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Ein Wintergedicht

Freitag, Dezember 15th, 2017

Zum 15. Kalendertürchen

Ein Wintergedicht

Ich seh‘ Flocken fallen, vom Himmel hoch,
in sanften Wiegen, leicht und gemach.
Sie decken Wälder und Wiesen zu
mit ihrer weißen Pracht.

Schneemann

Der Schneemann, belebt von Kinderhand,
hebt lachend seinen Stock.
Ein Häschen hoppelt zu ihm heran,
schaut mutig zu ihm hoch.

„Ach Schneemann, du großer, starker Wicht,
gib mir deine Nase jetzt.
Siehst du nicht, dass ich hungern muss
hältst du die Rübe fest?“

Der Schneemann erbarmt sich des Häschens Leid
und schüttelt seinen Schopf.
Die Rübe fällt ihm aus dem Angesicht,
dem Häschen fast auf den Kopf.

„Dank dir lieber Schneemann, Dank.
Du rettest das Leben mir.
Der Winter ist so furchtbar kalt,
ich will wärmen dich dafür.“

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Der Schneemann lächelt von oben herab
und brummt dem Häschen zu:
„Die Wärme ist für dich angenehm,
aber mir gibt die Kälte Ruh.“

„Zieh‘ weiter, mein Häschen, zieh weiter geschwind,
such dir einen Schlafplatz zur Ruh‘.
Und träum von mir, deinem großen Freund.
Die Sterne schauen dir zu.“

„Sie blinken herab in dunkler Nacht,
und leuchten am Firmament.
Sie schenken dir Träume, wie du sie magst,
bis an dein Lebensend.“

Im Schnee, Keller

Donnerstag, Dezember 7th, 2017

Zum 07. Kalendertürchen

Wie naht das finster türmende
Gewölk so schwarz und schwer!
Wie jagt der Wind, der stürmende,
Das Schneegestöber her!

Verschwunden ist die blühende
Und grüne Weltgestalt;
Es eilt der Fuß, der fliehende,
Im Schneefeld naß und kalt.

Wohl dem, der nun zufrieden ist
Und innerlich sich kennt!
Dem warm ein Herz beschieden ist,
Das heimlich loht und brennt!

Wo, traulich sich dran schmiegend, es
Die wache Seele schürt,
Ein perlend, nie versiegendes

Gottfried Keller (1819-1890)

Allein in der Kälte_1024

Allein in der Kälte im Januar 2009 bei -8 Grad

Das Wintermärchen

Mittwoch, Dezember 6th, 2017

Zum 06. Kalendertürchen

Seit Tagen hat es nun geschneit,
bitter kalt ist’s weit und breit.
Vom Dach hängen aus Eis Zapfen,
im Schnee die Kinder fröhlich stapfen.

Der kleine See ist endlich zugefroren,
ein Schlittschuhläufer hat ihn für sich auserkoren.
Am kleinen Hang, sieh gleich dort drüben
ist ein Skiläufer am Üben.

Von den Bäumen leise fällt der Schnee,
nach Futter sucht ein scheues Reh.
Wie im Märchen uns dieser Tag erscheinen mag,
dieser eiskalte, wunderschöne Wintertag.

Elise Hennek

Einsames Schneeschieberlein.

2009 – Einsames Schneeschieberlein in Taucha auf dem Schöppenteich
Er widerlegt die boshaften Behauptungen, dass ein Winterdienst in LE nicht vorhanden sei.
Ups (ich vergaß fast…) er putzt doch nur seine Eislaufbahn NICHT in Leipzig.

Zwiespältig

Montag, Dezember 4th, 2017

Zum 04. Kalendertürchen

Vom Christkindmarkt erklingen Weihnachtslieder,
und Kinderaugen staunen Schätze an.
Vom Winterhimmel fällt ein Sternchen nieder,
und durch das Kaufhaus geht der Weihnachtsmann.

Horch, aus der Kirche tönt nun Orgelklang,
von dem Altar steigt auf der Weihrauchduft.
Es mischt sich mit der Engel Lobgesang
das Glockenläuten in der kalten Luft.

Doch als ich angefragt bei vielen Leuten,
was Weihnachtstage wohl für sie bedeuten,
da zeigten wortlos sie aufs Portmonee:

Familienfeier, Stress und Kauferei,
Geschenke, Urlaub, ein paar Tage frei –
Der Sinn? – Erholung. „Schön wär jetzt noch Schnee.“

von Gisela Schäfer

Der erste Schnee des Winters 2014

Der erste Schnee des Winters 2014 – Vielen Dank an Strohhut Pictures