefkasten, der bis dahin in Nuuk stand und den Ihr beim Klick auf das kleine Foto in voller Pracht sehen könnt, Konkurs anmelden musste.

Im Dezember 2012 soll Santa nach Ilulissat gezogen sein, aber derzeit bemüht man sich in Uummannaq, dem Weihnachtsmann ein neues Zuhause dort anzubieten, wo er bereits eine Residenz haben soll. Hoffen wir, das Santa Claus irgendwo wieder seßhaft wird und sein großer Briefkasten wieder eine ordentliche Adresse hat.
Derweil sorgt die dänische Post dafür, dass Wunschzettel nicht ins Leere gehen, vielleicht gibt es einen Nachsendeauftrag? Man schreibe an folgende Anschrift:

JULEMANDEN / SANTA CLAUS
2412
GRØNLAND
JULEMANDEN / SANTA CLAUS
JULEMANDENS POSTCENTER 24
0900 KØBENHAVN C

Die Postadressen für Santa&Co im Rest der Welt findest Du im Kalendertürchen.

Zum 02. Kalendertürchen