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Waldweibchen in Steinbach

Dienstag, Dezember 21st, 2021

Zum 21. Kalendertürchen

Im „Sagenschatz des Königreichs Sachsen“ von 1874 findet man die Sage vom Waldweibchen in Steinbach, aufgezeichnet vom Erzgebirgschronisten Christian Lehmann in der Naturchronik, dem Historischer Schauplatz derer natürlichen Merkwürdigkeiten in dem Meißnischen Ober-Ertzgebirge, Leipzig 1699:

In den Wäldern bei Steinbach und Grumbach ohnweit Jöhstadt läßt sich oft ein altes Mütterchen sehen, das ist das Waldweibchen. Es thut Niemandem etwas zu Leide, ja es hilft sogar den Leuten bei der Arbeit. Man erzählt, daß es vom Satan oder dem wilden Jäger gejagt werde und auf seiner Flucht einen Stock, in dem die Holzhauer ein Kreuz gehauen, suche, sich darauf setze und alsdann erlöst werde.
Im Jahre 1633 hat bei Steinbach am Aschermittwoche ein Bauer einen Baum im Walde gefällt, und indem der Baum im Falle ist, haut er nach der Holzhacker Gebrauch ein Kreuz hinein. Sogleich kommt ein gejagtes Weiblein und bleibt an dem mit dem Kreuze gezeichneten Baume stehen, da es denn sitzen geblieben. Unterdessen füllt es dem Holzhacker seinen Korb mit Spähnen, er aber schüttet die Spähne wieder aus, und davon ohngefähr ein Spähnchen hängen geblieben, findet er, als er nach Hause kommt, an dessen Statt einen ganzen Thaler. Er geht also bald wieder in den Wald, in der Hoffnung, solcher Thalerspähne viele aufzulesen, aber vergebens. Doch weil der Mann damals in kurzer Zeit zu Mitteln gekommen, hat man vermuthet, er müsse doch etwas gefunden haben. Von dieser Zeit an geht niemand gern am Aschermittwoch daselbst in’s Holz, in der Meinung, der wilde Jäger jage das Holzweibchen am Aschermittwoch.

Under the Mistletoe

Samstag, Dezember 18th, 2021

Zum 18. Kalendertürchen

Die Mistel ist definitiv kein typischer Strauch – es ist ein Parasit, der lebende Bäume angreift. Technisch gesehen sind Misteln (es gibt weltweit über 1.000 Arten) tatsächlich Hemiparasiten.mistletoe Das heißt, sie gewinnen einen Teil ihrer Energie durch Photosynthese und der Rest wird aus anderen Pflanzen gewonnen.
Die Pflanze schickt ihre winzigen Wurzeln in die Rinde ihres Wirts, wo sie Wasser und Nährstoffe absaugt und den Baum langsam schwächt. Ein ausgewachsener Baum kann eine kleine Menge Mistel problemlos aushalten, aber wenn die Misteln sich stark ausbreiten, stirbt der Baum schließlich Stück für Stück.

Oftmals werden in der Weihnachtszeit Mistelzweige über Türen aufgehängt. Traf ein Junggeselle seine Angebetete unter diesem Mistelzweig, so durfte er sie ohne zu fragen küssen… und hoffen.
Das Küssen unter Misteln zur Weihnachtszeit soll im 18. Jahrhundert eine ziemlich verbreitete Tradition gewesen sein, obwohl der erste eindeutige historische Hinweis aus dem Jahr 1820 stammt. Washington Irving, Autor von ‚Sleepy Hollow‘ und ‚The Headless Horseman‘, schrieb über die Pflanze:

Der Mistelzweig mit seinen weißen Beeren hing an der unmittelbaren Gefahr aller hübschen Hausmädchen.

Die Engländer nannten die weißen Früchte „Kusskugeln“; in manchen Gegenden wurde der Mistelzweig 12 Nächte nach Weihnachten verbrannt, damit sich der Heiratswunsch der geküssten Jungen und Mädchen auch erfüllen konnte. Dieser wie auch der Brauch, die Mistel überhaupt als Weihnachtsdekoration zu benutzen, ist auch heute noch verbreitet.
Wer mit einem hübschen Mädchen oder einem netten jungen Mann unter dem Zweig mit den weißen Beeren steht, muss freilich die Spielregeln streng beachten: Nach dem Küssen einer Dame „under the mistletoe“ muss eine Beere gepflückt werden; ist die letzte Beere geerntet, wird auch nicht mehr geküsst.
In der englischen Grafschaft Staffordshire würde man keinen Bisssen vom Weihnachtspudding genießen, wenn die darunter brennenden Flammen nicht von Mistelzweigen genährt wären.

Wie iech mich of Weihnachten fraa – Weihnachten im Vogtland

Freitag, Dezember 17th, 2021

Zum 17. Kalendertürchen

Moosmann

Ein Symbol der vogtländischen Weihnacht ist unter anderem der Moosmann. Obwohl er für das gesamte Vogtland typisch ist, stellt er nur noch in einigen Gegenden lebendigen Brauch dar. In manchen Waldgebieten des Vogtlandes wird der Moosmann als Träger des Weihnachtslichtes noch heute gebastelt.

Kernstück der Figur ist der sogenannte „Bankert“, ein einfaches Holzskelett aus ungefügem Rumpf mit angenagelten Armen und eingefügten Beinen. Hände und Füße, meist von Schnitzern bezogen, die ihr Handwerk verstehen. Auch die Köpfe lieferten die Schnitzer selbst, sofern die Bastler keinen Kopf aus Porzellan oder aus Zelluloid mochten Der Moosmann erhielt von der Frau des Schnitzers einen Anzug aus Pappe, der mit Moos beklebt war. Im Laufe von Jahren sind Moosmänner in der Gestalt von Ritter, Soldaten, Jägern, Förstern und Waldgängern entstanden. Die anstelle eines Weihnachtslichtes einen kleinen Drehturm, einen Schwibbogen oder ein Tannenbäumchen trugen. Was aber alle gemeinsam hatten, war das Kleid aus grünem Moos aus dem Heimatwald.

Der Moosmann als Weihnachtsfigur geht auf den Moosmann der Sage zurück, der – selbst in tiefster Not lebend – guten Menschen in ihrer Armut jederzeit helfend zur Seite stand. Moosmann und Moosweibel, nur drei Fuß hoch, lebten im tiefen Wald unter Baumstöcken und in Höhlen, nährten sich kümmerlich von Wurzeln und Früchten des Waldes und kleideten sich notdürftig mit Moos und Tannenzweigen. Sie hatten nur einen Feind, den „Wilden Jäger“. Vor ihm und seinem Gefolge waren sie sicher unter den Baumstämmen und -stöcken, in die die Holzhauer drei Kreuze geschlagen hatten.
Den Menschen waren die Moosleute freundlich gesinnt. Sie halfen besonders den Armen, und das Laub (drei Handvoll mussten es sein), mit dem sie gute Taten belohnten, verwandelte sich in reines Gold, sodass die Not der armen Waldbewohner ein Ende nahm.
In der Weihnachtszeit fliehen die Moosmännchen aus dem unwirtlichen, verschneiten Wald zu den Menschen in die weihnachtlichen Stuben und bleiben dort die zwölf Unternächte lang, um dann wieder in ihren geliebten und so nützlichen Wald zurückzukehren.

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Moosmaa_1

Moosmaa in Grünbach

Im östlichen Vogtland, wo sich nach 1945 die Volkskunst des Schnitzens unter staatlicher Förderung stark entwickelt hat, sind vor allem die im Deutschen Kulturbund vereinten Falkensteiner Schnitzer und auch die Grünbacher Schnitzer mit Erfolg darangegangen, den fast in Vergessenheit geratenen Moosmann zu neuem Leben zu erwecken, ihn ganz aus Lindenholz zu schnitzen und ihm ein der Sage gemäßes Aussehen zu geben. Dabei entstanden sicher ungezählte Figuren für das Zimmer.
Eine überlebensgroße Holzfigur des Moosmannes haben die Grünbacher Schnitzer geschaffen. Sie ist immer zur Weihnachtszeit etwa in Dorfmitte aufgestellt.

Der erste dokumentarische Nachweis des Moosmannes als Weihnachtsfigur stammt aus dem Jahre 1840.
In einem 22 Strophen langen Gedicht, das der Falkensteiner Bürger Friedrich Eimert schrieb, führt der Moosmann selbst heftige Klage darüber, daß er zwei Jahre lang unbeachtet im Dachboden in der Gesellschaft allerlei Ungeziefers habe leben müssen und daß ihm Fremde wie Einheimische nicht mehr die nötige Achtung entgegenbrächten:

Zwei Jahre hab ich nun gestanden auf dem Boden unterin Dach.
Keiner hätt es ausgestanden, ach das war die größte Plag.
Die Schönecker auf der Straße tun mich oft gar sehr verhöhn,
zupft euch nur an eurer Nase, mich nur spotten ist nicht schön!

In einem Bericht über Weihnachten in Falkenstein aus dem Jahre 1868 wird mit Stolz ein Moosmann geschildert, dessen Rock und Hose mit Moos beklebt waren, der eine Kerze in der Hand hielt und i Meter hoch war. Für das Jahr 1867 ist belegt, daß in Reichenbach arme Kinder Moosmänner bastelten, die sie auf dem Christmarkt feilboten, um sich einige Groschen zu verdienen. Überhaupt scheint zu dieser Zeit in Reichenbach der Brauch allgemein üblich gewesen zu sein, zu Weihnachten kleine Moosmänner auf den Tisch zu stellen. In den folgenden Jahren gewann der Moosmann an Ansehen, so daß er häufiger hergestellt wurde.

Rezept – Dresdner Christstollen

Sonntag, Dezember 12th, 2021

Zum 12. Kalendertürchen

Eine der bekanntesten sächsischen Spezialitäten ist der Dresdner Christstollen. Ursprünglich hieß die Köstlichkeit ‘Hefestriezel’ und gab Deutschlands ältestem Weihnachtsmarkt seinen Namen – dem Striezelmarkt.
Als ‘Striezel’ bezeichnete man im mittelhochdeutschen Wortschatz ein Hefegebäck in länglicher, teils auch geflochtener Form, welche wahrscheinlich an das in Windeln gewickelte Kind der christlichen Weihnachtsgeschichte erinnern sollte.

Wir backen Dresdner Christstollen
Dresdner Christstollen

Dresdner Christstollen

Zutaten:

  • 2,5 kg Weizenmehl,
  • 300g Hefe oder 6 Päckchen Trockenhefe, 3/4l Milch,
  • 200g Zucker, 4 Päckchen Vanillinzucker,
  • abgeriebene Schale von 1-2 Zitronen, 35g Salz,
  • 100-200g Schweinefett, 1 kg Butterschmalz,
  • 200g Zitronat, 100g Orangeat,
  • 80g bittere Mandeln oder entspr. Menge Bittermandelaroma, 400g süße Mandeln gehackt und gemahlen, 1,5 kg Sultaninen, 250g Korinthen, Rum oder Weinbrand, Butter, Zucker, Puderzucker.

Zubereitung:

  • Am Abend vor der Teigbereitung die Zutaten in einen warmen Raum stellen und die vorbereiteten Sultaninen und Korinthe ordentlich mit Rum anfeuchten. Vorher kosten ob der Rum gut ist! Am nächsten Tag in das gesiebte (oder auch nicht gesiebte) Mehl eine Vertiefung drücken und darin die mit etwas handwarmer Milch verrührte Hefe zu einem mittelfesten Vorteig (Hefestück) verarbeiten.
  • Nach dem Aufgehen Zucker, Gewürze, Fett, Butterschmalz, geraspeltes Zitronat zerkleinerte Mandeln sowie warme Milch nach Bedarf unterwirken, erst dann Sultaninen, und Korinthe zugeben.
  • Den gründlich durchgearbeiteten Teig warm aber nicht zu nahe an den Ofen stellen, damit das Fett nicht austreten kann. Nach mindestens zweistündigem Gehen den Teig zusammenstoßen, nochmals kurz durcharbeiten und in 1 oder 1,5 Kilo schwere Stücke aufteilen. Die Teigstücke brotähnlich formen und längs jeweils 1cm tief einschneiden.
  • Den geformten Teig ohne weiteres Gehenlassen bei guter Mittelhitze etwa 60 Minuten backen. Danach können Sie die Stollen abkühlen lassen oder buttern und zuckern – am besten in folgender Reihenfolge: Butter, feiner klarer Zucker, Butter, Puderzucker.

 

stollenbaecker

Foto: mal wieder Ulrich van Stipriaan – Vielen Dank 🙂

M’r ham aah Neinerlaa gekocht, aah Worscht un Sauerkraut…

Donnerstag, Dezember 9th, 2021

Zum 09. Kalendertürchen

Das Neunerlei ist ein alter Weihnachtsbrauch, der im Erzgebirge sowie teilweise auch im Vogtland am Heiligabend gepflegt wird. Kern des ‚Neinerlaa‘ ist ein Weihnachtsessen aus neun Gerichten oder deren Bestandteilen, die stark variieren können.

Das Neunerlei wird bereits 1799 im Ur-Heilig-Obnd-Lied besungen („M’r ham aah Neinerlaa gekocht, aah Worscht un Sauerkraut…“). Max Schreyer wird die 1896 entstandene Strophe zugeschrieben.

Mir habn heit Kließ un Sauerkraut un Sellerisolat.
De Klaane ißt de Kließ net gern, die kriegt e Rauche Mad.

Die einzelne Gänge und Zutaten des Menüs haben jeweils eine bestimmte Bedeutung:

  1. Bratwurst steht zum Erhalt von Herzlichkeit und Kraft („doß m’r Harzhaftigkeit un Kraft bewohrt“),
  2. Sauerkraut steht dafür, dass einem das Leben nicht sauer wird („damit ens Labn net sauer wird“),
  3. Linsen stehen dafür, dass einem das Kleingeld nicht ausgeht („doß ens klaane Gald net ausgieht“),
  4. Klöße, Karpfen und Hering stehen dafür, dass das große Geld nicht ausgeht („doß es net an‘ grußen Gald fahlt“),
  5. Gans, Schweinebraten und Kuhhase stehen dafür, dass einem das Glück treu bleibt („doß ens Gelick trei blebt“),
  6. Kompott steht dafür, dass man sich des Lebens erfreuen kann („doß m’r sich ’s ganze Laabn freie kah“),
  7. Semmelmilch steht dafür, dass man nicht erkrankt („doß en de Nos net truppt in neie Gahr“ oder Buttermilch, „doß mr ka Koppwiting (Kopfschmerzen) hat/kriecht“),
  8. Nüsse oder Mandeln stehen dafür, dass der Lebensalltag im nächsten Jahr gut abläuft („doß dr Labnswogn gut geölt dorchs neie Gahr fährt“) und
  9. Pilze oder rote Rüben schließlich sollen Freude, Glück und Gesundheit bringen („Freid un Gelick un rute Backen“) oder gutes Wachstum für das Getreide bedeuten.

Das Neunerlei wird am Heiligen Abend durch zahlreiche weitere Bräuche wie Heiligabendlicht im Erbleuchter, Stroh unter der Tischdecke, Kleingeld unter dem Teller und zusätzlich aufgelegtes Gedeck für den fremden (armen) Gast begleitet.
Die Reste des Neunerleis werden am nächsten Tag gegessen. Vom Aufstehen während des Mahles wird abgeraten („sonst wird man bestohlen“ oder „sonst verlegen einem die Hühner die Eier“). Auch ist es allgemein üblich, dass Salz und Brot ins Tischtuch eingewickelt werden und über Nacht liegenbleiben.

The German Christmas Pickle Tradition

Dienstag, Dezember 7th, 2021

Zum 07. Kalendertürchen

Die eigenen Bräuche zu Festtagen kennt man oder man hat zumindest schon einmal davon gehört. Das gilt ganz besonders für Weihnachten. Kurios kann es allerdings werden, wenn in anderen Ländern vermeintliche Bräuche verbreitet werden. Einer dieser Fälle ist die deutsche Weihnachtsgurke – the German Christmas Pickle.
Ich beschäftige mich schon etliche Jahre intensiver als andere mit dem Thema Weihnachten, aber trotzdem gab es eine ‚Tradition‘, von der ich früher anie gehört habe, die sich aber in den letzten Jahren immer mehr verbreitet. Oder kennt Ihr Weihnachtsgurken und hattet so ein Ding in den Weihnachtsbäumen Eurer Kindertage hängen?

Vielleicht lag es an der damaligen Mangelwirtschaft; vielleicht kommen die Christmas Pickles aus der Gurkenhochburg des Ostens (dem Spreewald) und gingen allesamt in den Export oder… Vielleicht waren meine Eltern einfach nur Traditionsbanausen und haben dieses bedeutsame Kulturgut vor mir geheimgehalten…
Fakt ist: Weihnachtsgurken kannte ich nicht. Und Wikipedia hilft da ja immer weiter:

Eine Weihnachtsgurke ist ein aus Glas hergestellter Weihnachtsbaumschmuck in Form einer Gewürzgurke. In den USA ist es ein Weihnachtsbrauch, den Weihnachtsbaum mit einer solchen „Christmas Pickle“ etwas versteckt zwischen den Zweigen zu behängen. Durch ihre grüne Farbe ist die Gurke relativ schwer zu entdecken. Derjenige, der als erster die Weihnachtsgurke entdeckt, erhält ein zusätzliches Geschenk. Glasbläsereien bieten drei unterschiedliche Größen an, um den Schwierigkeitsgrad an das Alter der Kinder anzupassen.
Die Wurzeln des Brauches sind unklar. In den USA wird dieser Brauch als alte deutsche Tradition beschrieben. In den meisten deutschsprachigen Regionen ist die Weihnachtsgurke jedoch unbekannt.Ob die vereinzelt im deutschsprachigen Raum auftretenden Weihnachtsgurken auf eine lokale Tradition oder eine Übernahme aus den USA zurückgehen, ist unklar.

Weihnachtsgurke

To start a tradition that surely will last.
Here’s a short story about the pickle of glass.

The night before Christmas it’s hung on the tree.
While everyone’s sleeping it’s done secretly.

And on Christmas morning when you arise.
The first one to find it will get a surprise.

Gibt es noch weitere “urtypische” Weihnachtstraditionen, von denen ich noch nichts weiß und die im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten sind? Gibt es vielleicht auch Weihnachts-tomaten? Die möchte ich natürlich dann auch kennenlernen und hier bekannt machen – so wie diese traditionell deutsche Weihnachtsgurke. In ein paar Jahren hängt dann der Baum voll mit gesundem Glasemüse.
Vermutlich ist die Weihnachtsgurke nur ein marketingtechnischer Schachzug, um den Amis mit Hilfe einer netten Geschichte ein paar Dollar aus der Tasche zu ziehen. Gelungen, sag ich mal 🙂

Möglicherweise bin ich gerade auf den wahren Hintergrund dieser altbekannten deutschen Tradition gestoßen – demnach ist Woolworth schuld:

I loved knowing about this and participating in this tradition. Since I am still attending classes at the University of Google, I was able to research more about it’s origin. My research left me feeling a little cheated […].
The fact that the legend was written in English should have been my first clue. There are a few more things wrong with the story. First, the Germans open their presents on Christmas Eve and not on Christmas morning. Secondly, St. Nicholas arrives on Dec.6th and the third and most important flaw in the legend is that the Germans have never heard of it.

In 1800 F.W. Woolworth made a trip to Germany where he fell in love with the glass blown ornaments. He began importing them to the States to sell in his stores.
Production of the glass pickle began in 1890 and it is believed to have been sent directly to the U.S. along with it’s „German tradition“.
You should have seen the look on my neighbor’s face when I showed her my “ Traditional German Pickle“ hanging in my Christmas tree.

Quelle: Torngren Blog – Die Weihnachtsgurke

Eine Gurkenlegende, die dem geneigten amerikanischen Kunden gern zum Gurkenkauf erzählt wird, führt nach Georgia zum Soldaten John Lower.
Der war gebürtiger Bayer und in seiner Heimat als Hans Lauer bekannt. Hans kämpfte im amerikanischen Bürgerkrieg und wurde dabei schwer verwundet. Auf dem Sterbebett liegend, so heißt es, hatte er nur noch einen letzten Wunsch: „Eine Gurke, bringt mir eine Gurke!“
Sein Wunsch wurde erfüllt, man brachte ihm eine Gurke und – oh Wunder – die Gurke gab ihm seine Kräfte zurück und Hans überlebte. Als Dank für seine Heilung versteckte er beim nächsten Weihnachtsfest eine Gurke im Baum, um dem Gurkenfinder ebenso viel Glück zu bringen. Wahr oder nicht wahr? Man weiß es nicht 🙂

Barbara-Gedicht

Samstag, Dezember 4th, 2021

Zum 04. Kalendertürchen

Lieber Gott, ich fleh zu dir,
beschütz den guten Vater mir!
Dort unten in dem tiefen Schacht,
gib auf seine Schritte acht!
Der treue Engel sei ihm gut!
Und segne alles was er tut!
Und lass‘ ihn bald zu hause sein,
den lieben guten Vater mein! Amen!

Sankt Barbara, bei Tag und Nacht,
fahr‘ mit dem Vater in den Schacht!
Steh Du ihm bei in jeder Not,
bewahr‘ ihn vor dem jähen Tod!

salzbergwerk

Salzbergwerk Wieliczka (Polen), Holzstich von 1869

So beteten und sangen die Kinder, während die Väter unter Tage Kohle und andere Bodenschätze aus der Tiefe holten oder einen Tunnel durch das Gestein wühlten.