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Weihnachtsmärkte

Montag, Dezember 9th, 2019

Zum 09. Kalendertürchen

Die Entstehung der Weihnachtsmärkte

Das Wort „Markt“ für einen städtischen Handelsplatz gibt es seit dem frühen Mittelalter. Wien - als Kalender von Brück & Sohn erhältlichVermutlich der älteste Markt, der vom Charakter her den heutigen Weihnachtsmärkten entspricht, ist der im Jahre 1294 erstmals nachweisbare „Dezembermarkt“ in Wien. Ihm folgte im Jahre 1310 der Münchner Christkindelmarkt.
Einen alten Dezembermarkt kennt man aus Frankfurt am Main, der dort seit dem Jahre 1393 existiert. Der älteste sächsische Wintermarkt soll in Bautzen abgehalten worden sein, wo König Wenzel im Jahr 1334 um die Weihnachtszeit einen freien Fleischmarkt abhielt.
Im 14. Jahrhundert kam in der Vorweihnachtszeit der Brauch auf, Handwerkern die Erlaubnis zu erteilen, auf dem Marktplatz Verkaufsstände zu errichten. Dort verkauften Korbflechter, Spielzeugmacher oder Zuckerbäcker ihre Erzeugnisse und Produkte für das anstehende Weihnachtsfest. Damit war der Grundstein für die heutigen Weihnachtsmärkte gelegt, so dass sich über die Jahre die Tradition der Weihnachtsmärkte weiterverbreiten konnte.
Im Erzgebirge sind die Märkte mit dem Seiffen - als Kalender von Brück & Sohn erhältlichEntstehen der Bergstädte um 1500 nachzuweisen. Mit der Verleihung des Marktrechts folgte meist auch das Stadtrecht. Neben den Plätzen um Kirchen, vor Gottesackern oder auf dem Platz vor dem Rathaus, sind Wintermärkte um 1533 auch auf den Klosterhöfen von Chemnitz und Grünhain belegbar.

Gesichert erscheint das Alter des berühmten Nürnberger Christkindelsmarktes. Er geht bis ins 17. Jahrhundert in die Zeit der aufblühenden Spielwarenindustrie zurück.
Traditionelle Herstellungszentren für Spielwaren waren Berchtesgaden, der Thüringer Wald und das Erzgebirge. Dieses Spielzeug wurde vorwiegend über die Weihnachtsmärkte von Nürnberg, Dresden und Leipzig abgesetzt. Im Jahre 1697 berichtet ein Zeitgenosse von dem Nürnberger Christkindleins Marck:
Nürnberg - als Kalender von Brück & Sohn erhältlich

»… Die kleinen Kinder von Nürnberg … sind überzeugt, das Christkind kaufe hier die Sachen, die es nachher in der Nacht zum Weihnachtstage unter sie austeilen wolle.«

Und aus dem Jahre 1785 stammt folgende Aussage über den Leipziger Christmarkt:

»Die Verkaufsleute würden nicht bestehen können, wenn nicht am Tage mehr gekauft würde als abends, und das geschieht auch. Es ist unglaublich, was die Leute zu der Zeit für Geld verschwenden.«

Natürlich wurde schon von Anfang an auch an das leibliche Wohl der Besucher der Weihnachtsmärkte gedacht. Daher wurden neben Spielzeug und anderen nützlichen Dingen auch geröstete Kastanien, Mandeln und Nüsse angeboten.Im 18. Jahrhundert besaß bald jede größere Stadt einen eigenen Weihnachtsmarkt, auf dem die Spezialitäten der Region angeboten wurden. An den weihnachtlich geschmückten Holzbuden erhielt man alles, was das Herz erfreute: Lebkuchen, Kerzen, Krippen, Spielzeug… Die Verlockungen waren groß. Wilhelm von Kügelgen (1802–1867), Maler und Schriftsteller aus Dresden, beschrieb das Angebot auf dem Dresdner Weihnachtsmarkt wie folgt:

„Das Glitzern der mit Rauschgold, mit bunten Papierschnitzeln und goldenen Früchten dekorierten Weihnachtsbäume, die hell erleuchteten, kleinen Krippen mit dem Christuskinde, die gespenstischen Knecht Ruprecht, die Schornsteinfeger aus gebackenen Pflaumen, die eigentümlich weihnachtlichen Wachsstockpyramiden in allen Größen, das Gewühl der Käufer und höfliche Locker der Verkäufer, alles regte festlich auf.“

Dresden - als Kalender von Brück & Sohn erhältlich

Bauern, Gesinde, Bedienstete und selbst der Adel flanierte an den Ständen auf und ab und bestaunte die weihnachtlichen Herrlichkeiten. Geschnitztes aus dem Erzgebirge erfreute sich großer Beliebtheit und fand seinen Weg auch in entfernt gelegen Städte. Das Geschäft lohnte sich wohl für die Händler. Denn in der Adventszeit war die Ernte der Bauern verkauft, das Gesinde und die Dienstboten hatten ihren Lohn erhalten. Es war (wenn auch nicht viel) Geld vorhanden, um sich außer dem Nötigsten noch einige kleine Wünsche zu erfüllen oder Geschenke für die Familie zu besorgen. Verführerische Düfte von Zimt, Lebkuchen und Kerzenwachs lagen damals und liegen auch noch heute über den Weihnachtsmärkten und erinnern an die einfachsten und schönsten Weihnachtsfreuden.