Archive for the ‘Wissenswertes’ Category

Die Geschichte der Weihnachtskarten

Montag, Dezember 18th, 2017

Zum 18. Kalendertürchen

Die Tradition, zu Weihnachten Grüße zu verschicken, geht auf das 19. Jahrhundert zurück. Die erste Weihnachtskarte soll 1841 von einem schottischen Buchhändler zwecks Schaufenster-Dekoration ausgestellt worden sein. Gedruckt wurden dann die ersten Weihnachtskarten in England im Jahr 1843.
Damals war es Brauch, allen Freunden, Bekannten und Verwandten ausführliche Briefe mit Glück- und Segenswünschen zum Weihnachtsfest zu schreiben. Einer allerdings, der englische Beamte Henry Cole, war zu beschäftigt, um allen seinen Verwandten die obligatorischen Briefe zu schreiben und kam auf eine hervorragende Idee. Er wandte sich an seinen Freund John Callcott Horsley (1817-1903), und bat ihn darum, für ihn eine Karte zu entwerfen, die er an an Stelle von Weihnachtsbriefen versenden konnte.
Die Karte zeigte ein dreigeteiltes Bild mit einer feiernden Familie, umrahmt von Ranken und Reben. Als Text trug die Karte die Aufschrift „A Merry Christmas and a Happy New Year to You“. Mit ihren 8,5 x 14,5cm entsprach das Maß bereits in etwa der heutigen Standardgröße für Karten.

Erste Weihnachtskarte

Als diese Idee geboren war, erwachte das kaufmännische Interesse in Henry Cole. Er besaß auch einen Lithographenbetrieb, in dem er eine Auflage von 1.000 Exemplaren der Karte druckte. Nachdem die Karten von Hand koloriert worden waren, brachte er sie zum Preis von 1 Shilling in den Verkauf. Aber es lohnte sich, denn schon 1850 war die Nachfrage so groß, dass Cole die Karten in einer so hohen Stückzahl herstellen konnte, dass sich fast jeder den Kauf derselben leisten konnte. Von Horsleys Originalen existieren heute noch zwölf Exemplare. Alle befinden sich in Sammlerbesitz.
Später wurde Henry Cole der erste Direktor des Victoria and Albert Museums in London. Diese einflußreiche Position gab ihm Gelegenheit, sein Lieblingsprojekt die Pennypost zu fördern, und damit verhalf er dem neuen Brauch, Weihnachtskarten zu verschicken zum Durchbruch. Die moderne Royal Mail in GB vergibt jedes Jahr einen Preis für die beste Gestaltung einer Weihnachtskarte.

Die Pennypost wurde im selben Jahr wie die erste Briefmarke 1840 in Großbritannien eingeführt. Sofort machten große Teile der Bevölkerung besonders zur Weihnachtszeit begeistert Gebrauch davon. Die Erfindung einer Weihnachtskarte war danach eigentlich eine logische Folge. Schon 1850 war es wegen der großen Nachfrage möglich, hohe Auflagen zu drucken, so daß zu diesem Zeitpunkt der Preis bereits auf ein annehmbares Niveau abgesunken war. Die Weihnachtskarte wurde für zahlreiche Verlage und den entsprechenden Handelsstufen ein lohnender Geschäftsbereich.

Weihnachtskarte aus dem Weissen Haus 1967 Präsident Johnson
Weihnachtskarte aus dem Weissen Haus
1967 – Präsident Johnson

Ein Deutscher machte in den Vereinigten Staaten die Weihnachtskarten populär. Louis Prang (1824-1909), ein Breslauer mit hugenottischer und deutscher Herkunft, wanderte im Jahre 1850 in die USA aus und ließ sich in Boston nieder. Im elterlichen Geschäft hatte er den Vielfarbendruck gelernt und begann 1874 damit, in Boston Weihnachtskarten im Vielfarbendruck zu produzieren. Sein Geschäft lief gut, er produzierte Karten mit Millionenauflage, bis mit den ständig wachsenden billigen Importen von Karten aus Deutschland sein Geschäft zerstört wurde.

Um die Jahrhundertwende begann sich auch in Deutschland die Weihnachtskarte durchzusetzen. Davor schrieb man sich hier zu Festen sogenannte Wunschblätter.. Das waren Briefbogen mit gedruckten Randornamenten und oft einem Bild, in die handschriftlich Grüße oder Gedichte eingesetzt wurden. In den Schulen wurden üblicherweise den Kindern Glückwünsche diktiert wurden, die sie kalligraphisch besonders schön gestalteten und ihren Eltern zum Fest überreichten.

Dritter Advent

Sonntag, Dezember 17th, 2017

3.Advent

Die dritte Kerze brennt für Anstand,
für Respekt und auch für Güte,
für Gerechtigkeit und für Verstand
und fürs eigene Gemüte.

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Der Sinn der Weihnachtskrippe

Als figürliche Darstellung veranschaulicht die Weihnachtskrippe die Geburt Jesu. Ursprung des Brauches sind vermutlich die in Rom verwahrten Krippenreliquien, vor denen die Päpste früher den nächtlichen Weihnachtsgottesdienst feierten.

»Stern und Engel, Hirten und die Weisen künden uns das Große, was geschah.
Und wir loben, danken und wir preisen, Gott ist nah!«
 Dietrich Bonhoeffer

Schon in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt gab es Krippenspiele, die dann aber in Vergessenheit gerieten. Franz von Assisi war es, der am 24. Dezember 1223 in der Nähe von Rom eine Weihnachtsmesse las, bei der er als Symbol für die Geburt Christi wohl erstmals wieder ein Stall mit Holzfiguren aufbaute.
Blütezeit der Krippen war das Barock. Die Jesuiten wollten nach der Reformation den Glauben wieder veranschaulichen und so bauten sie gewaltige und wertvolle Krippen. KrippeDer Funken sprang bald auf die Städte über, und schließlich wollte jede Gemeinde eine eigene Krippe.

Um 1800 kam es mancherorts zu einem Verbot der Krippen, was aber nur dazu führte, daß die Krippen verstärkt Einzug in die Häuser fanden.
Die Vielfalt der Weihnachtskrippen ist beinahe grenzenlos:
Die Hirten in bayerischen Krippen tragen die üblichen Trachten. In Japan bringen statt Königen Samurais die Geschenke. Bei den Eskimos liegt das Jesuskind auf einem Schlitten, und in Afrika ist das Christkind schwarz. Die Kolumbianer lieben es bunt. Die Holzfiguren leuchten in wunderbaren Farben. Doch auch in Europa findet sich eine wahre Krippenvielfalt. Die Andalusier flechten eine Graskrippe aus Palmwedeln. Für die Figuren wird Hanf verknotet. Bei den Krippen aus Neapel sind Stall und umgebende Gehöfte Ruinen. Die Krippenschnitzer der französischen Provence verwenden Baumrinde und Torfballen. Auf Korsika liegen in der Krippe getrocknete Meeresalgen. Aus Thüringen stammt eine Glasbläser-Krippe.

Around the World – 4

Samstag, Dezember 16th, 2017

Zum 09. Kalendertürchen

In den Tips für Lamettaliebhaber findet sich folgender Hinweis::

Lerne die Übersetzungen des Wortes „Weihnachten“ in allen Landessprachen und Dialekten der Welt auswendig und sage die komplette Liste mehrmals täglich auf!

Damit das klappt, liefere ich Euch eine Auflistung der Übersetzung des hier üblichen Weihnachtsgrußes in alle möglichen europäischen Sprachen. Hier kommt der Rest:

Fröhliche Weihnachten von S bis Z

Schwedisch: God Jul!
Schwyzerdütsch: E guëti Wiënachtä!
Serbisch: Sretam Bozic!
Sizilianisch: Bon Natali!
Slowakisch: Vesele Vianoce!
Slowenisch: Vesele bozicne praznike!
Spanisch: Feliz Navidad!
Tschechisch: Prejeme Vam Vesele Vanoce!
Ukrainisch: Veseloho Vam Rizdva!
Ungarisch: Kellemes Karacsonyiunnepeket!
Walisisch: Nadolig LLawen!
Weißrussisch: Winshuyu sa Svyatkami!

A bis F F bis L L bis S

Ebenezer Scrooge war kein Einzelfall

Mittwoch, Dezember 13th, 2017

Zum 13. Kalendertürchen

»Fröhliche Weihnachten, Onkel! Gott segne Sie!«, rief da eine vergnügte Stimme. Sie gehörte Scrooges Neffen, der so plötzlich auf ihn zukam, dass er ihn in diesem Augenblick erst bemerkte.
»Pah!«, rief Scrooge. »Humbug!«
Vom schnellen Gehen in Nebel und Frost war diesem Neffen von Scrooge so warm geworden,dass er geradezu glühte; sein hübsches Gesicht war gerötet, seine Augen glänzten und sein Atem dampfte noch. »Weihnachten ein Humbug? Aber Onkel!«, erwiderte Scrooges Neffe. »Das meinen Sie doch gewiss nicht ernst?«
»Und ob«, sagte Scrooge. »Fröhliche Weihnachten! Welches Recht hast denn du, fröhlich zu sein? Und welchen Grund? Du bist doch wahrlich arm genug.«
»Na, hören Sie«, entgegnete der Neffe munter. »Welches Recht haben denn Sie, übel gelaunt zu sein? Und welchen Grund,missmutig? Sie sind doch wahrlich reich genug.«
Scrooge, der im Augenblick keine bessere Antwort parat hatte, sagte wieder »Pah!« und ließ noch ein »Humbug« folgen.
Charles Dickens, A Christmas Carol, 1843

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Scrooge, der Weihnachtshasser

Es gibt sie überall, die Weihnachtshasser… und es gab sie immer schon. Die Geschichte kennt Zeiten, in denen Weihnachten unerwünscht war und zu denen man am liebsten verbieten wollte, dass die Menschen Weihnachten feiern.

  • Die reformierten Christen glaubten, das Weihnachtsfest entspringe heidnischem Brauch und sei mit der römischen Kirche verbunden und lehnten es daher grundsätzlich ab. Am 16. November 1550 beschloß der Genfer Stadtrat, die auf einen Wochentag fallenden Feiertage abzuschaffen. Das kommende Weihnachtsfest sollte am Sonntag nach Weihnachten gefeiert werden (also am 28. Dezember), worüber es zu schweren Konflikten kam.
  • John Knox, schottischer Reformator und Mitbegründer der Presbyterianischen Kirchen, verbot 1560 alle kirchlichen Feste, so auch das Weihnachtsfest in Schottland. Daran hielten man sich bis in das 20. Jahrhundert hinein.
  • Die Quäker des 17. Jahrhunderts lehnten Weihnachten als Feiertag ab und gingen wie auch sonst ihren Geschäften nach. Allerdings fehlen in deren Kalender auch alle anderen kirchlichen Feiertage wie Ostern oder das Erntedankfest.
  • Die Puritaner, eine dem Calvinismus nahestehende Reformationsbewegung, war gegen das Weihnachtsfest, denn es umfasste in jener Zeit neben dem Gottesdienst auch Gelage, Besäufnis, Tanz und Glückspiel. Geschenke kannte man damals übrigens noch nicht. Erst 1856 wurde Weihnachten in Massachusetts ein staatlicher Feiertag.
  • 1647 erließ das Parlament ein Verbot derartiger Feste und schloß die Kirchen an den Weihnachtstagen. Bisherige Festtage wurden zu gewöhnlichen Arbeitstagen erklärtDas führte zu Straßenkrawallen zwischen Befürwortern und Gegnern des Weihnachtsfestes. In Canterburry wurden gar Geschäfte geplündert und verwüstet. Privat feierten die Menschen das Weihnachtsfest auch auch weiterhin.
    Ab 1660, nach Bendigung der Herrschaft der Cromwells, wurde unter der Monarchie von Karl II das Festverbot nicht mehr angewendet.
  • Die Vereinigten Staaten blieben auch dann noch gespalten. In Regionen, wo reformierte Christen die Mehrheit bildeten (u.a. Neuengland und Pennsylvania) wurde bis ins 19 Jahrhundert das Weihnachtsfest nicht gefeiert. In anderen Regionen aber feierte man auf die altenglische Art.

Around the World – 3

Mittwoch, Dezember 13th, 2017

In den Tips für Lamettaliebhaber findet sich folgender Hinweis:

Lerne die Übersetzungen des Wortes „Weihnachten“ in allen Landessprachen und Dialekten der Welt auswendig und sage die komplette Liste mehrmals täglich auf!

Damit das klappt, liefere ich Euch eine Auflistung der Übersetzung des hier üblichen Weihnachtsgrußes in alle möglichen europäischen Sprachen. Dann lernt mal brav:

Fröhliche Weihnachten von L bis S

Littauisch: Linksmu Kaledu!
Luxembourgeois: Schéi Krëschtdeeg!
Maltesisch: Nixtieklek Milied tajjeb!
Mazedonisch: Streken Bozhik!
Norwegisch: God Jul!
Polnisch: Wesolych Swiat!
Portugiesisch: Boas Festas!
Rätoromanisch: Bella Festas daz Nadal!
Roma: Bachtalo krecunu Thaj!
Rumänisch: Craciun fericit!
Russisch: Pozdrevlyayu s prazdnikom Rozhdestva!
Sardinisch: Bonu nadale!
Schottisches Gaelisch: Nollaig chridheil!

Andere Sprachen… an anderen Tagen
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