Archive for the ‘Around the World’ Category

Under the Mistletoe

Freitag, Dezember 18th, 2020

Zum 18. Kalendertürchen

Die Mistel ist definitiv kein typischer Strauch – es ist ein Parasit, der lebende Bäume angreift. Technisch gesehen sind Misteln (es gibt weltweit über 1.000 Arten) tatsächlich Hemiparasiten.mistletoe Das heißt, sie gewinnen einen Teil ihrer Energie durch Photosynthese und der Rest wird aus anderen Pflanzen gewonnen.
Die Pflanze schickt ihre winzigen Wurzeln in die Rinde ihres Wirts, wo sie Wasser und Nährstoffe absaugt und den Baum langsam schwächt. Ein ausgewachsener Baum kann eine kleine Menge Mistel problemlos aushalten, aber wenn die Misteln sich stark ausbreiten, stirbt der Baum schließlich Stück für Stück.

Oftmals werden in der Weihnachtszeit Mistelzweige über Türen aufgehängt. Traf ein Junggeselle seine Angebetete unter diesem Mistelzweig, so durfte er sie ohne zu fragen küssen… und hoffen.
Das Küssen unter Misteln zur Weihnachtszeit soll im 18. Jahrhundert eine ziemlich verbreitete Tradition gewesen sein, obwohl der erste eindeutige historische Hinweis aus dem Jahr 1820 stammt. Washington Irving, Autor von ‚Sleepy Hollow‘ und ‚The Headless Horseman‘, schrieb über die Pflanze:

Der Mistelzweig mit seinen weißen Beeren hing an der unmittelbaren Gefahr aller hübschen Hausmädchen.

Die Engländer nannten die weißen Früchte „Kusskugeln“; in manchen Gegenden wurde der Mistelzweig 12 Nächte nach Weihnachten verbrannt, damit sich der Heiratswunsch der geküssten Jungen und Mädchen auch erfüllen konnte. Dieser wie auch der Brauch, die Mistel überhaupt als Weihnachtsdekoration zu benutzen, ist auch heute noch verbreitet.
Wer mit einem hübschen Mädchen oder einem netten jungen Mann unter dem Zweig mit den weißen Beeren steht, muss freilich die Spielregeln streng beachten: Nach dem Küssen einer Dame „under the mistletoe“ muss eine Beere gepflückt werden; ist die letzte Beere geerntet, wird auch nicht mehr geküsst.
In der englischen Grafschaft Staffordshire würde man keinen Bisssen vom Weihnachtspudding genießen, wenn die darunter brennenden Flammen nicht von Mistelzweigen genährt wären.

Weihnachtskarten

Freitag, Dezember 18th, 2020

Zum 18. Kalendertürchen

Die Tradition, zu Weihnachten Grüße zu verschicken, geht auf das 19. Jahrhundert zurück. Die erste Weihnachtskarte soll 1841 von einem schottischen Buchhändler zwecks Schaufenster-Dekoration ausgestellt worden sein. Gedruckt wurden dann die ersten Weihnachtskarten in England im Jahr 1843.
Damals war es Brauch, allen Freunden, Bekannten und Verwandten ausführliche Briefe mit Glück- und Segenswünschen zum Weihnachtsfest zu schreiben. Einer allerdings, der englische Beamte Henry Cole, war zu beschäftigt, um allen seinen Verwandten die obligatorischen Briefe zu schreiben und kam auf eine hervorragende Idee. Er wandte sich an seinen Freund John Callcott Horsley (1817-1903), und bat ihn darum, für ihn eine Karte zu entwerfen, die er an an Stelle von Weihnachtsbriefen versenden konnte.
Die Karte zeigte ein dreigeteiltes Bild mit einer feiernden Familie, umrahmt von Ranken und Reben. Als Text trug die Karte die Aufschrift „A Merry Christmas and a Happy New Year to You“. Mit ihren 8,5 x 14,5cm entsprach das Maß bereits in etwa der heutigen Standardgröße für Karten.

Erste Weihnachtskarte

Als diese Idee geboren war, erwachte das kaufmännische Interesse in Henry Cole. Er besaß auch einen Lithographenbetrieb, in dem er eine Auflage von 1.000 Exemplaren der Karte druckte. Nachdem die Karten von Hand koloriert worden waren, brachte er sie zum Preis von 1 Shilling in den Verkauf. Aber es lohnte sich, denn schon 1850 war die Nachfrage so groß, dass Cole die Karten in einer so hohen Stückzahl herstellen konnte, dass sich fast jeder den Kauf derselben leisten konnte. Von Horsleys Originalen existieren heute noch zwölf Exemplare. Alle befinden sich in Sammlerbesitz.
Später wurde Henry Cole der erste Direktor des Victoria and Albert Museums in London. Diese einflußreiche Position gab ihm Gelegenheit, sein Lieblingsprojekt die Pennypost zu fördern, und damit verhalf er dem neuen Brauch, Weihnachtskarten zu verschicken zum Durchbruch. Die moderne Royal Mail in GB vergibt jedes Jahr einen Preis für die beste Gestaltung einer Weihnachtskarte.

Die Pennypost wurde im selben Jahr wie die erste Briefmarke 1840 in Großbritannien eingeführt. Sofort machten große Teile der Bevölkerung besonders zur Weihnachtszeit begeistert Gebrauch davon. Die Erfindung einer Weihnachtskarte war danach eigentlich eine logische Folge. Schon 1850 war es wegen der großen Nachfrage möglich, hohe Auflagen zu drucken, so daß zu diesem Zeitpunkt der Preis bereits auf ein annehmbares Niveau abgesunken war. Die Weihnachtskarte wurde für zahlreiche Verlage und den entsprechenden Handelsstufen ein lohnender Geschäftsbereich.

Weihnachtskarte aus dem Weissen Haus 1967 Präsident Johnson
Weihnachtskarte aus dem Weissen Haus
1967 – Präsident Johnson

Ein Deutscher machte in den Vereinigten Staaten die Weihnachtskarten populär. Louis Prang (1824-1909), ein Breslauer mit hugenottischer und deutscher Herkunft, wanderte im Jahre 1850 in die USA aus und ließ sich in Boston nieder. Im elterlichen Geschäft hatte er den Vielfarbendruck gelernt und begann 1874 damit, in Boston Weihnachtskarten im Vielfarbendruck zu produzieren. Sein Geschäft lief gut, er produzierte Karten mit Millionenauflage, bis mit den ständig wachsenden billigen Importen von Karten aus Deutschland sein Geschäft zerstört wurde.

Um die Jahrhundertwende begann sich auch in Deutschland die Weihnachtskarte durchzusetzen. Davor schrieb man sich hier zu Festen sogenannte Wunschblätter. Das waren Briefbogen mit gedruckten Randornamenten und oft einem Bild, in die handschriftlich Grüße oder Gedichte eingesetzt wurden. In den Schulen wurden üblicherweise den Kindern Glückwünsche diktiert wurden, die sie kalligraphisch besonders schön gestalteten und ihren Eltern zum Fest überreichten.

Mince Pies

Freitag, Dezember 18th, 2020

Zum 18. Kalendertürchen

Mince Pies

Mince Pies gelten als ein Leibgericht des Weihnachtsmannes. Ein oder zwei Mince Pies werden traditionell am Heiligen Abend vor den Kamin gestellt, gemeinsam mit einem Glas Sherry, Brandy oder Milch und einer Karotte für die Rentiere, um sich für die mit Geschenken gefüllten Strümpfe zu bedanken.

Mince Pies sind kleine Gebäckstücke gefüllt mit einer Fruchtmischung. Sie können sowohl aus Mürbeteig als auch aus Blätterteig bestehen. In der Regel sind sie mit Teig gedeckt. Die englischen Mince Pies haben einen Durchmesser von 5 bis 7 Zentimetern, in den USA sind sie meist deutlich größer (bis zu 25 Zentimeter). Der Name leitet sich von der Füllung ab, die als Mincemeat (wörtlich: gehacktes Fleisch) bezeichnet wird, obwohl sie kein Fleisch enthält.

Home made mincemeat.

Foto: Stuart Caie, flickr

Ein typischer Mince Pie ist mit getrockneten Früchten wie Rosinen, Korinthen, Aprikosen, Kirschen und kandierten Früchten gefüllt, außerdem mit gehackten Nüssen wie Walnüssen sowie Mandeln. Gewürzt wird die Mischung mit Zimt oder Muskatnuss. Oft enthält sie etwas Alkohol, üblicherweise Brandy oder Rum. Als Fett dient traditionell Rindernierentalg. Der fertige Mince Pie wird mit Zuckerguss oder Puderzucker garniert. Noch warm serviert man ihn mit Brandy Butter.

Mince Pies gehen auf ein mittelalterliches Gebäck namens Chewette zurück. Chewettes wurden entweder gebacken oder gebraten und waren gefüllt mit Leber oder Fleischstücken vermischt mit gekochten Eiern und Ingwer. Als Variante füllte man die Chewettes mit getrockneten Früchten und anderen süßen Zutaten. Im 16. Jahrhundert entwickelten sie sich zu einer Weihnachtspezialität. Während des 17. Jahrhunderts wurde die Leber und das Fleisch immer öfter durch Nierenfett ersetzt, seit dem 19. Jahrhundert hat sich die süße Form in Großbritannien und Nordamerika weitgehend als typischer Mince Pie durchgesetzt. Seit dem 19. Jahrhundert sind Mince Pies mit Fleisch nicht mehr üblich.

rezept
Für die Füllung die folgenden Zutaten eine Woche lang einlegen und dabei ein Mal täglich umrühren:

  • je 70 g Rosinen und getrocknete, zerkleinerte Feige
  • je 30g brauner Zucker, Orangeat, Korinthen und gehackte Mandeln

  • 1 Schale einer unbehandelten Orange
  • je 1 TL Zimt, Muskat, Nelkenpulver
  • 100 ml Brandy

Für den Teig:

  • 160 g Mehl
  • 50 g Butter
  • 2 Eier (etwas verquirltes Ei beiseite stellen)
  • 4 TL Wasser
  • 2 MSP Salz

Verkneten und eine Stunde kühl stellen.
Dann wird der Teig auf wenig Mehl 2 mm dick ausgewalzt und 9 Kreise von 9 cm (als Boden) und 9 Kreise von 6 cm Durchmesser (als Deckel) ausgestochen. Die Füllung wird auf die Böden verteilt, der Deckel aufgelegt und mit dem überstehenden, mit etwas Ei bestrichenen Boden verklebt.
Bei ca. 200 °C 25 Min. backen, leicht abkühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.Mince Pies, Petr Kratochvil

Jetzt fehlt nur noch eine Brandy-Creme:

  • 125 g Frischkäse
  • 2 cl Brandy
  • 100 g Puderzucker
  • Vanillearoma nach Geschmack

Have a very british christmas time 🙂

Wie iech mich of Weihnachten fraa – Weihnachten im Vogtland

Donnerstag, Dezember 17th, 2020

Zum 17. Kalendertürchen

Moosmann

Ein Symbol der vogtländischen Weihnacht ist unter anderem der Moosmann. Obwohl er für das gesamte Vogtland typisch ist, stellt er nur noch in einigen Gegenden lebendigen Brauch dar. In manchen Waldgebieten des Vogtlandes wird der Moosmann als Träger des Weihnachtslichtes noch heute gebastelt.

Kernstück der Figur ist der sogenannte „Bankert“, ein einfaches Holzskelett aus ungefügem Rumpf mit angenagelten Armen und eingefügten Beinen. Hände und Füße, meist von Schnitzern bezogen, die ihr Handwerk verstehen. Auch die Köpfe lieferten die Schnitzer selbst, sofern die Bastler keinen Kopf aus Porzellan oder aus Zelluloid mochten Der Moosmann erhielt von der Frau des Schnitzers einen Anzug aus Pappe, der mit Moos beklebt war. Im Laufe von Jahren sind Moosmänner in der Gestalt von Ritter, Soldaten, Jägern, Förstern und Waldgängern entstanden. Die anstelle eines Weihnachtslichtes einen kleinen Drehturm, einen Schwibbogen oder ein Tannenbäumchen trugen. Was aber alle gemeinsam hatten, war das Kleid aus grünem Moos aus dem Heimatwald.

Der Moosmann als Weihnachtsfigur geht auf den Moosmann der Sage zurück, der – selbst in tiefster Not lebend – guten Menschen in ihrer Armut jederzeit helfend zur Seite stand. Moosmann und Moosweibel, nur drei Fuß hoch, lebten im tiefen Wald unter Baumstöcken und in Höhlen, nährten sich kümmerlich von Wurzeln und Früchten des Waldes und kleideten sich notdürftig mit Moos und Tannenzweigen. Sie hatten nur einen Feind, den „Wilden Jäger“. Vor ihm und seinem Gefolge waren sie sicher unter den Baumstämmen und -stöcken, in die die Holzhauer drei Kreuze geschlagen hatten.
Den Menschen waren die Moosleute freundlich gesinnt. Sie halfen besonders den Armen, und das Laub (drei Handvoll mussten es sein), mit dem sie gute Taten belohnten, verwandelte sich in reines Gold, sodass die Not der armen Waldbewohner ein Ende nahm.
In der Weihnachtszeit fliehen die Moosmännchen aus dem unwirtlichen, verschneiten Wald zu den Menschen in die weihnachtlichen Stuben und bleiben dort die zwölf Unternächte lang, um dann wieder in ihren geliebten und so nützlichen Wald zurückzukehren.

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Moosmaa_1

Moosmaa in Grünbach

Im östlichen Vogtland, wo sich nach 1945 die Volkskunst des Schnitzens unter staatlicher Förderung stark entwickelt hat, sind vor allem die im Deutschen Kulturbund vereinten Falkensteiner Schnitzer und auch die Grünbacher Schnitzer mit Erfolg darangegangen, den fast in Vergessenheit geratenen Moosmann zu neuem Leben zu erwecken, ihn ganz aus Lindenholz zu schnitzen und ihm ein der Sage gemäßes Aussehen zu geben. Dabei entstanden sicher ungezählte Figuren für das Zimmer.
Eine überlebensgroße Holzfigur des Moosmannes haben die Grünbacher Schnitzer geschaffen. Sie ist immer zur Weihnachtszeit etwa in Dorfmitte aufgestellt.

Der erste dokumentarische Nachweis des Moosmannes als Weihnachtsfigur stammt aus dem Jahre 1840.
In einem 22 Strophen langen Gedicht, das der Falkensteiner Bürger Friedrich Eimert schrieb, führt der Moosmann selbst heftige Klage darüber, daß er zwei Jahre lang unbeachtet im Dachboden in der Gesellschaft allerlei Ungeziefers habe leben müssen und daß ihm Fremde wie Einheimische nicht mehr die nötige Achtung entgegenbrächten:

Zwei Jahre hab ich nun gestanden auf dem Boden unterin Dach.
Keiner hätt es ausgestanden, ach das war die größte Plag.
Die Schönecker auf der Straße tun mich oft gar sehr verhöhn,
zupft euch nur an eurer Nase, mich nur spotten ist nicht schön!

In einem Bericht über Weihnachten in Falkenstein aus dem Jahre 1868 wird mit Stolz ein Moosmann geschildert, dessen Rock und Hose mit Moos beklebt waren, der eine Kerze in der Hand hielt und i Meter hoch war. Für das Jahr 1867 ist belegt, daß in Reichenbach arme Kinder Moosmänner bastelten, die sie auf dem Christmarkt feilboten, um sich einige Groschen zu verdienen. Überhaupt scheint zu dieser Zeit in Reichenbach der Brauch allgemein üblich gewesen zu sein, zu Weihnachten kleine Moosmänner auf den Tisch zu stellen. In den folgenden Jahren gewann der Moosmann an Ansehen, so daß er häufiger hergestellt wurde.

Ein rotnasiges Rentier erobert die Welt

Donnerstag, Dezember 10th, 2020

Zum 10. Kalendertürchen

Rudolph - Manuskript

Rudolph – das Originalmanuskrit

Rudolph, the Red-Nosed Reindeer basiert auf einem Malbuch für Kinder, das als Anzeigen-Kampagne für die Kaufhauskette Montgomery Ward aus Chicago gedacht war. Der mit Kinderliedern vertraute Autor Robert Lewis May, seit 1935 als Anzeigenverfasser bei der Kaufhauskette, hatte sich für die Geschichte mit Rudolph, dem rotnasigen Rentier entschieden.

Am Anfang gefiel diese Idee seinem Chef überhaupt nicht, aber May wollte weiter daran arbeiten und Ende August war es dann soweit. Die letzten Zweifel waren ausgeräumt und die Geschichte vom jungen Rentier mit der leuchtenden Nase wurde zu Weihnachten 1939 veröffentlicht.

Allein 2,5 Millionen Exemplare wurden in den kommenden Monaten verkauft. Die Kinder waren begeistert von Rudolph und seiner leuchtenden Nase. Während des 2. Weltkriegs fiel die Geschichte in eine Art »Winterschlaf« und erst 1946 wurde sie neu aufgelegt und abermals ein Erfolg. Rudolphs Popularität wuchs und wuchs…
May allerdings blieb im Schatten seines berühmten »Kindes«. Das Copyright gehörte Montgomery Ward & Co. und nicht dem Angestellten Robert L. May. Erst 1946, in einem Akt von Großzügigkeit, erhielt May das Copyright an seiner Geschichte von seinem Arbeitgeber…

Rodolph Manuskript

Rudolph – das Originalmanuskrit

1949 schrieb John Marks ein 113 Worte umfassendes Lied über Rudolph. Gene Autry nahm es auf; es verkaufte sich über 2 Millionen mal und wurde Nummer 1 der Hitparade. Seither haben eigentlich alle amerikanischen Gesangsgrößen dieses kleine Lied gesungen, allen voran immer wieder Bing Crosby.

Glögg – Glühwein mit Zimt und Apfel

Mittwoch, Dezember 9th, 2020

Zum 09. Kalendertürchen

Skandinavischer Glühwein mit Zimt und Apfel
Zutaten:

    Glögg, nordische Glühweinvariante

    Glögg, nordische Glühweinvariante

  • 30 g frischer Ingwer
  • 0,4 l Weißwein
  • 0,2 l Kornbrand
  • 1 Teel. Kardamomkapseln
  • 2 Zimtstangen
  • 4 Gewürznelken
  • 8 St. Würfelzucker
  • 0,15l Weinbrand
  • 1 Apfel

Zubereitung:

  • Ingwer schälen und in Stücke schneiden.
  • Weißwein mit Korn erhitzen (nicht kochen!), Gewürze zugeben, 5 Min. ziehen lassen.
  • Zutaten (außer Zimt) herausnehmen, Apfel in grobe Stücke schneiden.
  • Würfelzucker in einen kleinen Topf geben, mit dem Weinbrand übergießen, Apfelstücke dazu geben.
  • Mit einem langen Streichholz anzünden und den Zucker schmelzen lassen.
  • Apfel-Zucker zum Wein gießen, den „Glögg“ in Gläser füllen und warm servieren.

Die traditionelle, nordische Glühweinvariante

Dienstag, Dezember 8th, 2020

Zum 08. Kalendertürchen

Es riecht wie Glühwein, es sieht aus wie Glühwein, es schmeckt aber viel besser als Glühwein. Was kann das sein? Die Rede ist von Glögg, der skandinavische Variation des alkoholischen Heißgetränks. Eigentlich ist es erstaunlich, dass dieses Gebräu seinen Ursprung in Schweden hat, einem Land, in dem der Alkohol nur rationiert verkauft werden darf.

Glögg wird wie in Deutschland der Glühwein bevorzugt in der kalten Jahreszeit getrunken. Die Basis dieses köstlichen Trunks ist Rotwein kombiniert mit Korn, Rum oder Wodka und abgeschmeckt mit den klassischen Weihnachtsgewürzen wie Zimt, Ingwer, Nelken oder Anis. Der Clou an dem nordischen Heißgetränk sind die Mandeln und Rosinen, die dem Glögg beigemengt werden.

Das Geheimnis eine guten Glögg ist, dass es kein Geheimnis gibt. Einfach alle Zutaten in einen Topf werfen und erwärmen, aber nicht zum Kochen bringen, sonst verflüchtigt sich der Alkohol. Die Höhe des Alkoholgehaltes bestimmt der Braumeister selber und kann durch in Rum oder Madeira eingelegte Rosinen dezent erhöht werden.

(c) Mr.Choppers @ Wikimedia

(c) Mr.Choppers @ Wikimedia

Dann heizt der schwedische Glühwein erst richtig ein. Aber schließlich haben es unsere nordischen Nachbarn in den Wintermonaten auch besonders kalt. Das leckere Heißgetränk wird bevorzugt in geselliger Runde getrunken, ebenso wie bei seinem deutschen Verwandten.

Die Skandinavier lieben es süß und das gilt auch für ihre Glühweinvariante. Lieblicher Rotwein oder ganz einfach Zucker werden gerne zur richtigen Geschmackbildung verwendet. Glögg zu brauen ist keine Zauberei, vielmehr sollte man eine gehörige Portion Kreativität und Mut zur Verschwendung von Hochprozentigem mitbringen. Na dann, Skål!

 

Wie der Spekulatius entstand

Sonntag, Dezember 6th, 2020

Zum 06. Kalendertürchen

Spekulatiusform

Spekulatiusform

Dem Hausbesuch des heiligen Nikolaus beim Einkehrbrauch entspricht die bischöfliche Visitation, bei der sich der Bischof durch eigenen Augenschein von der pastoralen Verhältnissen in einer Gemeinde überzeugt. Der Bischof tritt dabei als »Spekulator« (lat. speculari = spähen, sehen, gewahr werden), Beobachter, auf und ist gleichzeitig Vorbild.

Ein spezielles Gebildebrot, der Spekulatius, scheint seinen Namen deshalb zu haben, weil es meist den Bischof, der auch den Titel »Spekulator« trug, in repräsentativer Form, oft hoch zu Ross, wiedergab.

Eine andere Ableitung bezieht sich auf lat. speculum = Spiegel, wegen der spiegelbildlichen Darstellungen, die in den Backformen eingeschnitten sind.

Der Spekulatius ist ein Formgebäck aus dem holländisch-niederrheinischen Gebiet, welches es durch die Benutzung von Modeln, in die der Teig hineingepresst wird, entsteht. Dargestellt werden der Heilige, Szenen der Legende und regionale Motive.

Die Modeln aus Holz und Ton lassen sich bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Die Herstellung war aufgrund der hohen Gewürzpreise bis nach dem zweiten Weltkrieg recht teuer und das Gebäck für die breite Bevölkerung nicht immer erschwinglich. Es hatte den Ruf einer exotischen und wertvollen Spezialität, wird aber seit Jahren auch zu St. Martin, im Advent und Weihnachten gereicht.

nach Informationen von nikolaus-von-myra.de