Kurweihnacht – Adventsglühen in der Obermühle Bad Düben 2017

Weihnachtsmarkt ist aufgebaut,
Zuckerhäuschen wo man schaut.
Lichter zart mit warmem Schein,
dringen in die Herzen ein.
Atmosphäre, die man kennt,
stiller Zauber im Advent.

Wie an anderer Stelle schon erwähnt wohne ich nicht mehr in Leipzig, weshalb ich vermutlich u.a. deshalb nicht mehr auf den Weihnachtsmarkt komme. Ganz verzichten will ich auf das Gedränge zwischen Bratwurst- und Glühweinbuden aber nicht – also haben wir uns umgesehen, wo im näheren Umfeld Weihnachtsmärkte sind

Obermühle

Adventglühen an der Obermühle

Gegen die Kälte: Feuerkörbe

15 Minuten brauchen wir mit dem Auto bis nach Bad Düben, bisher war ich fast nur zu Mühlentagen da. Kinderkarusell und kleine Eisenbahn, eine Handvoll Glühweinstände, eine Hütte mit Flammlachs ohne Menschenmassen davor (trotzdem Gedrängel auf dem kleinen Areal im Kurpark und an der alten Wassermühle), wenige Krempelstände und leider keine Kräppelchen, aber jede Menge Feuerkörbe.
Das war der erste ‚Ausflug‘, seit wir im September umgezogen sind. Nach nicht mal zwei Stunden waren wir durch, die Füße waren kalt und ich war zufrieden.

Andrzejki

In Polen wird die Andreasnacht – genannt Andrzejki – vor allem von Jugendlichen sehr oft ausgiebig begangen, weil sie als letzte Feier vor dem Beginn der besinnlichen Adventszeit betrachtet wird.

Wachsgießen in Polen

Zahlreiche unverheiratete Mädchen und Frauen frönen in der Nacht vom 29. zum 30. November mystischen Bräuchen und Spielen und versuchen auf vielerlei Weise, die Zukunft zu deuten. Auf einer Andrzejki-Party wird meist Wachs erhitzt und durch das Loch eines Schlüssels in kaltes Wasser gegossen. Die sich daraus ergebende Wachsfigur wird anschließend von einer Wahrsagerin auf verschiedene Art und Weise interpretiert.
Für eine andere Form der Vorhersage werden zwei kleine Kerzen in die leeren Hälften einer Walnuss gestellt und, während an eine gemeinsame Zukunft mit dem Auserwählten gedacht wird, in eine Schüssel mit Wasser gestellt. Bewegen sich die Hälften aufeinander zu, wird das als gutes Zeichen gedeutet, bewegen sie sich voneinander weg, steht die Beziehung unter keinem guten Stern.
Oft wird auch aus den Schuhen aller anwesenden Mädchen eine Schlange bis zur Tür gebildet. Immer jeweils den letzte Schuh setzt man an die Spitze dieser Schlange. Das Mädchen, dessen Schuh die Tür berührt, wird bald heiraten.
Ob das folgende Jahr Liebe, Heirat oder Reichtum bringt, soll ein Spiel mit vier Tassen zeigen. Unter drei der Tassen werden eine Münze, ein Blatt und ein Bild gelegt, unter einer Tasse bleibt der Platz leer. Danach werden die Tassen gemischt und eine gewählt. Das Bild bedeutet Liebe, das Blatt Heirat und die Münze Reichtum. Ist nichts unter der Tasse, bleibt alles, wie es ist.

»Schau in der Andreasnacht
was für Gesicht das Wetter macht.«

Martinstag – Beginn der kirchlichen Weihnachtszeit

Der Heilige Martin - Martin von Tours

Am Martinstag erinnern wir an den Heiligen Martin von Tours. Er wurde Anfang des vierten Jahrhunderts in Ungarn, in dem damals zum römischen Weltreich gehörenden Sabaria geboren. Während seiner Zeit als römischer Legionär nahm er den christlichen Glauben an. Später wurde er Mönch und im Jahre 372 n. Chr. Bischof von Tours. Er verstarb 397 in Candes. Seine Berühmtheit verdankt er folgender Legende:

An einem Februarmorgen kehrte der 22jährige Martin mit seinem Burschen von einem nächtlichen Ritt heim. Es war ein harter Winter mit klirrendem Frost, und ein heftiger Schneesturm blies den Reitern ins Gesicht. Überall lag hoher Schnee und Eiszapfen hingen von den Bäumen. Gerade als die beiden zum Stadttor hineinwollten, schwankte aus einer Nische im Torbogen ein zerlumpter und vor Kälte zitternder Bettler hervor. Das zerfetzte Gewand bedeckte kaum seine Blöße, er schien halb erstarrt vor Frost. „Eine Gabe, guter Herr“, bettelte der Fremde. Martin hatte kein Geld bei sich, weil er gerade seinen ganzen Sold an arme Bauern verschenkt hatte, damit sie ihre Steuern zahlen konnten. So nahm er seinen weiten Mantel und halbierte ihn mit einem Schwertstreich. Die eine Hälfte warf er dem Bettler über die Schultern. Als der Bettler sich bedanken wollte, ritt Martin mit seinem Teil des Umhangs davon.

Die Legende sagt, dass Martin wegen seiner Wohltätigkeit überall bekannt war. Als der Bischof von Tours starb, wollte man Martin zum Nachfolger wählen, aber Martins Bescheidenheit war so groß, dass er sich im Gänsestall versteckte. Die Menschen suchten überall und in der Nacht auch mit Laternen nach dem guten Mann. Und als die Gänse sich laut kreischend über den Eindringling beschwerten, fand man Martin dann auch. 371 nach Christus wurde Martin der Bischof von Tours.
Am 8. November 397 starb Martin im Alter von 81 Jahren auf einer Visite in Candes, einer Stadt seines Bistums. Er wurde am 11. November in Tours unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt.

Tomb of Saint Martin of Tours in the crypt of the basilica

Grab des heiligen Martin in der Krypta der neobyzantinischen Kirche Saint-Martin de Tours

Sein Andenken überdauerte die Jahrhunderte: Noch heute folgt man mit Liedern und Laternen dem Martinsmann und verspeist anschließend seine Verräter, die Gänse.

Aprpos Martinsgans: auf kochmix.de findet ihr etliche Rezepte, mit denen ihr die verrätisches Gans als Martinsgans in die Pfanne hauen könnt ;). Um mich nicht selbst in die Pfanne zu hauen (der Abmahnwahn treibt komische Blüten), verzichte ich an dieser Stelle auf Geschichten, Reime oder Martinslieder für Laternenumzüge – aber man findet einige auf martin-von-tours.de

Ultimative Tips für Lamettaliebhaber ;)

1. Nach der Bescherung ist vor der Bescherung! Als echter Weihnachts-Fan solltest Du bereits am ersten verkaufsoffenen Tag nach der Geschenkübergabe mit dem Präsente-Kauf für das Fest im nächsten Jahr anfangen!

2. Stell „Jingle Bells“ als Klingelton mit voller Lautstärke auf deinem Handy ein und nimm Anrufe immer erst dann entgegen, wenn alle Strophen komplett gespielt wurden – das gilt auch und vor allem in öffentlichen Verkehrsmitteln!

3. Ernähre Dich das ganze Jahr über von Dominosteinen, Spekulatius, Stollen und Entenbraten! Vielleicht kannst Du ja einen Fernsehsender überzeugen, einen Dokumentarfilm über Dein Projekt zu drehen, der jedes Jahr zu Weihnachten wiederholt wird.

4. Um deinem Ernährungs-Projekt einen authentischen Rahmen zu verpassen, solltest Du außerdem in ein Lebkuchenhaus ziehen!

5. Begegnen Dir auf der Straße Eltern, die ihre Kinder für alt genug halten, um sie darüber aufzuklären, dass es Santa gar nicht gibt, beginne sofort, aus vollem Hals so lange „Lügner! Lügner! Lügner!“ zu schreien, bis ihre Kinder zu weinen anfangen und sie das Weite suchen!

6. Starte eine Petition zur Abschaffung von Ostern. Fordere, stattdessen „Weihnachten II“ zu feiern!

7. Schmücke nicht nur deinen eigenen Baum mit Lametta, sondern such Dir ein passendes Waldstück in Deiner Umgebung, das Du verzieren kannst. Alles, was Du dazu brauchst, sind einige Tonnen Lametta, einen Pilotenschein und ein Löschflugzeug. Dort, wo üblicherweise das Löschwasser transportiert wird, kommt nun einfach das Lametta rein – bereit zum Abwerfen.

8. Übernachte am Tag bevor im Supermarkt die Weihnachts-Fressalien aufgebaut werden vor dem Laden, um morgens als Erster reinzukommen und den gesamten Bestand aufzukaufen! Wozu das alles? Siehe Punkt 3!

9. Lass im Büro das ganze Jahr über stimmungsvolle Weihnachtsmusik laufen, die Kollegen werden Dich dafür lieben.

10. Überbrücke das jährliche Sommerloch, indem Dir kontinuierlich die Dialoge aller jemals gedrehten Weihnachtsfilme auswendig lernst! Im Anschluss kannst Du auch damit Arbeitskollegen und Freunde beglücken.

11. Sammle geistreiche Sprüche und Reime, die man den Nörgeleien von Weihnachts-Hassern entgegensetzen kann, und trage sie in einem Buch zusammen.

12. Lege ab sofort nur noch Deodorants mit Zimtnote auf! Verwende Duschgel und Waschmittel mit Zimtaroma! Trage Zimtlatschen! Kaue Zimtkaugummi! Der Zimt-Wunderbaum in deinem Auto sollte alle 2 Tage gegen einen neuen ausgetauscht werden, damit der Geruch sich dauerhaft in den Polstern festsetzt und auch nachfolgende Besitzer noch etwas davon haben (siehe dazu auch Punkt 15).

13. Lerne die Übersetzungen des Wortes „Weihnachten“ in allen Landessprachen und Dialekten der Welt auswendig und sage die komplette Liste mehrmals täglich auf!

14. Versieh jede Einkaufsliste mit der Überschrift „Wunschzettel“ und lege sie Freunden, Bekannten und Verwandten wortlos auf den Tisch. Mit diesem einfachen Trick lässt sich im Alltag viel Geld sparen, das Du dann wieder in Geschenke investieren kannst.

15. Verkaufe Dein Fahrrad und Dein Auto und leg Dir ein Rentier-Gespann zu!

16. Zu jeder Faschingsparty konsequent als Weihnachtsmann zu gehen, ist nicht genug! Trage ab sofort nur noch Kleidung in den Farben Rot und Weiß und lass Dir einen Rauschebart wachsen (Frauen lassen vom Schönheitschirurgen ihrer Wahl einfach auf eine Transplantation vornehmen)!

17. Finde heraus, wo der echte Weihnachtsmann wohnt und befreunde Dich mit ihm! Vielleicht kannst Du bei ihm in Lehre gehen und später einmal seine Nachfolge antreten.

Quelle der Ultimativen Weihnachtstips: hip-hop.de. Danke 🙂

Lussekatter – Rezept

Zum 13. Kalendertürchen

Die Lussekatt (Plural lussekatter „Luciakatzen“), auch saffranskuse oder julkuse genannt, ist ein traditionelles schwedisches Gebäck, welches von seiner typischsten Zutat die deutlich safrangelbe Färbung erhält. Lussekatter werden traditionell zum Luciafest gebacken, das in Schweden ein wichtiger vorweihnachtlicher Feiertag ist und am 13. Dezember gefeiert wird.

lussekatt

Lussekatt – Foto: KJ Vogelius / flickr

Zutaten für schwedisches Safrangebäck

  • 150 g Butter
  • 3 Päckchen Safran (Tipp: am besten aus Schweden mitbringen – viel preiswerter)
  • 50 ml Milch
  • ein halber Teelöffel Salz
  • 125 g Zucker
  • 50 g Hefe
  • 850 g Mehl
  • eine halbe Tasse gewaschene Rosinen
  • eine halbe Tasse gehackte Mandeln (nach Belieben)
  • Zubereitung

  • Die Butter langsam zerlassen. Dann die Milch leicht erwärmen. Die 3 Päckchen Safran und 1 Prise Zucker in einem kleinen Teil der erwärmten Milch auflösen. In eine Rührschüssel gibt man die zerkleinerte Hefe; die erwärmte Milch unter Rühren zugeben bis die Hefe gelöst ist. Nun zerlassene Butter sowie die zuvor hergestellte Safranlösung zugeben und gut verrühren. Danach wird der Zucker und das Salz untergerührt.
  • Zum Schluss wird durchgesiebtes Mehl zugegeben. Den Teig gut durchkneten bis er Blasen wirft und sich vom Schüsselrand lösen lässt. Die Rosinen und nach Belieben die Mandeln einarbeiten. Den Teig zugedeckt eine 3⁄4 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen. Danach diesen gut durchkneten.
  • Nun lange Stangen rollen und zu einem „S“ formen. Je zwei „S“ kreuzweise aufeinander legen. Enden andrücken. In die Mulden Rosinen geben und mit geschlagenem Eigelb bepinseln. Auf ein gefettetes und mit Mehl bestäubtes Backblech legen. Bei 225-240 Grad ca. 7-10 Minuten backen.
  • LuciaKatze

    Findus als LuciaKatze

    Fertig!

    Jetzt muss man das Safrangebäck nur noch auf dem Backblech abkühlen lassen. Dazu trinkt man Kaffee oder Glögg.

    Lussekatter gibt es in vielen verschiedenen Formen. Bei der traditionellen und gewöhnlichsten Form, julgalten genannt, wird der Teigstrang an den Enden in entgegengesetzter Richtung aufgerollt, so dass er einem „S“ ähnelt. Dann wird in die Mitte jeder Schnecke eine Rosine gesetzt – so wie im Bild oben zu sehen.
    Wenn zwei derart geformte lussekatter nebeneinander gelegt werden, nennt man sie julvagn („Weihnachtswagen“); in Kreuzform arrangierte lussekatter heißen julkors („Weihnachtskreuz“).
    Andere Formen werden lindebarn, kyrkporten, prästens hår oder såkaka genannt.

    lussekatter

    Lussekatter – Formen

    Verschiedene Safrankunstwerke könnt Ich Euch auf Nybakat.se ansehen

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