Archive for the ‘Gedichte’ Category

Was Weihnachten ist

Sonntag, Dezember 17th, 2017

Zum 17. Kalendertürchen

Was Weihnachten ist

Was Weihnachten ist haben wir fast vergessen.
Weihnachten ist mehr als ein festliches Essen.
Weihnachten ist mehr als Lärmen und Kaufen,
durch neonbeleuchtete Strassen laufen.

Weihnachten ist: Frieden, vergessene Stille,
ein zum Guten sich öffnender Wille.
Ist Atemholen im Alltagshasten,
in dunklen Tagen ein kurzes Rasten.

Weihnachten ist: Zeit für Kinder haben,
und auch für Fremde mal kleine Gaben.
Weihnachten ist mehr, als Geschenke schenken,
Weihnachten ist: mit dem Herzen denken.

Und alte Lieder beim Kerzenschein,
SO SOLLTE WEIHNACHTEN SEIN.

Historischer Weihnachtsmarkt in Leipzig

Historischer Weihnachtsmarkt in Leipzig - als Kalender und Karte käuflich von Brück & Sohn

Das Dorf im Schnee

Samstag, Dezember 16th, 2017

Zum 16. Kalendertürchen

Das Dorf im Schnee
Klaus Groth (1819-1899)

Still, wie unterm warmen Dach,
Liegt das Dorf im weißen Schnee;
In den Erlen schläft der Bach,
Unterm Eis der blanke Schnee.

Weiden steh’n im weißen Haar,
Spiegeln sich in starrer Flut;
Alles ruhig, kalt und klar
Wie der Tod der ewig ruht.

Weit, so weit das Auge sieht,
keinen Ton vernimmt das Ohr,
Blau zum blauen Himmel zieht
Sacht der Rauch vom Schnee empor.

Möchte schlafen wie der Baum,
Ohne Lust und ohne Schmerz;
Doch der Rauch zieht wie im Traum
Still nach Haus mein Herz.

Dorf im Schnee

Ein Wintergedicht

Freitag, Dezember 15th, 2017

Zum 15. Kalendertürchen

Ein Wintergedicht

Ich seh‘ Flocken fallen, vom Himmel hoch,
in sanften Wiegen, leicht und gemach.
Sie decken Wälder und Wiesen zu
mit ihrer weißen Pracht.

Schneemann

Der Schneemann, belebt von Kinderhand,
hebt lachend seinen Stock.
Ein Häschen hoppelt zu ihm heran,
schaut mutig zu ihm hoch.

„Ach Schneemann, du großer, starker Wicht,
gib mir deine Nase jetzt.
Siehst du nicht, dass ich hungern muss
hältst du die Rübe fest?“

Der Schneemann erbarmt sich des Häschens Leid
und schüttelt seinen Schopf.
Die Rübe fällt ihm aus dem Angesicht,
dem Häschen fast auf den Kopf.

„Dank dir lieber Schneemann, Dank.
Du rettest das Leben mir.
Der Winter ist so furchtbar kalt,
ich will wärmen dich dafür.“

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Der Schneemann lächelt von oben herab
und brummt dem Häschen zu:
„Die Wärme ist für dich angenehm,
aber mir gibt die Kälte Ruh.“

„Zieh‘ weiter, mein Häschen, zieh weiter geschwind,
such dir einen Schlafplatz zur Ruh‘.
Und träum von mir, deinem großen Freund.
Die Sterne schauen dir zu.“

„Sie blinken herab in dunkler Nacht,
und leuchten am Firmament.
Sie schenken dir Träume, wie du sie magst,
bis an dein Lebensend.“

Auf die nunmehr angekommene kalte Winterszeit

Donnerstag, Dezember 14th, 2017

Zum 14. Kalendertürchen

Der Winter hat sich angefangen,
der Schnee bedeckt das ganze Land,
der Sommer ist hinweggegangen,
der Wald hat sich in Reif verwandt.

Die Wiesen sind vom Frost versehret,
die Felder glänzen wie Metall,
die Blumen sind in Eis verkehret,
die Flüße stehn wie harter Stahl.

Wohlan, wir wollen wieder von uns jagen
durchs Feuer das kalte Winterleid!
Kommt, laßt uns Holz zum Herde tragen
und Kohlen dran, jetzt ist es dran.

Johann Rist (1607-1667)
Sonnenuntergang hinter dem Schloss Machern
Sonnenuntergang hinter dem Schloss Machern – Foto von Andeas. Danke 😉

Geschenke ;)

Donnerstag, Dezember 14th, 2017

Zum 14. Kalendertürchen

Zu einem Schlafrock
Ottilie Wildermuth (1817 – 1877)

Das scheint ein schläfrig Angedenken:
Zu Weihnacht einen Schlafrock schenken!
Doch führet dieser gute Kittel
Ja ganz im Unrecht seinen Titel.
Du sollst ihn nicht zum Schlafen tragen,
nein, nur zu häuslichem Behagen,
dass er im Kämmerlein, im stillen,
bequem und warm dich soll umhüllen.
Darum verschmäh’ nicht das Gewand,
(das alte ist im bösen Stand!)
Und möge er dir lieber sein
Als Tand und bunte Stickerei’n.
Geschenke