24. Dezember 2017

Zum 24. Kalendertürchen

Ich wünsche ein friedliches Weihnachtsfest

Bäume leuchtend, Bäume blendend,
Überall das Süße spendend,
In dem Glanze sich bewegend,
Alt und junges Herz erregend –
Solch ein Fest ist uns bescheret,
Mancher Gaben Schmuck verehret;
Staunend schaun wir auf und nieder,
Hin und her und immer wieder.

Johann Wolfgang von Goethe

Hauptbahnhof Leipzig, Osthalle

Das Gedicht bekam ich 2011 zu Weihnachten mit einer Massenmail vom Hoster geschickt. Gut, es war eine Serienmail, aber die sollen ja auch keine Weihnachtsgrüße versenden, die sollen die Technik am Laufen halten. Und das hat all-inkl.com auch in diesem Jahr wieder zuverlässig geschafft.

Ansonsten habe ich in diesem Jahr nicht mehr viel zu sagen, aus Gründen…
Feiert Euer Weihnachtsfest so, wie Ihr Euch das wünscht. Stellt nicht zu hohe Ansprüche und verbringt Eure Zeit mit den Menschen, die Euch am Herzen liegen UND denen auch Ihr wichtig seid.
Nichts ist enttäuschender als ein Weihnachtstag, an dem es Tränen gibt, weil die Gesellschaft verlogen ist und nicht jemand nicht willkommen ist – eine einmalige, bittere Erfahrung auf die ich gern verzichtet hätte und die dennoch unvergessen bleibt. Insofern: Feiert Euer Weihnachen immer, wie IHR es wünscht!

Vierter Advent

4.Advent

Die vierte Kerze brennt für Liebe,
für das Wichtigste auf dieser Welt,
es gäbe nichts, das uns noch bliebe,
wär nicht sie an Nummer Eins gestellt.

~

Vier Kerzen

vierkerzen.gif
von Elli Michler

Eine Kerze für den Frieden,
die wir brauchen,
weil der Streit nicht ruht.

Für den Tag voll Traurigkeiten
eine Kerze für den Mut.

Eine Kerze für die Hoffnung
gegen Angst und Herzensnot,
wenn Verzagtsein unsren Glauben
heimlich zu erschüttern droht.

Eine Kerze, die noch bliebe
als die wichtigste der Welt:
eine Kerze für die Liebe,
voller Demut aufgestellt,

daß ihr Leuchten den Verirrten
für den Rückweg ja nicht fehlt,
weil am Ende nur die Liebe
für den Menschen wirklich zählt.

Aus: Ich wünsche dir Zeit © Don Bosco Verlag, München, 3. Auflage 2006

Bescherung

Zum 24. Kalendertürchen

Heute ist in vielen Familien Bescherung und Weihnachten ohne Bescherung ist kaum mehr denkbar, aber auch dieser Brauch ist auch schon sehr alt. Oft war in früheren Zeiten die Bescherung mit dem Nikolaustag verbunden, so daß es zu Weihnachten keine Geschenke mehr gab.
An die Stelle des Heiligen Nikolauses trat der »Heilige Christ«. Luthers Kinder beschenkte noch im Jahre 1535 der Nikolaus, ein Jahrzehnt später ist daraus der Heilige Christ geworden. Little SantaSeit dem wandert die Bescherung immer mehr zum Weihnachtsfest ab.
Offenbar hat die Verbreitung des Brauches, einen Weihnachtsbaum aufzustellen, dazu beigetragen, dass der Nikolaus seine Hauptrolle als Geschenkebringer verloren hat. Zunächst hingen kleine Geschenke für alle am Weihnachtsbaum, später lagen die Geschenke unter seinen Zweigen… heute würde wohl kaum ein Baum mehr die Geschenkeflut tragen können 😉

Was man aber über all dem Trubel nicht vergessen sollte:
Weihnachten ist das Familienfest der Familienfeste und traditionell die Zeit, in der die Familie zusammen-kommt. Ich hoffe, Ihr alle verbringt die kommenden Tage so, wie Ihr Euch das vorstellt und feiert mit oder bei Menschen, die Ihr mögt oder bei denen Ihr willkommen seid. Zu dieser Zeit kann Enttäuschung erschütternd und Einsamkeit überwältigend sein, aber es gibt kaum jemanden, der Weihnachten nicht auf irgendeine Art feiern würde.

Einsam am Heiligen Abend

Zum 24. Kalendertürchen

Jedesmal wenn Weihnachten kommt, muß ich an Herrn Sörensen denken. Er war der erste Mensch in meinem Leben, der ein einsames Weihnachtsfest feierte, und das habe ich nie vergessen können.

Herr Sörensen war mein Lehrer in der ersten Klasse. Er war gut. Im Winter bröselte er sein ganzes Frühstücksbrot für die hungrigen Spatzen vor dem Fenster zusammen. Und wenn im Sommer die Schwalben ihre Nester unter den Dachvorsprung klebten, zeigte er uns die Vögel, wie sie mit hellen Schreien hin und her flogen. Aber seine Augen blieben immer betrübt.

Im Städtchen sagten sie, Herr Sörensen sei ein wohlhabender Mann. “Nicht wahr, Herr Sörensen hat Geld?” fragte ich einmal meine Mutter. “Ja, man sagt’s.” – “Ja … ich hab’ ihn einmal weinen sehen, in der Pause, als ich mein Butterbrot holen wollte …”

“Herr Sörensen ist vielleicht so betrübt, weil er so allein ist”, sagte meine Mutter. “Hat er denn keine Geschwister?” fragte ich. “Nein – er ist ganz allein auf der Welt…”

Als dann Weihnachten da war, sandte mich meine Mutter mit Weihnachtsbäckereien zu Herrn Sörensen. Wie gut ich mich daran erinnere. Unser Stubenmädchen ging mit, und wir trugen ein großes Paket, mit rosa Band gebunden, wie die Mutter stets ihre Weihnachtspäckchen schmückte.

Die Treppe von Herrn Sörensen war schneeweiß gefegt. Ich getraute mich kaum einzutreten, so rein war der weiße Boden. Das Stubenmädchen überbrachte die Grüße meiner Mutter. Ich sah mich um. Ein schmaler hoher Spiegel war da, und rings um ihn, in schmalen Rahmen, lauter schwarzgeschnittene Profile, wie ich sie nie vorher gesehen hatte.

Herr Sörensen zog mich ins Zimmer hinein und fragte mich, ob ich mich auf Weihnachten freue. Ich nickte. “Und wo wird Ihr Weihnachtsbaum stehen, Herr Sörensen?” – “Ich? Ich habe keinen, ich bleibe zu Hause.”

Und da schlug mir etwas aufs Herz beim Gedanken an Weihnachten in diesem “Zuhause”. – In dieser Stube mit den schwarzen kleinen Bildern, den schweigenden Büchern und dem alten Sofa, auf dem nie ein Mensch saß – ich fühlte das Trostlose, das Verlassene in dieser einsamen Stube, und ich schlug den Arm vors Gesicht und weinte.

Herr Sörensen zog mich auf seine Knie und drückte sein Gesicht an meines. er sagte leise: “Du bist ein guter, kleiner Bub.” Und ich drückte mich noch fester an ihn und weinte herzzerbrechend.

Als wir heimkamen, erzählte das Stubenmädchen meiner Mutter, ich hätte gebrüllt.

Aber ich schüttelte den Kopf und sagte: “Nein, ich habe nicht gebrüllt. Ich habe geweint. Und weißt du, ich habe deshalb geweint, weil nie jemand zu Herrn Sörensen kommt. Nicht einmal am Heiligen Abend…”

Später, als wir in eine andere Stadt zogen, verschwand Herr Sörensen aus meinem Leben. Ich hörte nie mehr etwas von ihm. Aber an jenem Tag, als ich an seiner Schulter weinte, fühlte ich, ohne es zu verstehen, zum ersten Male, daß es Menschen gibt, die einsam sind. Und daß es besonders schwer ist, allein und einsam zu sein an Weihnachten.

Hermann Bang (1857-1912)

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Danke Apollo 8. Sie haben das Jahr 1968 gerettet

Zum 24. Kalendertürchen

Apollo 8 startete am 21. Dezember 1968 vom Kennedy Space Center in Florida und war der zweite bemannte Raumflug des amerikanischen Apollo-Programms und der erste bemannte Flug zum Mond und damit zu einem anderen Himmelskörper. Auf 40.000 Kilometer pro Stunde beschleunigt, sollte eine Rakete die Raumfähre „Apollo 8“ mit den Astronauten Frank Borman, Jim Lovell und William Anders zum Mond bringen.

Apollo-8-Crew

Von links: Borman, Anders und Lovell

31 Stunden und elf Minuten nach dem Abheben, am 22. Dezember 1968, absolvierte die Besatzung von Apollo 8 aus einer Entfernung von 221.940 Kilometern zur Erde ihre erste von sechs geplanten Live-Fernsehübertragungen. Versuche, die Erde zu zeigen, scheiterten an der Telelinse der Fernsehkamera, die sich nicht montieren ließ. Mit der Weitwinkellinse aufgenommen, erschien die Erde nur als heller Lichtfleck auf den Bildschirmen. Die Liveschaltung dauerte 15 Minuten.
Drei Tage nach dem Start, am 24. Dezember 1968, wurde die Mondumlaubahn ereicht. Landen konnte die Kapsel zwar nicht, doch erstmals würden Menschen um den Mond kreisen – und das gleich zehn Mal. Am 24. Dezember 1968 um 4:49:02 Uhr (EST) (Bordzeit: 68 Stunden, 58 Minuten, zwei Sekunden) verschwand Apollo 8 hinter dem Mond und der Funkkontakt brach ab.

Während sich das Raumschiff zum dritten Mal auf der Rückseite des Mondes befand, manövrierte Kommandant Borman das Raumschiff und blickte aus den Fenstern. Dort erkannte er über dem Horizont des Mondes einen blauen und weißen Bogen, der schnell größer wurde. An Heiligabend des Jahres 1968 entstehen Bilder, die Geschichte schreiben: Aufnahmen des ersten „Erdaufgangs“, den Menschen je gesehen haben.

Das erste Foto des Erdaufgangs über dem
Mondhorizont, aufgenommen von Frank Borman

erdaufgang2

Das berühmte Farbbild, aufgenommen von
Bill Anders kurze Zeit nach dem ersten Foto

Später dann hörte man am Heiligabend aus dem All die folgenden Worte:

Hier ist Apollo 8 mit einer Live-Übertragung vom Mond. Wir haben die Kamera umgeschaltet. Zuerst haben wir ihnen ein Bild der Erde gezeigt, wie wir es die letzten 16 Stunden gesehen haben. Jetzt schalten wir um, so dass wir ihnen den Mond zeigen können, über den wir in einer Höhe von 60 Meilen seit 16 Stunden fliegen. Bill Anders, Jim Lovell und ich haben den heiligen Abend hier oben damit verbracht, Experimente durchzuführen, Fotos zu machen und das Raumschiff mit den Triebwerken in Position zu halten. Wir werden jetzt weiter unseren Kurs fortsetzen wie schon den ganzen Tag und Sie mitnehmen zu einem Sonnenuntergang auf dem Mond.

Bibelstunde mit Blick auf den Mond

zur besten Sendezeit in den USA – hören die Menschen die Botschaft über diesen wunderschönen Planeten: Astronaut Bill Anders die ersten Zeilen der Schöpfungsgeschichte aus der Bibel vor:

“Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde; die Erde aber war wüst und wirr. Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser. Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht. Gott sah, dass das Licht gut war. Gott schied das LIcht von der Finsternis”

Astronaut Jim Lovell fuhrt fort:

“Und Gott nannte das Licht Tag und die Finsternis nannte er Nacht. Es wurde Abend und es wurde Morgen: erster Tag.
Dann sprach Gott: Ein Gewölbe entstehe mitten im Wasser und scheide Wasser von Wasser. Gott machte also das Gewölbe und schied das Wasser oberhalb des Gewölbes. So geschah es und Gott nannte das Gewölbe Himmel. Es wurde Abend und es wurde Morgen: zweiter Tag.”

Als Dritter zitierte dann US-Astronaut Frank Borman aus der Schöpfungsgeschichte:

“Dann sprach Gott: Das Wasser unterhalb des Himmels sammle sich an einem Ort, damit das Trockene sichtbar werde. So geschah es. Das Trockene nannte Gott Land und das angesammelte Wasser nannte er Meer. Gott sah, dass es gut war.”

Letztlich verabschiedete sich Apollo9 8 noch artig mit folgenden Worten:

„Wir, die Crew der ‚Apollo 8‘ beenden diese Botschaft mit einem ‚Gute Nacht‘, viel Glück und frohe Weihnachten. Gott segne euch alle – euch alle auf der guten, alten Erde.“

Man geht davon aus, daß rund 1 Milliarde Menschen diese historische Übertragung mit den Zitaten aus dem Buch Genesis über die Erschaffung der Welt vom Mond zur Erde im Fernsehen und an Radiogeräten verfolgten.
Nach der Eskalation des Vietnamkriegs, der Ermordung Martin Luther Kings und Robert F. Kennedys, den Studenten- und Rassenunruhen war der erfolgreiche Flug von Apollo 8 ein positiver Abschluss des Jahres 1968 für Amerika. Dies wird deutlich in einem Glückwunschtelegramm, das Kommandant Borman nach Abschluss des Fluges erhielt: “Thank you Apollo 8. You saved 1968.

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