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Oh es riecht gut…

Sonntag, Dezember 9th, 2018

Zum 09. Kalendertürchen

Glühwein © Joujou (Pixelio), Dankeschön 🙂

aber nein, jetzt werde ich hier kein Backrezept hinschreiben. Wenn Leute auf dem Weihnachtsmarkt ihre Nasen über ihre dampfende Tasse halten, können schon mal die Brillengläser beschlagen. Das stört aber nicht weiter, denn der heiße Glühwein wärmt…

Gewürzter und meist auch warm getrunkener Wein ist seit dem Altertum ein beliebtes Getränk. Im Mittelalter zählte Würzwein gar zu den Status-symbolen, da Gewürze damals sehr kostbar waren. Heute ist Glühwein für viele von uns vor allem ein typisches „Weihnachtsmarktgetränk“. Aber auch der fertige Glühwein aus der Flasche erfreut sich großer Beliebtheit – vor allem, wenn sich der Winter so hartnäckig hält in den letzten beiden Jahren.

Zwei Flaschen Rothwein werden in eine Terrine geschüttet, 1/2 Pfund Zucker, eine Stange ganzen Zimt, 16 bis 20 Gewürznelken und von zwei Zitronen die dünn abgeschnittene Schale dazu getan und über Kohlen beinahe kochend heiß gemacht; jedoch darf er nicht ins Wallen kommen. Man präsentirt ihn heiß, nachdem man ihn durch ein Haarsieb hat gehen lassen.

Erfurter Kochbuch für die bürgerliche Küche”
von Sophie Albrecht aus dem Jahre 1839

Rechtlich gesehen handelt es sich bei Glühwein um ein aromatisiertes weinhaltiges Getränk, das ausschließlich aus Rotwein oder Weißwein und Zucker gewonnen und hauptsächlich mit Zimt und Gewürznelken gewürzt wird. Ein Zusatz von Wasser oder Spirituosen ist verboten. Auch eine Mischung aus Wein und Fruchtwein (z. B. Heidelbeerwein) darf nicht unter der Bezeichnung „Glühwein“ verkauft werden. Das verzehrsfertige Getränk muss einen Mindestalkoholgehalt von 7 % vol aufweisen.

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Die traditionelle, nordische Glühweinvariante

Montag, Dezember 3rd, 2018

Zum 03. Kalendertürchen

Es riecht wie Glühwein, es sieht aus wie Glühwein, es schmeckt aber viel besser als Glühwein. Was kann das sein? Die Rede ist von Glögg, der skandinavische Variation des alkoholischen Heißgetränks. Eigentlich ist es erstaunlich, dass dieses Gebräu seinen Ursprung in Schweden hat, einem Land, in dem der Alkohol nur rationiert verkauft werden darf.

Glögg, nordische Glühweinvariante

Glögg, nordische Glühweinvariante

Glögg wird wie in Deutschland der Glühwein bevorzugt in der kalten Jahreszeit getrunken. Die Basis dieses köstlichen Trunks ist Rotwein kombiniert mit Korn, Rum oder Wodka und abgeschmeckt mit den klassischen Weihnachtsgewürzen wie Zimt, Ingwer, Nelken oder Anis. Der Clou an dem nordischen Heißgetränk sind die Mandeln und Rosinen, die dem Glögg beigemengt werden.

Das Geheimnis eine guten Glögg ist, dass es kein Geheimnis gibt. Einfach alle Zutaten in einen Topf werfen und erwärmen, aber nicht zum Kochen bringen, sonst verflüchtigt sich der Alkohol. Die Höhe des Alkoholgehaltes bestimmt der Braumeister selber und kann durch in Rum oder Madeira eingelegte Rosinen dezent erhöht werden.

(c) Mr.Choppers @ Wikimedia

(c) Mr.Choppers @ Wikimedia

Dann heizt der schwedische Glühwein erst richtig ein. Aber schließlich haben es unsere nordischen Nachbarn in den Wintermonaten auch besonders kalt. Das leckere Heißgetränk wird bevorzugt in geselliger Runde getrunken, ebenso wie bei seinem deutschen Verwandten.

Die Skandinavier lieben es süß und das gilt auch für ihre Glühweinvariante. Lieblicher Rotwein oder ganz einfach Zucker werden gerne zur richtigen Geschmackbildung verwendet. Glögg zu brauen ist keine Zauberei, vielmehr sollte man eine gehörige Portion Kreativität und Mut zur Verschwendung von Hochprozentigem mitbringen. Na dann, Skål!