Archive for the ‘Wissenswertes’ Category

Around the World – 1

Samstag, Dezember 8th, 2018

In den Tips für Lamettaliebhaber findet sich folgender Hinweis:

Lerne die Übersetzungen des Wortes „Weihnachten“ in allen Landessprachen und Dialekten der Welt auswendig und sage die komplette Liste mehrmals täglich auf!

Damit das klappt, liefere ich Euch eine Auflistung der Übersetzung des hier üblichen Weihnachtsgrußes in alle möglichen europäischen Sprachen. Dann lernt mal brav:

Fröhliche Weihnachten von A bis F

Albanisch: Gëzuar Krishlindjet!
Bretonisch: Nedeleg laouen!
Bulgarisch: Vasel Koleda!
Dänisch: Glædelig Jul!
Deutsch: Fröhliche Weihnachten!
Englisch: Merry Christmas!
Eskimo: Jutdlime pivdluarit!
Esperanto: Gajan Kristnaskon!
Estnisch: Rõõmsaid Jõulupühi!
Faroer: Gledhilig jól
Finnisch: Hyvää Joulua!
Flämisch: Zalig Kerstfeest!
Französisch: Joyeux Noël!

Weitere Sprachen folgen in den kommenden Tagen.
F bis L L bis S S bis Z

Pastor Wichern, arme Kinder in Hamburg und ein Wagenrad

Freitag, Dezember 7th, 2018

Zum 07. Kalendertürchen

In einem Vorort von Hamburg, dem Stadtteil St. Georg herrschen im 19. Jahrhundert katastrophale Bedingungen. St. Georg ist das Armenviertel Hamburgs. Die Säuglingssterblichkeit ist groß. Hygiene kennt man nicht. Armut herrscht überall. Wer Arbeit hat, hat auch viele Mäuler zu stopfen. Und nie reicht es. Kinder laufen halb angezogen auf den Straßen, in deren Mitte die Kloake läuft. Mit ausgemergelten Gesichtern suchen sie in den Abfällen nach Essen.

Mit 25 Jahren lernt Johann Hinrich Wichern als Sonntagsschullehrer die Not der Ärmsten kennen. Wo die Not am Größten ist, ist oftmals auch der Glaube dahin. So handelte er nach dem Vorsatz, zuerst muss dem Körper geholfen werden, damit der Geist lernen kann. Für den jungen Mann stand fest, diesen Kindern muss geholfen werden. Der Pastor machte es sich zur Aufgabe, sich um elternlose Kinder, insbesondere die Jungen zu kümmern.
Er gründete in dem Dorf Horn, außerhalb Hamburgs, das “Rauhe Haus”. Bei der Stiftungsgründung erhält er nicht nur Geld, sondern von einem Spender, Sieveking, ein Haus mit Grundstück. Er baute das Haus um, gab den Jungen Obdach und sorgte für deren Ausbildung.

raueshausstahlstich

Das Rauhe Haus in Horn bei Hamburg.
Stahlstich von Kurz, 1848

Wichern gründet das Familienprinzip: Mit einem Betreuer leben bis zu 12 Kinder zusammen. Der Betreuer hat hier nicht die Funktion eines Lehrers sondern soll den Kindern ein großer Bruder sein.

In dieser Anstalt der Inneren Mission brannten Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten Adventsleuchter. Im Jahr 1839 hängt Wichern vor Weihnachten für die Kinder einen ersten Adventskranz auf. Da nämlich suchte der Leiter des Rauhen Hauses nach einer optisch überzeugenden Antwort auf die alle Jahre wiederkehrende Frage seiner Zöglinge:
Wie lange ist es noch bis Weihnachten?

wicherkranz

Wichernscher Adventskranz

Es kam ihm die Idee, im Andachtsraum auf einem hölzernen Wagenrad 19 kleine rote Kerzen für die Werktage und vier große weiße Kerzen für die Sonntage aufzubauen. An der täglich größer werdenden Zahl brennender Kerzen wurde das Näherrücken des Weihnachtstages für die Kinder sichtbar. Der hölzerne Kerzenhalter ist der erste Beleg für einen Lichterkranz zur Adventszeit.

Wichern hielt in seinem Tagebuch fest:

„Um den Lobesspruch an der Orgel waren 23 bunte Wachslichter aufgestellt. Mit jeder Verheißung wurde eines der Lichter angezündet, so dass zuletzt alle 23 wie ein Strahlenkranz das Lob des Herrn umleuchteten. Das Ganze diente wie zur Erbauung als Stärke und Freude im Herrn.“
„Je mehr Lichter brennen, desto froher werden die Knaben und Mädchen“, notierte Wichern in seinen Aufzeichnungen. „Und brennt der volle Kranz mit allen Lichtern, dann ist er da, der heilige Christ in all seiner Herrlichkeit.“

In Holland ist es Brauch,

Donnerstag, Dezember 6th, 2018

Zum 06. Kalendertürchen

dass Sinterklaas (der holländische Nikolaus) bereits Ende November mit dem Schiff anreist. Er trägt dort eine rote Bischofsmütze, eine Bischofsmantel, weiße Handschuhe, einen Bischofsring, einen Bischofsstab und einen langen, weißen Bart. Auf einem weißen Schimmel reitet er an Land und wird von finsteren Gesellen, den »Zwarte Piets« begleitet. Viele Menschen sind im Hafen, um ihn zu empfangen und die scharzen Peter werfen Lebkuchen in die Menge. In der Folgezeit beschenkt er jede Nacht die Kinder mit kleinen Dingen – nicht ohne auch Geschenke zu bekommen: Die Kinder stellen jede Nacht, bevor sie schlafen gehen, einen Eimer Wasser für das Pferd von Sinterklaas hin, dazu eine Mohrrübe und etwas Heu. Schließlich reitet Sinterklaas Nacht für Nacht über die Dächer… und da muß so ein Pferd auch fressen. Die Bescherung ist in Holland auch schon am Nikolausabend, allerdings beschenken sich die Leute untereinander. Es ist u.a. Brauch, etwa handgroße Schokoladenbuchstaben zu verschenken, es müssen die Anfangsbuchstaben der Vornamen der Beschenkten sein. Dann singt man gemeinsam Nikolauslieder und erzählt Geschichten und Legenden.

sinterklaas1.jpg

Das schiff, woher kommt es?
Holländisches Nikolauslied

Das Schiff, woher kommt es? Von Spanien her!
An Bord ist Sankt Nik´laus. Wir warten schon sehr.
Er sitzt hoch zu Pferde, der heilige Mann.
Es wehen die Fahnen. Das Schiff, es legt an.

Er reitet an Land, würdig winkt er uns zu,
es scharen sich um ihn die Kinder im Nu.
Knallrot ist sein Mantel, sein Bart, der ist weiß,
und wie er uns ansieht, wird mir kalt und heiß.

Doch Pieter, sein Begleiter, der lacht.
Er hat einen riesigen Sack mitgebracht.
Was mag da wohl drin sein? Geschenke? Na klar!
Für den eine Rute, der unartig war?

The German Christmas Pickle Tradition

Mittwoch, Dezember 5th, 2018

Zum 05. Kalendertürchen

Die eigenen Bräuche zu Festtagen kennt man oder man hat zumindest schon einmal davon gehört. Das gilt ganz besonders für Weihnachten. Kurios kann es allerdings werden, wenn in anderen Ländern vermeintliche Bräuche verbreitet werden. Einer dieser Fälle ist die deutsche Weihnachtsgurke – the German Christmas Pickle.
Ich beschäftige mich schon etliche Jahre intensiver als andere mit dem Thema Weihnachten, aber trotzdem gab es eine ‚Tradition‘, von der ich früher anie gehört habe, die sich aber in den letzten Jahren immer mehr verbreitet. Oder kennt Ihr Weihnachtsgurken und hattet so ein Ding in den Weihnachtsbäumen Eurer Kindertage hängen?

Vielleicht lag es an der damaligen Mangelwirtschaft; vielleicht kommen die Christmas Pickles aus der Gurkenhochburg des Ostens (dem Spreewald) und gingen allesamt in den Export oder… Vielleicht waren meine Eltern einfach nur Traditionsbanausen und haben dieses bedeutsame Kulturgut vor mir geheimgehalten…
Fakt ist: Weihnachtsgurken kannte ich nicht. Und Wikipedia hilft da ja immer weiter:

Eine Weihnachtsgurke ist ein aus Glas hergestellter Weihnachtsbaumschmuck in Form einer Gewürzgurke. In den USA ist es ein Weihnachtsbrauch, den Weihnachtsbaum mit einer solchen „Christmas Pickle“ etwas versteckt zwischen den Zweigen zu behängen. Durch ihre grüne Farbe ist die Gurke relativ schwer zu entdecken. Derjenige, der als erster die Weihnachtsgurke entdeckt, erhält ein zusätzliches Geschenk. Glasbläsereien bieten drei unterschiedliche Größen an, um den Schwierigkeitsgrad an das Alter der Kinder anzupassen.
Die Wurzeln des Brauches sind unklar. In den USA wird dieser Brauch als alte deutsche Tradition beschrieben. In den meisten deutschsprachigen Regionen ist die Weihnachtsgurke jedoch unbekannt.Ob die vereinzelt im deutschsprachigen Raum auftretenden Weihnachtsgurken auf eine lokale Tradition oder eine Übernahme aus den USA zurückgehen, ist unklar.

Weihnachtsgurke

To start a tradition that surely will last.
Here’s a short story about the pickle of glass.

The night before Christmas it’s hung on the tree.
While everyone’s sleeping it’s done secretly.

And on Christmas morning when you arise.
The first one to find it will get a surprise.

Gibt es noch weitere “urtypische” Weihnachtstraditionen, von denen ich noch nichts weiß und die im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten sind? Gibt es vielleicht auch Weihnachts-tomaten? Die möchte ich natürlich dann auch kennenlernen und hier bekannt machen – so wie diese traditionell deutsche Weihnachtsgurke. In ein paar Jahren hängt dann der Baum voll mit gesundem Glasemüse.
Vermutlich ist die Weihnachtsgurke nur ein marketingtechnischer Schachzug, um den Amis mit Hilfe einer netten Geschichte ein paar Dollar aus der Tasche zu ziehen. Gelungen, sag ich mal 🙂

Möglicherweise bin ich gerade auf den wahren Hintergrund dieser altbekannten deutschen Tradition gestoßen – demnach ist Woolworth schuld:

I loved knowing about this and participating in this tradition. Since I am still attending classes at the University of Google, I was able to research more about it’s origin. My research left me feeling a little cheated […].
The fact that the legend was written in English should have been my first clue. There are a few more things wrong with the story. First, the Germans open their presents on Christmas Eve and not on Christmas morning. Secondly, St. Nicholas arrives on Dec.6th and the third and most important flaw in the legend is that the Germans have never heard of it.

In 1800 F.W. Woolworth made a trip to Germany where he fell in love with the glass blown ornaments. He began importing them to the States to sell in his stores.
Production of the glass pickle began in 1890 and it is believed to have been sent directly to the U.S. along with it’s „German tradition“.
You should have seen the look on my neighbor’s face when I showed her my “ Traditional German Pickle“ hanging in my Christmas tree.

Quelle: Torngren Blog – Die Weihnachtsgurke

Eine Gurkenlegende, die dem geneigten amerikanischen Kunden gern zum Gurkenkauf erzählt wird, führt nach Georgia zum Soldaten John Lower.
Der war gebürtiger Bayer und in seiner Heimat als Hans Lauer bekannt. Hans kämpfte im amerikanischen Bürgerkrieg und wurde dabei schwer verwundet. Auf dem Sterbebett liegend, so heißt es, hatte er nur noch einen letzten Wunsch: „Eine Gurke, bringt mir eine Gurke!“
Sein Wunsch wurde erfüllt, man brachte ihm eine Gurke und – oh Wunder – die Gurke gab ihm seine Kräfte zurück und Hans überlebte. Als Dank für seine Heilung versteckte er beim nächsten Weihnachtsfest eine Gurke im Baum, um dem Gurkenfinder ebenso viel Glück zu bringen. Wahr oder nicht wahr? Man weiß es nicht 🙂

Euphorbia Pulcherrima – Pflegetips für Weihnachtssterne

Mittwoch, Dezember 5th, 2018

Zum 05. Kalendertürchen

Der Weihnachtsstern (Euphorbia Pulcherrima) ist ein echter Klassiker unter den Zimmerpflanzen. Beliebt ist er vor allem wegen seiner bunten, die kleinen Blüten einrahmenden Hochblätter. Es gibt ihn in allen nur erdenklichen Farben… pink, rot, gelb, orange und sogar mit grünen Hochblättern.

Pointsetta

Weihnachtsstern 2010 – Mitbringsel aus dem Baumarkt 😉

Ihre natürliche Form als mehrere Meter hoch werdender Strauch zeigt die Pflanze auch bei Topfkultur: Sind die vom Gärtner beigegebenen Wuchshemmstoffe verbraucht, wird der Habitus staksig und licht, die immergrüne Pflanze verkahlt, gibt nicht mehr viel her. Sie wird dann meist weggeworfen. Bei einer Weiterkultur wird nach der Blüte stark zurückgeschnitten und bis auf einige wenige Triebe ausgelichtet. Bis etwa März/April wird bei niedriger Temperatur eine Ruhepause ohne Düngergaben und mit nur mäßiger Feuchtigkeit eingehalten. Danach wird wieder bis etwa Ende September wöchentlich gedüngt und mehr gegossen.
Da E. pulcherrima als Kurztagpflanze zur Blütenbildung bei etwa 20°C eine 2monatige Phase mit nur 10 bis höchstens 12 Stunden Licht am Tag benötigt, stellt man sie ab Oktober jeden Tag 12 bis 14 Stunden völlig dunkel (Eimer oder Karton überstülpen), so dass die gewünschte lichtlose Stundenzahl erreicht wird. Die Pflanze blüht dann ab Dezember. Vorsicht, schon der nächtliche Schein der Straßenbeleuchtung reicht aus, um die Dunkelperiode zu unterbrechen! Danach wieder hell und zimmerwarm halten. Während der Blüte möglichst etwas kühler stellen, damit der Flor länger andauert.

  • Achten Sie auf einen reichen Besatz mit gesunden, grünen Blättern unter dem farbigen Stern der Hochblätter; gerollte oder gelbe Blätter sowie Beschädigungen an Laub und Trieben weisen auf einen wenig pfleglichen Umgang mit den Pflanzen hin
  • Die gelbgrünen Blüten zwischen den farbigen Hochblättern sind ein Frische-Indikator, sie müssen knospig sein
  • Skepsis ist angebracht, wenn die Erde sehr trocken oder triefend nass ist, die Pflanze wurde in diesem Fall wahrscheinlich nicht regelmäßig mit Wasser versorgt, Wurzelschäden durch den Wechsel zwischen Trockenheit und Nässe sind nicht auszuschließen
  • Weihnachtssterne sind kälteempfindlich, die Reaktion auf einen Kälteschock erfolgt allerdings erst nach ein paar Tagen. Dann beginnen die Blätter zu rieseln bis die Pflanze nahezu kahl ist, deshalb: Für den Heimweg gut verpacken, keinesfalls Pflanzen von einer Verkaufsfläche im Freien nehmen!
  • Vorsicht beim Transport: Werden Blätter beschädigt oder brechen ab, kann der austretende Saft unschöne Flecken auf dem Laub hinterlassen