Rezept – Dresdner Christstollen

Zum 12. Kalendertürchen

Eine der bekanntesten sächsischen Spezialitäten ist der Dresdner Christstollen. Ursprünglich hieß die Köstlichkeit ‘Hefestriezel’ und gab Deutschlands ältestem Weihnachtsmarkt seinen Namen – dem Striezelmarkt.
Als ‘Striezel’ bezeichnete man im mittelhochdeutschen Wortschatz ein Hefegebäck in länglicher, teils auch geflochtener Form, welche wahrscheinlich an das in Windeln gewickelte Kind der christlichen Weihnachtsgeschichte erinnern sollte.

Wir backen Dresdner Christstollen
Dresdner Christstollen

Dresdner Christstollen

Zutaten:

  • 2,5 kg Weizenmehl,
  • 300g Hefe oder 6 Päckchen Trockenhefe, 3/4l Milch,
  • 200g Zucker, 4 Päckchen Vanillinzucker,
  • abgeriebene Schale von 1-2 Zitronen, 35g Salz,
  • 100-200g Schweinefett, 1 kg Butterschmalz,
  • 200g Zitronat, 100g Orangeat,
  • 80g bittere Mandeln oder entspr. Menge Bittermandelaroma, 400g süße Mandeln gehackt und gemahlen, 1,5 kg Sultaninen, 250g Korinthen, Rum oder Weinbrand, Butter, Zucker, Puderzucker.

Zubereitung:

  • Am Abend vor der Teigbereitung die Zutaten in einen warmen Raum stellen und die vorbereiteten Sultaninen und Korinthe ordentlich mit Rum anfeuchten. Vorher kosten ob der Rum gut ist! Am nächsten Tag in das gesiebte (oder auch nicht gesiebte) Mehl eine Vertiefung drücken und darin die mit etwas handwarmer Milch verrührte Hefe zu einem mittelfesten Vorteig (Hefestück) verarbeiten.
  • Nach dem Aufgehen Zucker, Gewürze, Fett, Butterschmalz, geraspeltes Zitronat zerkleinerte Mandeln sowie warme Milch nach Bedarf unterwirken, erst dann Sultaninen, und Korinthe zugeben.
  • Den gründlich durchgearbeiteten Teig warm aber nicht zu nahe an den Ofen stellen, damit das Fett nicht austreten kann. Nach mindestens zweistündigem Gehen den Teig zusammenstoßen, nochmals kurz durcharbeiten und in 1 oder 1,5 Kilo schwere Stücke aufteilen. Die Teigstücke brotähnlich formen und längs jeweils 1cm tief einschneiden.
  • Den geformten Teig ohne weiteres Gehenlassen bei guter Mittelhitze etwa 60 Minuten backen. Danach können Sie die Stollen abkühlen lassen oder buttern und zuckern – am besten in folgender Reihenfolge: Butter, feiner klarer Zucker, Butter, Puderzucker.

 

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Foto: mal wieder Ulrich van Stipriaan – Vielen Dank 🙂

Schöne Bescherung

Zum 11. Kalendertürchen

„250 Lichtergirlanden, 100 einzelne Glühbirnchen pro Girlande. Das macht insgesamt 25.000 importierte italienische Glühlichter!“

Seit 35 Jahren gehört der Film „Schöne Bescherung“ schon zu Weihnachten.
1989 wurde der Film, der im Original „National Lampoon’s Christmas Vacation“ heißt, in den USA gedreht und war schon damals ein voller Erfolg.
Auch für viele Deutsche darf die Chaos-Familie Griswold in der Vorweihnachtszeit ebenso wenig fehlen wie die Schnee am Weihnachtstag – das Letztere klappt allerdings eher selten.

Sicher ist, dass die Griswolds auch in diesem Jahr über die Mattscheibe. flimmern – mit der gigantischer Lichterkette am Haus, die ein Atomkraftwerk in die Knie zwingt, Clarks Schlittenfahrt auf einer Metallplatte und dem Eichhörnchen, das plötzlich aus dem riesigen Christbaum springt. Am Ende wird es doch noch das wunderbare Weihnachtsfest mit der ganzen Familie – und selbstverständlich mit Eggnog.

Dezember

Zum 11. Kalendertürchen

DezemberWilhelm Müller

Mit Peitschenknall und lautem Schellenklange
Meld’ ich mich dir, und schüttle weiße Flocken
Durch alle Straßen hin aus meinen Locken:
Dich, hoff’ ich, macht das Ungethüm nicht bange.

Es schnaubt der Renner an des Schlittens Stange,
Das blanke Halsband schütteln deine Doggen;
Die Dame hüllt in warme Flaumensocken
Den zarten Fuß, und denkt: Er bleibt so lange.

Was zauderst du? Sitz’ auf, mein Freund, geschwinde!
Und sei mir auf der Fahrt nicht zu verwegen,
Muß ich im Namen deiner Schönen bitten.

Den süßen, warmen Odem wehn die Winde
Und manche weiche Locke dir entgegen:
Halt kurz das Roß, und sieh auf deinen Schlitten!

„Upon A Midnight Clear“ von Charlotte Joan Sternberg

„Upon A Midnight Clear“ von Charlotte Joan Sternberg

Schneekugeln – 1

Zum 11. Kalendertürchen

Verschneite Welten unter Glas

“Rosebud” murmelt Orson Welles in der berühmten Schlüsselszene seines Filmklassikers “Citizen Kane”, als ihm eine Schneekugel aus der Hand fällt. Die an eine Kindheitsidylle erinnernde Glaskugel stammte aus Wien, aus der Produktion der Firma Perzy.

citizen kane

Eine der ältesten historisch bekannten Schneekugeln war 1878 auf der Pariser Weltausstellung zu sehen.
Die ‚Erfindung‘ der heute bekannten Schneekugel ist allerdings einem Zufall zu verdanken. Erwin Perzy, Chirurgieinstrumentenmechaniker und Erfinder, war gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf der Suche nach einer besseren Lichtquelle für Operationssäle, als er zuerst Glasflitter, dann Gries in eine wie eine Lupe wirkende Schusterkugel füllte. Zwar hielt sich der erhoffte Reflexionseffekt in Grenzen, stattdessen erinnerte der langsam im Wasser zu Boden sinkende Gries aber an fallenden Schnee.

schusterlampe

Das erste Schneekugel-Motiv war die Mariazeller Kirche. Perzy hatte ein kleines Modell des Gotteshauses bereits für einen Freund angefertigt, bevor er sie versuchshalber in die mit Wasser und Gries gefüllte Kugel steckte – die “Glaskugel mit Schneeeffekt” war geboren.
Das war der Moment, in dem der Siegeszug der “Original Wiener Schneekugeln” weltweit begann. Perzy hatte sie vielleicht nicht wirklich erfunden, aber er ließ sich die Schneekugel als “Glaskugel mit Schnee-Effekt” patentieren.

Quelle: Der Standart

Es gibt allerdings noch jemanden, der die Erfindung der kleinen Zauberwelten für sich beansprucht, dazu allerdings komme ich an einem anderen Tag 😉

Mandelkekse (Rezept)

Zum 11. Kalendertürchen

Wir backen Mandelkekse

Zutaten:

Mandelkekse – Bild von Katharina N. auf Pixabay

  • 300 g gemahlene Mandeln
  • 350 g Zucker
  • 1 TL Vanillezucker
  • Schale einer geriebenen Zitrone
  • Eiweiß von 2 Eiern
  • 1 EL Honig, Puderzucker
  • Für die Dekoration: halbierte Mandeln

Und so geht es:

  • Mandeln und Zucker verrühren.
  • Zitronenschale und Vanillezucker dazugeben.
  • Anschliessend das Eiweiss fest schlagen, samt Honig ebenfalls unterheben.
  • Den Teig auf einer bemehlten Fläche ausrollen, Kekse ausstechen, mit den halbierten Mandeln dekorieren.
  • 15 bis 20 Minuten bei 190 Grad backen.

Jedem Wichtl sei Gedichtl

Zum 10. Kalendertürchen

Mit jedem der handgefertigten Räuchermännchen verbinden die ‚Macher‘ dieser Männchen nicht nur eine Menge Zeit und Liebe, sondern auch die eine oder andere kleine Episode. Sei es die tatsächlich existierende Legende vom „Zschorler Mondputzer“ oder nur Meister Maulwurf aus dem Garten, dessen unablässiges Graben man ihm immer wieder nachsehen möchte. Das ist Inspiration genug für Christina Mothes, um während der liebevollen Bemalung immer öfters ein kleines Gedicht zum Räuchermännchen zu verfassen.

baumdieb

Der Christbaumdieb
www.drechslerei-mothes.de
(leider offline)

 

Dor Christbaamdieb
(Mundart)

E Christbaam, festlich aageputzt,
dar darf net aussah wie gestutzt,
racht schie gewachsen un net krumm,
sonst haat´s dan Baam, wenn´s passt,
noch um.
Un su en Baam, su ganz verstuhl´n,
im Wald vielleicht noch salber huhl´n,
für´n Arzgebirgler war´s fürwahr
dor grässte Spass vom ganzen Gahr!
Doch heit, ihr Leit, dos kennt ihr glaab´n,
kaa sowas ganz schie teier war´n!
Drum, wenn eich heit dos Fieber packt,
en Baam im Garten oogezwackt,
do brauchst dich net vor´m Färschter ducken,
bei jedem Knistern zammzezucken,
drum namm, wenn dich dor Hafer sticht,
vom Nachbar driem de Silberficht!

Schliesslich hat jedes einzelne seine Geschichte – und die will erzählt sein! Wer das jetzt hier liest – dieser Beitrag ist schön älter. Ich weiß nicht, ob noch jeder Wichtel ein Gedichtl bekommt, aber die Drechslerei bietet ihre individuellen Männel nach wie vor an. Lick liegt uf der Räucherfigur.

Christmas Lights

Zum 10. Kalendertürchen

Weihnachtsbeleuchtung - wer hat sie erfunden?

Im Jahre 1882, nur drei Jahre nach der Erfindung der ersten Glühbirne durch Thomas Edison (1879) kam Edward Johnson, ein Geschäftspartner Edisons, auf den Gedanken, den Weihnachtsbaum in seinem Wohnzimmer elektrisch zu beleuchten. Er lud die staunende Presse in sein Haus nach New York City ein, der Baum erregte einiges Aufsehen. Ein Reporter namens Croffut veröffentlichte in der „Detroit Post“ und in der „Tribune“ einen Artikel über den Baum:

Letzten Abend ging ich hinüber in die 5th Avenue, denn ich war in die Residenz von Edward H. Johnson, dem Vizepräsident von Edison Electric Company, eingeladen.
Dort am anderen Ende des wunderschönen Salons präsentierte sich ein wunderschöner großer Weihnachtsbaum und bot eine malerischen, aber auch unheimlichen Anblick.
Er war mit vielen bunten Kugeln hell erleuchtet, die etwa so groß waren wie englische Walnüsse und er drehte sich etwa 6 mal in der Minute auf einer kleinen Kiste aus Kiefer. An ihm brannten 80 Lichter, alle je in eine zierliche Glaskugeln gehüllt, die gleichmäßig in die Farben Weiß, Rot und Blau aufgeteilt waren. Die Farben wechselten ständig während der Baum sich drehte und bei jeder Umdrehung gingen die Lämpchen einmal aus und wieder an. Das Ergebnis war ein kontinuierliches Blinken von tanzenden Farben über den ganzen Abend.

Ich muss Ihnen nicht sagen, dass das schillernde Immergrün ein schöner Anblick war, man kann sich kaum etwas Schöneres vorstellen. Unter der Decke waren zwei schräg gekreuzte Drähte aufgehängt, an denen weitere 28 kleine Lichter hingen. Diese Lichter und der fantastische Baum selbst mit seinen sternenhimmelartigen Früchten wurden mit Strom angetrieben, der über einen hauchdünnen Draht aus dem Hauptbüro kam. Der Baum wurde von einem in der Kieferkiste versteckten Motor gedreht. Es war eine großartige Vorführung!

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Johnsons Christmas Tree
Foto vm 25.12.1882

Johnsons Baum war für die damalige Zeit natürlich etwas ganz Neues. Interessanterweise berichtete keine der lokalen New Yorker Zeitungen davon.
1884 stellte Johnson seinen ursprünglichen Lichterbaum mit deutlichen Verbesserungen erneut vor. Davon wurde in der New York Times berichtet, allerdings wurde dabei hauptsächlich auf technische Details eingegangen.

Elisabeth Chester Fisk aus Montana schrieb 29.12.1891 einen Brief an ihre Eltern in Connecticut. Darin beschreibt sie: „… wir beleuchteten den Baum mit elektrischem Licht. Der Effekt war gut, wir mussten keine Kerzen überwachen und keine Wachsspuren vom Tepich oder von den Geschenken putzen.“

Quelle: Sam Travers – Christmas in the Old West, Seite 155

Im Jahr 1895 präsentierte Präsident Cleveland stolz den ersten elektrisch beleuchteten Weihnachtsbaum im Weißen Haus. Es war eine Sensation mit mehr als hundert bunten Lichtern und das Land nahm davon Notiz…
Allerdings war das öffentliche Stromnetz damals nur in den Großstädten ausgebaut, alle anderen erzeugten ihren Strom noch selbst mit Haushaltsgeneratoren. Obendrein brauchte man einen ‚wireman‘, also einen Elektriker, denn kaum jemand wollte oder konnte die Verkabelung all dieser Lichter am Baum selbst vornehmen.

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Werbeanzeige vom 28.11. 1900
im Scientific American Magazine

Steckdosen waren noch nicht erfunden, weshalb die Verdrahtung ein aufwendiges Unterfangen war. Insofern blieben die elektrisch beleuchteten Bäumen den Reichen vorbehalten – obwohl das Publikum fasziniert war, konnte die Funktionalität der Baumbeleuchtung noch nicht überzeugen.

Um 1900 bewirbt Edison Miniaturversion seiner elektrischen Glühbirne im bekannten Magazinen. In den Anzeigen werden die Mini-Glühbirnen zur Miete oder zum Kauf angeboten, aber die Baumbeleuchtung war vor der Entwicklung der ersten vorverdrahteten Lichterketten nicht wirklich praktisch.
Diese wurden 1903 von der General Electric Company bekannt gemacht. GE versuchte, sich diese Idee patentieren zu lassen, aber das Patent wurde abgelehnt mit Verweis darauf, dass die Idee einfach nur auf dem Wissen eines jeden guten ‚wireman‘ basiert – und das war nicht patentfähig. Das hatte zur Folge, dass der Markt nun allen offen stand, jedes Unternehmen konnte jetzt Weihnachtslichterketten herstellen und verkaufen. Viele Unternehmen taten natürlich genau das und die amerikanische Weihnachtslichterindustrie war geboren.

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Erste in Amerika zum Verkauf angebotene Weihnachtsbeleuchtung, ca. 1903/1904

Ab 1890 gab es auch bei uns die ersten elektrischen Weihnachtsbeleuchtungen, die aber zunächst nur in der Öffentlichkeit Verwendung fanden. Bereits ab 1900 wurden bei der Fa. Kremetzky in Wien Glühbirnchenen in Form von Früchten, Vögeln, anderen Tieren und menschlichen Figuren erzeugt.

Rezept

Zum 10. Kalendertürchen

Wir backen Christmas Bread
Einkaufsliste:

  • 15g Trockenhefe
  • 400ml Wasser
  • 2 TL Salz
  • 500g Vollkornmehl
  • 1 Tasse Puderzucker
  • ½ Tasse gemischte kandierte Früchte
  • 4 EL Milch
  • ½ Tasse gehackte Wallnüsse
  • 1/8 EL Kardamompulver
  • ¼ Tasse Hackfleisch

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American Christmas Bread

Und so wirds gemacht

  • Zuerst wird die Hefe in einer kleinen Schüssel mit 3 EL Wasser aufgelöst. In dem restlichen Wasser wird das Salz aufgelöst. Das Mehl wird in eine große Schüssel gesiebt und in eine Vertiefung in der Mitte wird der Hefeansatz gegeben. Anschließend wird das Salzwasser zugegeben und mit den Händen alles gut durchgeknetet. Dies sollte dann für ca. 10 Minuten auf einer bemehlten Arbeitsfläche fortgesetzt werden.
  • Nun formt man aus dem Teig einen großen Kloß, legt ihn in eine leicht gefettete Schüssel, deckt diese mit Folie ab und lässt alles für etwa 90 Minuten an einem warmen Ort gehen. Dabei sollte der Teig zur doppelten Größe aufgehen.
  • Anschließend wird er erneut auf einer bemehlten Fläche durchgeknetet. Nun werden die Früchte, die Nüsse und das Hackfleisch untergemischt und auf ca. 30 cm ausgerollt. Mit einem scharfen Messer wird der Teig in drei Stränge zerschnitten und aus diesen ein Zopf geformt und im vorgeheizten Backofen bei 220 °C ca. 30-35 Minuten gebacken.
  • Während das Brot abkühlt, werden Zucker, Milch und Kardamom vermischt. Dieser „Guss“ wird über das Brot gestrichen.

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