Archive for the ‘Around the World’ Category

Under the Mistletoe

Donnerstag, Dezember 18th, 2025

Zum 18. Kalendertürchen

Die Mistel ist definitiv kein typischer Strauch – es ist ein Parasit, der lebende Bäume angreift. Technisch gesehen sind Misteln (es gibt weltweit über 1.000 Arten) tatsächlich Hemiparasiten.mistletoe Das heißt, sie gewinnen einen Teil ihrer Energie durch Photosynthese und der Rest wird aus anderen Pflanzen gewonnen.
Die Pflanze schickt ihre winzigen Wurzeln in die Rinde ihres Wirts, wo sie Wasser und Nährstoffe absaugt und den Baum langsam schwächt. Ein ausgewachsener Baum kann eine kleine Menge Mistel problemlos aushalten, aber wenn die Misteln sich stark ausbreiten, stirbt der Baum schließlich Stück für Stück.

Oftmals werden in der Weihnachtszeit Mistelzweige über Türen aufgehängt. Traf ein Junggeselle seine Angebetete unter diesem Mistelzweig, so durfte er sie ohne zu fragen küssen… und hoffen.
Das Küssen unter Misteln zur Weihnachtszeit soll im 18. Jahrhundert eine ziemlich verbreitete Tradition gewesen sein, obwohl der erste eindeutige historische Hinweis aus dem Jahr 1820 stammt. Washington Irving, Autor von ‚Sleepy Hollow‘ und ‚The Headless Horseman‘, schrieb über die Pflanze:

Der Mistelzweig mit seinen weißen Beeren hing an der unmittelbaren Gefahr aller hübschen Hausmädchen.

Die Engländer nannten die weißen Früchte „Kusskugeln“; in manchen Gegenden wurde der Mistelzweig 12 Nächte nach Weihnachten verbrannt, damit sich der Heiratswunsch der geküssten Jungen und Mädchen auch erfüllen konnte. Dieser wie auch der Brauch, die Mistel überhaupt als Weihnachtsdekoration zu benutzen, ist auch heute noch verbreitet.
Wer mit einem hübschen Mädchen oder einem netten jungen Mann unter dem Zweig mit den weißen Beeren steht, muss freilich die Spielregeln streng beachten: Nach dem Küssen einer Dame „under the mistletoe“ muss eine Beere gepflückt werden; ist die letzte Beere geerntet, wird auch nicht mehr geküsst.
In der englischen Grafschaft Staffordshire würde man keinen Bisssen vom Weihnachtspudding genießen, wenn die darunter brennenden Flammen nicht von Mistelzweigen genährt wären.

Mince Pies

Donnerstag, Dezember 18th, 2025

Zum 18. Kalendertürchen

Mince Pies

Mince Pies gelten als ein Leibgericht des Weihnachtsmannes. Ein oder zwei Mince Pies werden traditionell am Heiligen Abend vor den Kamin gestellt, gemeinsam mit einem Glas Sherry, Brandy oder Milch und einer Karotte für die Rentiere, um sich für die mit Geschenken gefüllten Strümpfe zu bedanken.

Mince Pies sind kleine Gebäckstücke gefüllt mit einer Fruchtmischung. Sie können sowohl aus Mürbeteig als auch aus Blätterteig bestehen. In der Regel sind sie mit Teig gedeckt. Die englischen Mince Pies haben einen Durchmesser von 5 bis 7 Zentimetern, in den USA sind sie meist deutlich größer (bis zu 25 Zentimeter). Der Name leitet sich von der Füllung ab, die als Mincemeat (wörtlich: gehacktes Fleisch) bezeichnet wird, obwohl sie kein Fleisch enthält.

Home made mincemeat.

Foto: Stuart Caie, flickr

Ein typischer Mince Pie ist mit getrockneten Früchten wie Rosinen, Korinthen, Aprikosen, Kirschen und kandierten Früchten gefüllt, außerdem mit gehackten Nüssen wie Walnüssen sowie Mandeln. Gewürzt wird die Mischung mit Zimt oder Muskatnuss. Oft enthält sie etwas Alkohol, üblicherweise Brandy oder Rum. Als Fett dient traditionell Rindernierentalg. Der fertige Mince Pie wird mit Zuckerguss oder Puderzucker garniert. Noch warm serviert man ihn mit Brandy Butter.

Mince Pies gehen auf ein mittelalterliches Gebäck namens Chewette zurück. Chewettes wurden entweder gebacken oder gebraten und waren gefüllt mit Leber oder Fleischstücken vermischt mit gekochten Eiern und Ingwer. Als Variante füllte man die Chewettes mit getrockneten Früchten und anderen süßen Zutaten. Im 16. Jahrhundert entwickelten sie sich zu einer Weihnachtspezialität. Während des 17. Jahrhunderts wurde die Leber und das Fleisch immer öfter durch Nierenfett ersetzt, seit dem 19. Jahrhundert hat sich die süße Form in Großbritannien und Nordamerika weitgehend als typischer Mince Pie durchgesetzt. Seit dem 19. Jahrhundert sind Mince Pies mit Fleisch nicht mehr üblich.

rezept
Für die Füllung die folgenden Zutaten eine Woche lang einlegen und dabei ein Mal täglich umrühren:

  • je 70 g Rosinen und getrocknete, zerkleinerte Feige
  • je 30g brauner Zucker, Orangeat, Korinthen und gehackte Mandeln

  • 1 Schale einer unbehandelten Orange
  • je 1 TL Zimt, Muskat, Nelkenpulver
  • 100 ml Brandy

Für den Teig:

  • 160 g Mehl
  • 50 g Butter
  • 2 Eier (etwas verquirltes Ei beiseite stellen)
  • 4 TL Wasser
  • 2 MSP Salz

Verkneten und eine Stunde kühl stellen.
Dann wird der Teig auf wenig Mehl 2 mm dick ausgewalzt und 9 Kreise von 9 cm (als Boden) und 9 Kreise von 6 cm Durchmesser (als Deckel) ausgestochen. Die Füllung wird auf die Böden verteilt, der Deckel aufgelegt und mit dem überstehenden, mit etwas Ei bestrichenen Boden verklebt.
Bei ca. 200 °C 25 Min. backen, leicht abkühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.Mince Pies, Petr Kratochvil

Jetzt fehlt nur noch eine Brandy-Creme:

  • 125 g Frischkäse
  • 2 cl Brandy
  • 100 g Puderzucker
  • Vanillearoma nach Geschmack

Have a very british christmas time 🙂

Rezept – Dresdner Christstollen

Freitag, Dezember 12th, 2025

Zum 12. Kalendertürchen

Eine der bekanntesten sächsischen Spezialitäten ist der Dresdner Christstollen. Ursprünglich hieß die Köstlichkeit ‘Hefestriezel’ und gab Deutschlands ältestem Weihnachtsmarkt seinen Namen – dem Striezelmarkt.
Als ‘Striezel’ bezeichnete man im mittelhochdeutschen Wortschatz ein Hefegebäck in länglicher, teils auch geflochtener Form, welche wahrscheinlich an das in Windeln gewickelte Kind der christlichen Weihnachtsgeschichte erinnern sollte.

Wir backen Dresdner Christstollen
Dresdner Christstollen

Dresdner Christstollen

Zutaten:

  • 2,5 kg Weizenmehl,
  • 300g Hefe oder 6 Päckchen Trockenhefe, 3/4l Milch,
  • 200g Zucker, 4 Päckchen Vanillinzucker,
  • abgeriebene Schale von 1-2 Zitronen, 35g Salz,
  • 100-200g Schweinefett, 1 kg Butterschmalz,
  • 200g Zitronat, 100g Orangeat,
  • 80g bittere Mandeln oder entspr. Menge Bittermandelaroma, 400g süße Mandeln gehackt und gemahlen, 1,5 kg Sultaninen, 250g Korinthen, Rum oder Weinbrand, Butter, Zucker, Puderzucker.

Zubereitung:

  • Am Abend vor der Teigbereitung die Zutaten in einen warmen Raum stellen und die vorbereiteten Sultaninen und Korinthe ordentlich mit Rum anfeuchten. Vorher kosten ob der Rum gut ist! Am nächsten Tag in das gesiebte (oder auch nicht gesiebte) Mehl eine Vertiefung drücken und darin die mit etwas handwarmer Milch verrührte Hefe zu einem mittelfesten Vorteig (Hefestück) verarbeiten.
  • Nach dem Aufgehen Zucker, Gewürze, Fett, Butterschmalz, geraspeltes Zitronat zerkleinerte Mandeln sowie warme Milch nach Bedarf unterwirken, erst dann Sultaninen, und Korinthe zugeben.
  • Den gründlich durchgearbeiteten Teig warm aber nicht zu nahe an den Ofen stellen, damit das Fett nicht austreten kann. Nach mindestens zweistündigem Gehen den Teig zusammenstoßen, nochmals kurz durcharbeiten und in 1 oder 1,5 Kilo schwere Stücke aufteilen. Die Teigstücke brotähnlich formen und längs jeweils 1cm tief einschneiden.
  • Den geformten Teig ohne weiteres Gehenlassen bei guter Mittelhitze etwa 60 Minuten backen. Danach können Sie die Stollen abkühlen lassen oder buttern und zuckern – am besten in folgender Reihenfolge: Butter, feiner klarer Zucker, Butter, Puderzucker.

 

stollenbaecker

Foto: mal wieder Ulrich van Stipriaan – Vielen Dank 🙂

Glögg – Glühwein mit Zimt und Apfel

Dienstag, Dezember 9th, 2025

Zum 09. Kalendertürchen

Skandinavischer Glühwein mit Zimt und Apfel
Zutaten:

    Glögg, nordische Glühweinvariante

    Glögg, nordische Glühweinvariante

  • 30 g frischer Ingwer
  • 0,4 l Weißwein
  • 0,2 l Kornbrand
  • 1 Teel. Kardamomkapseln
  • 2 Zimtstangen
  • 4 Gewürznelken
  • 8 St. Würfelzucker
  • 0,15l Weinbrand
  • 1 Apfel

Zubereitung:

  • Ingwer schälen und in Stücke schneiden.
  • Weißwein mit Korn erhitzen (nicht kochen!), Gewürze zugeben, 5 Min. ziehen lassen.
  • Zutaten (außer Zimt) herausnehmen, Apfel in grobe Stücke schneiden.
  • Würfelzucker in einen kleinen Topf geben, mit dem Weinbrand übergießen, Apfelstücke dazu geben.
  • Mit einem langen Streichholz anzünden und den Zucker schmelzen lassen.
  • Apfel-Zucker zum Wein gießen, den „Glögg“ in Gläser füllen und warm servieren.

Die traditionelle, nordische Glühweinvariante

Montag, Dezember 9th, 2024

Zum 09. Kalendertürchen

Es riecht wie Glühwein, es sieht aus wie Glühwein, es schmeckt aber viel besser als Glühwein. Was kann das sein? Die Rede ist von Glögg, der skandinavische Variation des alkoholischen Heißgetränks. Eigentlich ist es erstaunlich, dass dieses Gebräu seinen Ursprung in Schweden hat, einem Land, in dem der Alkohol nur rationiert verkauft werden darf.

Glögg wird wie in Deutschland der Glühwein bevorzugt in der kalten Jahreszeit getrunken. Die Basis dieses köstlichen Trunks ist Rotwein kombiniert mit Korn, Rum oder Wodka und abgeschmeckt mit den klassischen Weihnachtsgewürzen wie Zimt, Ingwer, Nelken oder Anis. Der Clou an dem nordischen Heißgetränk sind die Mandeln und Rosinen, die dem Glögg beigemengt werden.

Das Geheimnis eine guten Glögg ist, dass es kein Geheimnis gibt. Einfach alle Zutaten in einen Topf werfen und erwärmen, aber nicht zum Kochen bringen, sonst verflüchtigt sich der Alkohol. Die Höhe des Alkoholgehaltes bestimmt der Braumeister selber und kann durch in Rum oder Madeira eingelegte Rosinen dezent erhöht werden.

(c) Mr.Choppers @ Wikimedia

(c) Mr.Choppers @ Wikimedia

Dann heizt der schwedische Glühwein erst richtig ein. Aber schließlich haben es unsere nordischen Nachbarn in den Wintermonaten auch besonders kalt. Das leckere Heißgetränk wird bevorzugt in geselliger Runde getrunken, ebenso wie bei seinem deutschen Verwandten.

Die Skandinavier lieben es süß und das gilt auch für ihre Glühweinvariante. Lieblicher Rotwein oder ganz einfach Zucker werden gerne zur richtigen Geschmackbildung verwendet. Glögg zu brauen ist keine Zauberei, vielmehr sollte man eine gehörige Portion Kreativität und Mut zur Verschwendung von Hochprozentigem mitbringen. Na dann, Skål!

 

Bûche de Noël – der Holzklotz als Dessert

Dienstag, Dezember 7th, 2021

 

Bûche de Noël

Biskuit:
3 ganze Eier
3 Eigelb
1 EL heisses Wasser
75 g Zucker
Vanillezucker
60g Mehl
15g Mondamin
1 Messerspitze BackpulverZuckerlösung:
1/8 l Orangensaft
75 g ZuckerCreme-Füllung:
200g Zucker
4 EL Wasser
5 Eigelb
50g dunkle Schokolade
(mind. 50 % Kakao)
250g weiche Butter
30 g Kakaopulver

Dekoration:
Marzipan, Puderzucker

Verarbeitung:

  • Als erstes Zucker und Orangensaft 5 Minuten einkochen lassen (Zuckerlösung)
  • Aus den Zutaten für den Teig einen Biskuit zubereiten (Eier schaumig schlagen u.s.w.)
  • Den Teig auf ein Backblech streichen und ca. 10 Minuten bei 200 Grad backen
  • Sofort nach dem Backen auf ein sauberes Geschirrtuch stürzen und mit der Zuckerlösung bestreichen
  • Für die Füllung ebenfalls Zuckerlösung aus Wasser und Zucker zubereiten, schaumig geschlagenes Eigelb mit der abgekühlten Lösung vermischen
  • In einem Topf Butter und Schokolade (oder Kuvertüre) schmelzen und Kakao dazugeben
  • Schokomasse und Eigelbmischung vorsichtig unterrühren und dann auf der ausgekühlten Biskuitrolle verteilen.
  • Mit einer Gabel Muster (Baumrinde) ziehen und mit Puderzucker und/oder Marzipan dekorieren (weihnachtliche Blätter, Misteln, Pilze)
Bûche de Noël - Aspen

Bûche de Noël – Aspen, Foto: distopiandreamgirl /Flickr