Zum 13. Kalendertürchen

Der Name ‚Lucia‘ ist christlichen Ursprungs und kommt aus dem Lateinischen (lux = Licht, schwedisch: ‚Ijus‘). Über die Herkunft des Luciafestes gibt es viele Vermutungen. Mal wird Lucia als Heilige, mal als Teufel dargestellt; letzteres wohl bedingt durch die mögliche Ableitung des Namens Lucia von Luzifer. Der Grund, warum man Lucia am 13. Dezember feiert, ist kompliziert.
Eine der gängigen Versionen über Lucias Herkunft ist die Legende einer christlichen Jungfrau, die ihrer wunderschönen Augen wegen bekannt war. Als sich ein heidnischer Prinz in sie verliebte, opferte sie ihre Augen, um ihn um Christentum zu bekehren. Der von dieser Tat gerührte Prinz nahm den christlichen Glauben an. Gott soll Lucia daraufhin neue Augen geschenkt haben, die noch viel schöner waren, und so wurde Lucia zur Heiligen, die noch heute als Beschützerin der Augen angebetet wird.
Schenkt man einer anderen Geschichte Glauben, erhielt der 13. Dezember den Namen Lucia nach der jungen Lucia von Syrakus, die Anfang des 3. Jh. an diesem Tag ihres christlichen Glaubens wegen hingerichtet und hundert Jahre später heilig gesprochen wurde. Die der heutigen Tradition nahestehende Legende erzählt von einer mutigen Christin, die vor fünfhundert Jahren mit einer Lichterkrone die dunkle Dezembernacht erhellte. Sie brachte bei Nacht Essen zu ihren Glaubensgenossen, die in Katakomben Schutz vor ihren Verfolgern gesucht haben. Um beide Hände zum Tragen ihrer Last frei zu haben, setzte sich Lucia einen Lichterkranz auf ihr Haupt. Wie und wann die Lucialegende in den Norden kam, weiß man nicht. Anfangs spielte Lucia nur eine kleine Statistenrolle in der Vorweihnachtszeit.
Wenn über Wege tief beschneit
Der Schlitten lustig rennt,
Im Spätjahr in der Dämmerzeit,
Die Wochen im Advent,
Wenn aus dem Schnee das junge Reh
Sich Kräuter sucht und Moose,
Blüht unverdorrt im Frost noch fort
Die weiße Weihnachtsrose.
Kein Blümchen sonst auf weiter Flur;
In ihrem Dornenkleid
Nur sie, die niedre Distel nur
Trotzt allem Winterleid;
Das macht, sie will erwarten still,
Bis sich die Sonne wendet,
Damit sie weiß, daß Schnee und Eis
Auch diesmal wieder endet.
Doch ist’s geschehn, nimmt fühlbar kaum
Der Nächte Dunkel ab,
Dann sinkt mit einem Hoffnungstraum
Auch sie zurück ins Grab.
Nun schläft sie gern, sie hat von fern
Des Frühlings Gruß vernommen,
Und o wie bald wird glanzumwallt
Er sie zu wecken kommen!
Herrmann von Lingg (1820 – 1905)

Christrose
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Gedichte |
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Zum 13. Kalendertürchen
Die Lussekatt (Plural lussekatter „Luciakatzen“), auch saffranskuse oder julkuse genannt, ist ein traditionelles schwedisches Gebäck, welches von seiner typischsten Zutat die deutlich safrangelbe Färbung erhält. Lussekatter werden traditionell zum Luciafest gebacken, das in Schweden ein wichtiger vorweihnachtlicher Feiertag ist und am 13. Dezember gefeiert wird.

Findus als LuciaKatzeLuciaKatze
Zutaten für schwedisches Safrangebäck
150 g Butter
3 Päckchen Safran (Tipp: am besten aus Schweden mitbringen – viel preiswerter)
50 ml Milch
ein halber Teelöffel Salz
125 g Zucker
50 g Hefe
850 g Mehl
eine halbe Tasse gewaschene Rosinen
eine halbe Tasse gehackte Mandeln (nach Belieben)
Zubereitung
Die Butter langsam zerlassen. Dann die Milch leicht erwärmen. Die 3 Päckchen Safran und 1 Prise Zucker in einem kleinen Teil der erwärmten Milch auflösen. In eine Rührschüssel gibt man die zerkleinerte Hefe; die erwärmte Milch unter Rühren zugeben bis die Hefe gelöst ist. Nun zerlassene Butter sowie die zuvor hergestellte Safranlösung zugeben und gut verrühren. Danach wird der Zucker und das Salz untergerührt.
Zum Schluss wird durchgesiebtes Mehl zugegeben. Den Teig gut durchkneten bis er Blasen wirft und sich vom Schüsselrand lösen lässt. Die Rosinen und nach Belieben die Mandeln einarbeiten. Den Teig zugedeckt eine 3⁄4 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen. Danach diesen gut durchkneten.
Nun lange Stangen rollen und zu einem „S“ formen. Je zwei „S“ kreuzweise aufeinander legen. Enden andrücken. In die Mulden Rosinen geben und mit geschlagenem Eigelb bepinseln. Auf ein gefettetes und mit Mehl bestäubtes Backblech legen. Bei 225-240 Grad ca. 7-10 Minuten backen.

Lussekatter – Formen
Fertig!
Jetzt muss man das Safrangebäck nur noch auf dem Backblech abkühlen lassen. Dazu trinkt man Kaffee oder Glögg.
Lussekatter gibt es in vielen verschiedenen Formen. Bei der traditionellen und gewöhnlichsten Form, julgalten genannt, wird der Teigstrang an den Enden in entgegengesetzter Richtung aufgerollt, so dass er einem „S“ ähnelt. Dann wird in die Mitte jeder Schnecke eine Rosine gesetzt – so wie im Bild oben zu sehen.
Wenn zwei derart geformte lussekatter nebeneinander gelegt werden, nennt man sie julvagn („Weihnachtswagen“); in Kreuzform arrangierte lussekatter heißen julkors („Weihnachtskreuz“).
Andere Formen werden lindebarn, kyrkporten, prästens hår oder såkaka genannt.
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Zum 12. Kalendertürchen

von Christian Morgenstern (1871-1914)
Ein Seufzer lief Schlittschuh auf nächtlichem Eis
und träumte von Liebe und Freude.
Es war an dem Stadtwall, und schneeweiß
glänzten die Stadtwallgebäude.
Der Seufzer dacht an ein Maidelein
und blieb erglühend stehen.
Da schmolz die Eisbahn unter ihm ein –
und er sank – und ward nimmer gesehen.

Outdoor ice skating in Austria – Kafubra CC @ Presseggersee 28.12.2003

Die Legende erzählt die Geschichte der kleinen Pepita, ein armes Mädchen aus Mexiko.
Pepita hatte kein Geschenk am Heiligen Abend fürs Jesuskind, welches in der Krippe der Kapelle lag. Pepita und ihr Cousin Pedro liefen langsam zur Kapelle. Pepitas Herz war mit Trauer gefüllt.
‚Ich bin sicher Pepita, dass das bescheidenste Geschenk von Ihm mit Freude in Empfang genommen wird, solange es aus Liebe geschenkt wird‘ sagte Pedro tröstend.
Ratlos kniete Pepita ins Gras neben dem Weg und fing an ein paar Gräser zu pflücken und machte daraus einen kleinen Blumenstrauss. Als ihr fertiges Werk betrachtete, war sie verlegen über das einfache Geschenk. Es rannen ihr ein paar Tränen übers Gesicht, als sie die Dorfkapelle betrat.
Als sie in die Nähe des Altars trat, hat sie sich an Pedros tröstende Worte erinnert: ‚Das bescheidenste Geschenk wird von Ihm mit Freude in Empfang genommen, solange es aus Liebe geschenkt wird.‘ Sie fing an sich besser zu fühlen, als sie die Blumen zur Krippe hin legte.
Doch plötzlich wurde aus den Gräsern ein Strauss voll mit roten Blüten. Jeder, der die roten Blumen sah, glaubte, dass ein Wunder geschah vor seinen Augen.
Von jenem Tag an nannte man die kräftig roten Blumen Flores de Noche Buena, oder Blumen der Heiligen Nacht, da sie jedes Jahr zur Weihnachtszeit blühten.

Pepita und der Weihnachtsstern, Bild KI-generiert
Zum 12. Kalendertürchen
Eine der bekanntesten sächsischen Spezialitäten ist der Dresdner Christstollen. Ursprünglich hieß die Köstlichkeit ‘Hefestriezel’ und gab Deutschlands ältestem Weihnachtsmarkt seinen Namen – dem Striezelmarkt.
Als ‘Striezel’ bezeichnete man im mittelhochdeutschen Wortschatz ein Hefegebäck in länglicher, teils auch geflochtener Form, welche wahrscheinlich an das in Windeln gewickelte Kind der christlichen Weihnachtsgeschichte erinnern sollte.

Dresdner Christstollen
Zutaten:
- 2,5 kg Weizenmehl,
- 300g Hefe oder 6 Päckchen Trockenhefe, 3/4l Milch,
- 200g Zucker, 4 Päckchen Vanillinzucker,
- abgeriebene Schale von 1-2 Zitronen, 35g Salz,
- 100-200g Schweinefett, 1 kg Butterschmalz,
- 200g Zitronat, 100g Orangeat,
- 80g bittere Mandeln oder entspr. Menge Bittermandelaroma, 400g süße Mandeln gehackt und gemahlen, 1,5 kg Sultaninen, 250g Korinthen, Rum oder Weinbrand, Butter, Zucker, Puderzucker.
Zubereitung:
- Am Abend vor der Teigbereitung die Zutaten in einen warmen Raum stellen und die vorbereiteten Sultaninen und Korinthe ordentlich mit Rum anfeuchten. Vorher kosten ob der Rum gut ist! Am nächsten Tag in das gesiebte (oder auch nicht gesiebte) Mehl eine Vertiefung drücken und darin die mit etwas handwarmer Milch verrührte Hefe zu einem mittelfesten Vorteig (Hefestück) verarbeiten.
- Nach dem Aufgehen Zucker, Gewürze, Fett, Butterschmalz, geraspeltes Zitronat zerkleinerte Mandeln sowie warme Milch nach Bedarf unterwirken, erst dann Sultaninen, und Korinthe zugeben.
- Den gründlich durchgearbeiteten Teig warm aber nicht zu nahe an den Ofen stellen, damit das Fett nicht austreten kann. Nach mindestens zweistündigem Gehen den Teig zusammenstoßen, nochmals kurz durcharbeiten und in 1 oder 1,5 Kilo schwere Stücke aufteilen. Die Teigstücke brotähnlich formen und längs jeweils 1cm tief einschneiden.
- Den geformten Teig ohne weiteres Gehenlassen bei guter Mittelhitze etwa 60 Minuten backen. Danach können Sie die Stollen abkühlen lassen oder buttern und zuckern – am besten in folgender Reihenfolge: Butter, feiner klarer Zucker, Butter, Puderzucker.