Posts Tagged ‘tradition’

Montag, Dezember 22nd, 2025

Zum 22. Kalendertürchen

Die Symbolik der Weihnachtsbäume

Immergrüne Tanne: Symbolisiert Fruchtbarkeit und Unsterblichkeit, bis heute gilt grün als die Farbe der Hoffnung – im ursprünglichen Kontext die Hoffnung auf das Wiedererwachen der Natur im Frühjahr und auf die Wiederkehr der Lebenszyklen (vgl. den Text von ‚O Tannenbaum‘).
Um Fruchtbarkeit und Hoffnung geht es auch in der weihnachtlich-christlichen Mythologie: Die Geburt Christi symbolisiert den Beginn eines neuen Lebenszyklusses (vgl. den Text von ‚Es ist ein Ros entsprungen‘) und gleichzeitig die Hoffnung auf Erlösung durch den Retter Jesu.

Grüner Zweig: Lebensrute, Glücks- und Segenbringer, auch als Geschenkbeigabe verwendet. Wir finden diese Bedeutung heute noch in der Redewendung ‚Auf (k)einen grünen Zweig kommen‘ = (Kein) Glück haben.
Die Abwehr von Bösem ist eine weitere Funktion des grünen Zweiges, wobei schwer zu sagen ist, ob der Abwehrgedanke ursprünglich ist oder schon auf christlicher Umdeutung beruht. Dennoch sind die beiden Seiten, Segen und dadurch Abwehr, untrennbar miteinander verbunden.

Nüsse sind verschlossen und schwer zu knacken, christmas20.gifsie sind Sinnbilder für Gottes Ratschluss – im Inneren wohnt das Dunkle, Rätselhafte; vergoldet sind sie strahlend und wirken lebendig. Wir verbinden mit ihnen Gedanken an Natur, Herbst und Fruchtbarkeit.

Geschenke: Kleine Päckchen hängen von alters her am Baum. Sie erinnern an die Gaben der Heiligen Drei Könige für das Kind, symbolisieren Nächstenliebe und Hingabe. Die Christen erinnert das Schenken zudem daran, dass die Geburt des Gottessohnes das grösste denkbare Geschenk ist. Daran möchten sie andere symbolisch teilhaben lassen. Die Geschenktradition ist aber nicht auf den christlichen Raum beschränkt. In die Zeit, in der wir heute Weihnachten feiern, fielen früher die römischen Saturnalien, ein Fest, bei dem Beamte und Sklaven mit Geschenken bedacht wurden., Auch die Wikinger bedachten im Mittwinter während der grossen Fruchtbarkeitsfeiern, ihre Gefolgsleute für treue Dienste mit Geschenken.

Ähnlich wie Nüsse sind auch die Tannenzapfen ein Fruchtbarkeitszeichen. Gleichzeitig stehen sie für Jungfräulichkeit und damit auch für die Jungfrau Maria. Manchmal sehen sie aber eher wie Eiszapfen aus und symbolisieren so den Winter.

Der Symbolgehalt von Vögeln wird unterschiedlich interpretiert. Es kommt darauf an, um welche Art es sich handelt: Störche sind Frühlingsboten, Glücks- und Kinderbringer. Käfigvögel symbolisieren Häuslichkeit, Tauben sind Friedensvögel und stehen für Vergeistigung. Eulen gelten als Zaubertiere und Symbole für Weisheit. Radschlagende Pfauen sagt man alle erdenklichen Zauberkräfte nach, ihr schillerndes Gefieder erinnert an die Pracht des Nachthimmels.

Aus Posaunen, den Instrumenten der Engel, wurden Trompeten für den Weihnachtsbaum. Da früher die Nachrichten auf dem Marktplatz verlesen wurden, nachdem die Boten die Menschen mit Trompetensignalen gerufen hatten, signalisieren sie auch gute Neuigkeiten. Ausserdem erinnern sie an den alten Brauch, böse Geister mit Getöse auszutreiben.

Sterne versinnbildlichen den Wissensschatz der Astrologie. Sie prangen am Baum als Symbole der Hoffnung auf ein gütiges Schicksal. Strohsterne erinnern daran, dass das Christkind auf Stroh in der Krippe lag. Der Stern auf der Spitze lässt an das Sternenwunder von Bethlehem denken.

Früher wussten die Menschen nur zu gut, wie wichtig Engel sind. Ohne die himmlischen Dienstgeister, das war den Erdbewohnern klar, lief fast nichts in dieser Welt. Engel hielten das Universum im Gang. Fast alle Religionen kennen Engel, die zwischen göttlicher und menschlicher Sphäre vermitteln. An Weihnachten bevölkern goldene und silberne Flügelwesen die Bäume; manche ähneln Feen, andere wirken ernst und mächtig. Sehr häufig thront ein Engel an der Spitze des Christbaums, denn Engel verkündigen nach der Bibel die Geburt des Heilands.

Glocken läuten zur Heiligen Nacht und begrüssen das Neue Jahr. Die erste Kirchenglocke hat in Europa wohl im sechsten Jahrhundert in Italien geläutet. Glocken rufen, jubeln und erinnern. Da sie vor Gefahren warnen, sind Glocken am Weihnachtsbaum auch als Unglücksverhüter gedacht. Am Heiligabend verkünden sie eine frohe Botschaft: Kommt zum Fest! Kommt zur Bescherung!

(Kerzen-) Licht: Nachfolger der in den Mittwinternächten brennenden Kerze, die mit der allgemeinen Festbeleuchtung des christlichen Weihnachtsfestes verschmolz. Nach vorchristlichem Glauben sollte die Kerze den Verstorbenen helfen, in den Mittwinternächten den Weg nach Hause zurück zu finden. Auch wurde die Überwindung der dunkelsten Jahreszeit durch die Wintersonnenwende mit brennenden Feuern gefeiert:
Damit wurde die Wiederkehr der Sonne beschwört, deren wärmendes Licht ein Sinnbild des Lebens darstellt und für alle Lebensprozesse auf der Erde notwendig ist. Im Christentum symbolisiert Christus das Licht, die Hoffnung auf ein Ende der Finsternis bzw. stellt selbst das Licht in der Finstemis dar.

Under the Mistletoe

Donnerstag, Dezember 18th, 2025

Zum 18. Kalendertürchen

Die Mistel ist definitiv kein typischer Strauch – es ist ein Parasit, der lebende Bäume angreift. Technisch gesehen sind Misteln (es gibt weltweit über 1.000 Arten) tatsächlich Hemiparasiten.mistletoe Das heißt, sie gewinnen einen Teil ihrer Energie durch Photosynthese und der Rest wird aus anderen Pflanzen gewonnen.
Die Pflanze schickt ihre winzigen Wurzeln in die Rinde ihres Wirts, wo sie Wasser und Nährstoffe absaugt und den Baum langsam schwächt. Ein ausgewachsener Baum kann eine kleine Menge Mistel problemlos aushalten, aber wenn die Misteln sich stark ausbreiten, stirbt der Baum schließlich Stück für Stück.

Oftmals werden in der Weihnachtszeit Mistelzweige über Türen aufgehängt. Traf ein Junggeselle seine Angebetete unter diesem Mistelzweig, so durfte er sie ohne zu fragen küssen… und hoffen.
Das Küssen unter Misteln zur Weihnachtszeit soll im 18. Jahrhundert eine ziemlich verbreitete Tradition gewesen sein, obwohl der erste eindeutige historische Hinweis aus dem Jahr 1820 stammt. Washington Irving, Autor von ‚Sleepy Hollow‘ und ‚The Headless Horseman‘, schrieb über die Pflanze:

Der Mistelzweig mit seinen weißen Beeren hing an der unmittelbaren Gefahr aller hübschen Hausmädchen.

Die Engländer nannten die weißen Früchte „Kusskugeln“; in manchen Gegenden wurde der Mistelzweig 12 Nächte nach Weihnachten verbrannt, damit sich der Heiratswunsch der geküssten Jungen und Mädchen auch erfüllen konnte. Dieser wie auch der Brauch, die Mistel überhaupt als Weihnachtsdekoration zu benutzen, ist auch heute noch verbreitet.
Wer mit einem hübschen Mädchen oder einem netten jungen Mann unter dem Zweig mit den weißen Beeren steht, muss freilich die Spielregeln streng beachten: Nach dem Küssen einer Dame „under the mistletoe“ muss eine Beere gepflückt werden; ist die letzte Beere geerntet, wird auch nicht mehr geküsst.
In der englischen Grafschaft Staffordshire würde man keinen Bisssen vom Weihnachtspudding genießen, wenn die darunter brennenden Flammen nicht von Mistelzweigen genährt wären.

Rezept – Dresdner Christstollen

Freitag, Dezember 12th, 2025

Zum 12. Kalendertürchen

Eine der bekanntesten sächsischen Spezialitäten ist der Dresdner Christstollen. Ursprünglich hieß die Köstlichkeit ‘Hefestriezel’ und gab Deutschlands ältestem Weihnachtsmarkt seinen Namen – dem Striezelmarkt.
Als ‘Striezel’ bezeichnete man im mittelhochdeutschen Wortschatz ein Hefegebäck in länglicher, teils auch geflochtener Form, welche wahrscheinlich an das in Windeln gewickelte Kind der christlichen Weihnachtsgeschichte erinnern sollte.

Wir backen Dresdner Christstollen
Dresdner Christstollen

Dresdner Christstollen

Zutaten:

  • 2,5 kg Weizenmehl,
  • 300g Hefe oder 6 Päckchen Trockenhefe, 3/4l Milch,
  • 200g Zucker, 4 Päckchen Vanillinzucker,
  • abgeriebene Schale von 1-2 Zitronen, 35g Salz,
  • 100-200g Schweinefett, 1 kg Butterschmalz,
  • 200g Zitronat, 100g Orangeat,
  • 80g bittere Mandeln oder entspr. Menge Bittermandelaroma, 400g süße Mandeln gehackt und gemahlen, 1,5 kg Sultaninen, 250g Korinthen, Rum oder Weinbrand, Butter, Zucker, Puderzucker.

Zubereitung:

  • Am Abend vor der Teigbereitung die Zutaten in einen warmen Raum stellen und die vorbereiteten Sultaninen und Korinthe ordentlich mit Rum anfeuchten. Vorher kosten ob der Rum gut ist! Am nächsten Tag in das gesiebte (oder auch nicht gesiebte) Mehl eine Vertiefung drücken und darin die mit etwas handwarmer Milch verrührte Hefe zu einem mittelfesten Vorteig (Hefestück) verarbeiten.
  • Nach dem Aufgehen Zucker, Gewürze, Fett, Butterschmalz, geraspeltes Zitronat zerkleinerte Mandeln sowie warme Milch nach Bedarf unterwirken, erst dann Sultaninen, und Korinthe zugeben.
  • Den gründlich durchgearbeiteten Teig warm aber nicht zu nahe an den Ofen stellen, damit das Fett nicht austreten kann. Nach mindestens zweistündigem Gehen den Teig zusammenstoßen, nochmals kurz durcharbeiten und in 1 oder 1,5 Kilo schwere Stücke aufteilen. Die Teigstücke brotähnlich formen und längs jeweils 1cm tief einschneiden.
  • Den geformten Teig ohne weiteres Gehenlassen bei guter Mittelhitze etwa 60 Minuten backen. Danach können Sie die Stollen abkühlen lassen oder buttern und zuckern – am besten in folgender Reihenfolge: Butter, feiner klarer Zucker, Butter, Puderzucker.

 

stollenbaecker

Foto: mal wieder Ulrich van Stipriaan – Vielen Dank 🙂

M’r ham aah Neinerlaa gekocht, aah Worscht un Sauerkraut…

Dienstag, Dezember 9th, 2025

Zum 09. Kalendertürchen

Das Neunerlei ist ein alter Weihnachtsbrauch, der im Erzgebirge sowie teilweise auch im Vogtland am Heiligabend gepflegt wird. Kern des ‚Neinerlaa‘ ist ein Weihnachtsessen aus neun Gerichten oder deren Bestandteilen, die stark variieren können.

Das Neunerlei wird bereits 1799 im Ur-Heilig-Obnd-Lied besungen („M’r ham aah Neinerlaa gekocht, aah Worscht un Sauerkraut…“). Max Schreyer wird die 1896 entstandene Strophe zugeschrieben.

Mir habn heit Kließ un Sauerkraut un Sellerisolat.
De Klaane ißt de Kließ net gern, die kriegt e Rauche Mad.

Die einzelne Gänge und Zutaten des Menüs haben jeweils eine bestimmte Bedeutung:

  1. Bratwurst steht zum Erhalt von Herzlichkeit und Kraft („doß m’r Harzhaftigkeit un Kraft bewohrt“),
  2. Sauerkraut steht dafür, dass einem das Leben nicht sauer wird („damit ens Labn net sauer wird“),
  3. Linsen stehen dafür, dass einem das Kleingeld nicht ausgeht („doß ens klaane Gald net ausgieht“),
  4. Klöße, Karpfen und Hering stehen dafür, dass das große Geld nicht ausgeht („doß es net an‘ grußen Gald fahlt“),
  5. Gans, Schweinebraten und Kuhhase stehen dafür, dass einem das Glück treu bleibt („doß ens Gelick trei blebt“),
  6. Kompott steht dafür, dass man sich des Lebens erfreuen kann („doß m’r sich ’s ganze Laabn freie kah“),
  7. Semmelmilch steht dafür, dass man nicht erkrankt („doß en de Nos net truppt in neie Gahr“ oder Buttermilch, „doß mr ka Koppwiting (Kopfschmerzen) hat/kriecht“),
  8. Nüsse oder Mandeln stehen dafür, dass der Lebensalltag im nächsten Jahr gut abläuft („doß dr Labnswogn gut geölt dorchs neie Gahr fährt“) und
  9. Pilze oder rote Rüben schließlich sollen Freude, Glück und Gesundheit bringen („Freid un Gelick un rute Backen“) oder gutes Wachstum für das Getreide bedeuten.

Das Neunerlei wird am Heiligen Abend durch zahlreiche weitere Bräuche wie Heiligabendlicht im Erbleuchter, Stroh unter der Tischdecke, Kleingeld unter dem Teller und zusätzlich aufgelegtes Gedeck für den fremden (armen) Gast begleitet.
Die Reste des Neunerleis werden am nächsten Tag gegessen. Vom Aufstehen während des Mahles wird abgeraten („sonst wird man bestohlen“ oder „sonst verlegen einem die Hühner die Eier“). Auch ist es allgemein üblich, dass Salz und Brot ins Tischtuch eingewickelt werden und über Nacht liegenbleiben.

Die deutsche Tradition, die keiner kennt…

Sonntag, Dezember 7th, 2025

Weihnachtsgurke

To start a tradition that surely will last.
Here’s a short story about the pickle of glass.

The night before Christmas it’s hung on the tree.
While everyone’s sleeping it’s done secretly.

And on Christmas morning when you arise.
The first one to find it will get a surprise.

Gibt es noch weitere “urtypische” Weihnachtstraditionen, von denen ich nichts weiß und die im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten sind? Gibt es vielleicht auch Weihnachts-tomaten? Die möchte ich natürlich dann auch kennenlernen und hier bekannt machen – so wie diese traditionell deutsche Weihnachtsgurke.
Vermutlich ist die Weihnachtsgurke nur ein marketingtechnischer Schachzug, um den Amis mit Hilfe einer netten Geschichte ein paar Dollar aus der Tasche zu ziehen. Möglicherweise ist Woolworth schuld:

I loved knowing about this and participating in this tradition. Since I am still attending classes at the University of Google, I was able to research more about it’s origin. My research left me feeling a little cheated […].
The fact that the legend was written in English should have been my first clue. There are a few more things wrong with the story. First, the Germans open their presents on Christmas Eve and not on Christmas morning. Secondly, St. Nicholas arrives on Dec.6th and the third and most important flaw in the legend is that the Germans have never heard of it.

In 1800 F.W. Woolworth made a trip to Germany where he fell in love with the glass blown ornaments. He began importing them to the States to sell in his stores.
Production of the glass pickle began in 1890 and it is believed to have been sent directly to the U.S. along with it’s „German tradition“.
You should have seen the look on my neighbor’s face when I showed her my “ Traditional German Pickle“ hanging in my Christmas tree.

Quelle: Torngren Blog – Die Weihnachtsgurke

Donnerstag, Dezember 4th, 2025

Zum 04. Kalendertürchen

Blütenzweig
von F.A.Hoyer

Brich von jenem Baum im Garten,
der im Frühjahr dir die ersten Blüten gab,
heute einen schwarzen winterharten
Zweig für deine Kammer ab.

Stell ihn auf die alte, dunkle Truhe.
Sorg dich seiner! Gast in deinem Haus,
breitet er dir wunderliche Ruhe
bald im Raum und um dein Wesen aus.

Einmal morgens nimm ihn eine Weile
gut in deines Atems warmen Hauch.
Sieh, schon treibt durch ihn das unversehrte, heile
Wachstum wie durch einen Frühjahrsstrauch.
Freu dich, denn dies ist ja das Leben,
das dir kommt in deine Einsamkeit.

Blütenzweig

Blütenzweig

Brauchtum, Weihnachtsheilige

Donnerstag, Dezember 4th, 2025

Zum 04. Kalendertürchen

Frühlingsblühen mit Barbarazweigen

Viele Bräuche haben sich aus der Heiligenverehrung entwickelt, am bekanntesten und der wohl am meisten gepflegte Brauch ist das Schneiden von Blütenzweigen am 4. Dezember. Im warmem Zimmer öffnen sich schon sehr bald die zum Blühen verführten Knospen.
Verwendet wird klassischerweise ein Kirschzweig, es gehen aber auch Zweige von Apfel, Birke, Forsythien, Haselnuss, Holunder, Kastanien, Mandel, Pflaumen, Rotdorn, Schlehen, Hartriegel, Weiden, Seidelbast, Zierkirschen, Scheinquitte, Echtem Jasmin, Zieräpfel, Zaubernusszweige oder sonstige frühblühenden Gehölze. Man sollte man allerdings nur Zweige mit vielen Knospen abschneiden. Als Blühimpuls werden sie über Nacht in lauwarmes Wasser gelegt, am nächsten Tag in eine Vase gestellt und sollten am 24. Dezember blühen.
Ob die Barbarazweige wirklich aufblühen, hängt vom Wetter ab. Sie blühen nur, wenn es vor dem Schneiden Temperaturen um den Gefrierpunkt gegeben hat. Hat es noch nicht gefroren, kann man die Zweige für einige Stunden in die Gefriertruhe legen. Danach einen Tag lang in handwarmes Wasser legen, erst dann in die Vase stellen.

Dieser Brauch wurde offensichtlich aus dem Brauchtum der “germanischen Lebensrute” übernommen und ist somit haben die blühenden Zweige vielfach die Funktion eines Orakels: Sie sind ein Indiz für Glück und Gesundheit im kommenden Jahr, für eine gute Ernte, oder für Fruchtbarkeit bei Kinderwunsch.
Junge Mädchen stellten die Zweige mit dem Namen ihrer “Favoriten” ans Fenster. Bei wem der Zweig vertrocknete, war nichts mehr zu hoffen; bei den anderen dagegen sah es gut aus.
Hochzeitorakel: Für jeden “Kandidaten” (männlich und weiblich) einen Zweig in eine Vase stellen. Die Namen auf ein Kärtchen schreiben und an den Zweig hängen. Und dann beobachten, an wessen Zweige die Knospen zuerst aufblühen – ob die beiden zusammen passen?
Zu Weihnacht schloß man aus der Anzahl der Blüten auf die Fruchtbarkeit bzw. das Wetter des darauffolgenden Jahres.

Den Brauch gibt es auch in abgewandelter Form in Niederösterreich. – Dort erhält jedes Mitglied der Familie einen eigenen Barbarazweig, um daran sein ganz persönliches Glück ablesen zu können. Vor allem junge Mädchen achten bereits beim Schneiden der Barbarazweige darauf, einen Zweig mit vielen Blütenknospen auszuwählen. – Denn der Volksglaube besagt, je reicher ihr Barbarazweig blüht, desto früher werden sie heiraten.

Die christliche Interpretation ist dagegen weit weniger bekannt: ‘Die Zweige erinnern an das Martyrium der heiligen Barbara. Daran, dass sie ihren Glauben an ein Weiterleben nach dem Tod auch unter dem Druck der sie umgebenden Gefängnismauern nicht aufgegeben hat und vor allem auch nicht an die bevorstehende Geburt Jesu.’

Weihnachtsmarkt in Leipzig

Donnerstag, Dezember 8th, 2016

Die Tradition des Leipziger Weihnachtsmarktes reicht bis in das 15. Jahrhundert zurück. Auf Grund seines einzigartigen kulturellen und kulinarischen Angebotes inmitten der historischen Altstadt, hat er sich inzwischen einen fast legendären Ruf erworben. Mit seinen 250 Ständen ist er einer der größten und schönsten Weihnachtsmärkte in Deutschland.

Die schönsten Fotos von Leipzig (nicht nur zur Weihnachtszeit) macht immer wieder der Strohhut

Die schönsten Fotos von Leipzig (nicht nur zur Weihnachtszeit) macht immer wieder der Strohhut

Hauptbereich des Weihnachtsmarktes wird nach vielen Jahren mit Tunnelbaustelle wieder der Marktplatz sein. Immerhin – man kann mit der S-Bahn jetzt eigentlich direkt bis untern den Weihnachtsmarkt fahren, kommt aus der Untergrundstation und steht direkt vor dem mit tausenden Lichtern geschmückten Weihnachtsbaum und der Marktbühne mit einem umfangreichen Weihnachtsprogramm.

Neben der Oper bietet ein 38 m hohes Riesenrad einen einzigartigen Blick über Leipzig und im Salzgässchen lädt das historisch nachempfundene Etagenkarussell zu einer gemütlichen Fahrt ein. Die Besucher schätzen vor allem die Kinderfreundlichkeit des Leipziger Weihnachtsmarktes.
Ob der Märchenwald auf dem Augustusplatz (Opernbrunnen) mit seinen vielen Erlebnisbereichen oder die Weihnachtsmannsprechstunden auf der Marktbühne: In Leipzig kommen die kleinen Besucher auf ihre Kosten. Ein Bastel-Areal ist die Wichtelwerkstatt, die sich im Stadtbüro in der Katharinenstraße 2 befindet. Hier können die Kinder nach Herzenslust mit den tollsten Materialien schneiden, kleben, basteln und ein Weihnachtsgeschenk kreieren.

Historischer Weihnachtsmarkt Leipzig – Adventskalender von Brück & Sohn, Meißen

Historischer Weihnachtsmarkt Leipzig – Adventskalender von Brück & Sohn, Meißen

Der historische Weihnachtsmarkt „Alt Leipzig“ bringt den Besuchern auf dem Naschmarkt vor allem mittelalterliche Kunst- und Handwerkstraditionen Leipzigs nahe.
Auf dem Augustusplatz präsentiert sich ein finnisches Dorf mit landestypischen Köstlichkeiten wie Flammlachs und Glögi sowie heimischer Kultur. Seit 1962 gehört außerdem die Ausstellung des Modelleisenbahnvereins „Friedrich List“ Leipzig e.V. in der Strohsackpassage zu den Attraktionen in der Weihnachtszeit.

Das weihnachtliche Warenangebot wird von festlichen Konzerten des Thomanerchores, von Orgelmusik in den Kirchen sowie einem vielfältigen Aktionsprogramm umrahmt. Für viele Leipziger und natürlich erst recht für die Touristen gehört in die Adventszeit ein Besuch des Weihnachtsoratoriums, das in der Weihnachtszeit etwa 20 Mal in Leipzig aufgeführt wird. J.S. Bach hat es in der Nikolai- und Thomaskirche 1734 uraufgeführt.