Das Tannenbäumchen

Zum 17. Kalendertürchen

Das Tannenbäumchen
Jakob Loewenberg (1856-1929)

Im Wald, unter hohen Buchen versteckt,
hat sich ein Tannenbäumchen gereckt.
“Ich steh so ganz im Dunkel hier,
keine Sonne, kein Sternlein kommt zu mir,
hört nur die anderen davon sagen,
ich darf mich nicht vom Platze wagen.
Ach, ist das eine traurige Geschicht’,
und ständ so gern auch mal im Licht!”

Hoch durch den weiten Weltenraum
verloren flog ein goldner Traum,
flog hin und her im Lichtgefieder
und dacht: Wo lass ich heut mich nieder?
Ist wo ein Hüttchen dunkel und arm?
Hat wo ein Seelchen Kummer und Harm,
dem ich auf meinen leuchtenden Schwingen
könnt heute eine Freude bringen? –

Das Bäumchen steht in Licht und Schein.
Wie mag das wohl gekommen sein?

Bäumchen

Gänsebraten (Rezept)

Zum 17. Kalendertürchen

Gebratene Gans mit Äpfeln und Pflaumen

Zutaten für 8 Personen:

500 g Backpflaumen, 150 ccm Portwein, 2 Tl. Zucker, 1/2 Zitrone, 3 Tl. Salz,
1 Tl. Pfeffer, 10 große Äpfel, 1 große Zwiebel, 1 Stengel Beifuß, 125 g Zucker…
ach ja, und die Gans (ca. 7 Pfund)

Zubereitung:
  • Am Vortag 16 Backpflaumen in Portwein mit Zucker einweichen. Die übrigen Pflaumen in etwas Wasser einweichen.
  • Die Gans waschen, innen und außen mit Küchenkrepp gut abtrocknen.
  • gans.gifDen Saft der Zitrone mit Salz und Pfeffer verrühren, die Gans innen und außen damit einreiben. Zwei Äpfel vierteln, entkernen und in kleine Stücke schneiden. Die Zwiebel schälen und grob zerschneiden.
  • Zwiebel, Apfel, in Wasser eingeweichte Backpflaumen und Beifuß mischen, die Gans damit füllen, Die Öffnung zunähen und die Gans auf den Bratenrost legen (Brust nach oben). Über der Fettpfanne in den auf 175 Grad vorgeheizten Backofen geben, drei Stunden braten.
  • Während der Bratzeit einige Male an den Keulengelenken einstechen, damit überschüssiges Fett abläuft.
  • Nach der Bratzeit 15 Minuten im ausgeschalteten Ofen ruhen lassen, dann tranchieren und die Füllung wegwerfen (war nur für´s Aroma)
  • In der Zwischenzeit die gefüllten Äpfel zubereiten. 1 l Wasser mit dem Zucker aufkochen, die übrigen Apfel aushöhlen oder halbieren und 10 Minuten im Zuckersud ziehen lassen. Nach dem Garen mit einem Sieblöffel herausnehmen. Auf eine vorgewärmte Platte legen, zudecken und warm halten.
  • Die in Portwein eingeweichten Backpflaumen in einem Töpfchen neben der Gans im Backofen 30 Minuten garen, die Äpfel beim Anrichten damit füllen. Außerdem süße Kartoffeln und nach Belieben auch Rotkohl zur Gans anrichten.
  • Jingle Bells ist All-gegenwärtig

    Zum 16. Kalendertürchen

    Man darf den Titel des Artikels wörtlich nehmen und diese Geschichte kannte selbst ich noch nicht. Also erzähle ich sie heute, passend zum Jubiläum des ‚Zwischenfalles‘.

    Schirra und Stafford im November 1965

    Schirra und Stafford im November 1965

    Mitte Dezember 1965 machten sich an Bord von Raumschiff Gemini 6 die Astronauten Walter Schirra und Tom Stafford auf den Weg ins All zu einem Treffen mit Gemini 7, welches schon 11 Tage eher gestartet war.

    Sechs Stunden nach dem Start von Gemini 6 kam es dann zu dem futuristischen Rendevouz im All, rund 300 Kilometer über den Marianen-Inseln näherte man sich bis auf 3 Meter dem Schwesterschiff an und plänkelte über Funk ein wenig.

    Gemini 7

    Junge, euer Laden sieht ja wirklich verboten aus

    „Junge, Junge, euer Laden sieht ja wirklich verboten aus“, ließ Schirra die Besatzung von Gemini 7, Frank Borman und Jim Lovell, die schon fast zwei Wochen um die Erde kreisten, über Sprechfunk wissen. „Ihr habt’s gerade nötig“, funkte Borman zurück. Und zum erstenmal seit zwölf Tagen drang ein knappes Gelächter aus dem All. Natürlich machte man dabei auch ein paar Fotos; das Kabelgefitze an Gemini 7 ist nicht zu übersehen. Mehr über das Treffen kann man im Spiegel-Archiv nachlesen…

    Nach der geglückten Mission lehnte sich Schirra entspannt zurück, die Besatzungen beider Raumschiffe gönnten sich ein Nickerchen nach der Präzisionsarbeit. Der Kalender zeigte den 16. Dezember 1965, und die zweiköpfige Besatzung bereitete sich auf die Rückkehr zur Erde vor. Alles schien normal zu sein bis…
    Kurz vor dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre meldete sich plötzlich Schirra bei Mission Control mit einem eher ungewöhnlichem Funkspruch und sorgte für Verwirrung:

    „Gemini VII, this is Gemini VI. We have an obJect looks like a satellite going from north to south, probably in a polar orbit. He’s in a very low trajectory traveling from north to south and has a very high climbing ratio. It looks like it might even be a … very low. Looks like he might be going to reenter soon. Stand by one … You might Just let me try to pick up that thing. I see a command module and eight smaller modules in front. The pilot of the command module is wearing a red suit?!“


    „Wir haben hier ein Objekt, sieht aus wie ein Satellit auf Kurs von Norden nach Süden, wahrscheinlich in polarer Umlaufbahn. Es ist auf einer sehr niedrigen Flugbahn […] und hat eine hohe Steigrate. Es sieht aus, als wäre es… ein bisschen. Sieht aus, als käme es bald zurück. Ihr könntet… Lasst mich versuchen, dieses Ding abholen. Ich sehe ein Kommando-Modul und davor acht kleinere Module. Der Pilot des Kommando-Moduls trägt einen roten Anzug?!“

    Und noch während Houston überlegte, ob sie jetzt nicht doch ein Problem hätten, erreichte die Ohren der Mitarbeiter der Bodenkontrolle aus dem All über Funk etwas, das Ihnen wohlvertraut war: Sie hörten ‚Jingle Bells‘, gespielt auf einer Mundharmonika und passend begleitet von Gebimmel kleiner Glöckchen. Mit „Das war live, kein Band…“ beendeten sie die überraschende Aufführung.

    instrumente

    Gemini 6 harmonica and bells, 1965

    Ohne das Wissen der Verantwortlichen im Kontrollzentrum hatten Schirra und Stafford es geschafft, extra für diesen Moment eine Mundharmonika und ein Schellenband an Bord des Raumschiffs zu schmuggeln.
    „Wally kam auf die Idee“, erinnerte sich der pensionierte Air Force General Stafford. „Er konnte Mundharmonika spielen, und wir übten zwei oder drei Mal, bevor wir loszogen, aber natürlich haben wir den Jungs vom Boden nichts gesagt… “

    Heute sind Mundharmonika und Glöckchen (1967 gestiftet von den beiden Witzbolden) zusammen mit anderen persönlichen Gegenständen, die Astronauten mit ins All genommen hatten, im Smithsonian National Air and Space Museum untergebracht. Nach Aussagen der Kuratorin Margaret A. Weitekamp ​​waren dies die ersten Musikinstrumente, die je im Weltraum spielten. Schirra starb 2007 und Stafford 2024.

    Eisnacht

    Zum 16. Kalendertürchen

    Wie in Seide ein Königskind
    schläft die Erde in lauter Schnee,
    blauer Mondscheinzauber spinnt
    schimmernd über der See.

    Aus den Wassern der Raureif steigt,
    Büsche und Bäume atmen kaum:
    durch die Nacht, die erschauernd schweigt,
    schreitet ein glitzernder Traum.

    Clara Müller-Jahnke (1860-1905)

    Eisnacht

    Eisnacht, Bild ist KI-generiert

    Weihnachtsglut – Christmas Glow

    cocktail

    Weihnachtsglut…
    ein traditioneller Weihnachtszeit-Cocktail, der Sie an frostigen Abenden zum Glühen bringt.

    Zutaten:

    • 2 Teile Kognak
    • 4 Teile Tia Maria
    • 4 Teile Ingwerwein
    • Orangenschale

    Die Zutaten miteinander verrühren und danach durch ein Sieb in ein gekühltes Glas gießen.
    Mit Orangenschale verzieren.

    Zündholz und Kerze

    Zum 15. Kalendertürchen

    Zündholz und Kerze
    Es kam der Tag, da sagte das Zündholz zur Kerze: „Ich habe den Auftrag, dich anzuzünden.“
    „Oh nein“, erschrak die Kerze, „nur das nicht. Wenn ich brenne, sind meine Tage gezählt. Niemand wird meine Schönheit mehr bewundern.“
    Das Zündholz fragte: „Aber willst du denn ein Leben lang kalt und hart bleiben, ohne zuvor gelebt zu haben?“gZündholz und Kerze
    „Aber brennen tut doch weh und zehrt an meinen Kräften“, flüstert die Kerze unsicher und voller Angst.
    „Es ist wahr“, entgegnete das Zündholz. „Aber das ist doch das Geheimnis unserer Berufung: Wir sind berufen, Licht zu sein. Was ich tun kann, ist wenig.Zünde ich dich nicht an, so verpasse ich den Sinn meines Lebens. Ich bin dafür da, Feuer zu entfachen. Du bist eine Kerze. Du sollst für andere leuchten und Wärme schenken. Alles, was du an Schmerz und Leid und Kraft hingibst, wird verwandelt in Licht. Du gehst nicht verloren, wenn du dich verzehrst. Andere werden dein Feuer weitertragen. Nur wenn du dich versagst, wirst du sterben.“
    Da spitzte die Kerze ihren Docht und sprach voller Erwartung: „Ich bitte dich, zünde mich an!“

    Zum 15. Kalendertürchen

    Christkindchen

    Wo die Zweige am dichtesten hangen,
    die Wege am tiefsten verschneit,
    da ist um die Dämmerzeit
    im Walde das Christkind gegangen.

    Es mußte sich wacker plagen,
    denn einen riesigen Sack
    hat’s meilenweit huckepack
    auf den schmächtigen Schultern getragen.

    Zwei spielende Häschen saßen
    geduckt am schneeigen Rain.
    Die traf solch blendender Schein,
    daß sie das Spielen vergaßen.

    Doch das Eichhorn hob schnuppernd die Ohren
    und suchte die halbe Nacht,
    ob das Christkind von all seiner Pracht
    nicht ein einziges Nüßchen verloren hat.

    Anna Ritter (1865-1921)

    Christkindchen

    Christkindchen 😉


    Orangenplätzchen (Rezept)

    Zum 15. Kalendertürchen

    Orangenplätzchen

    Bild von silviarita auf Pixabay
    ***
    Ruhezeit: 60 Minuten (Teig)
    Backzeit: 10 Minuten

    Zutaten – für etwa 60 Stück:

    • 100 g gemahlene Mandeln
    • 150 g kalte Butter
    • 150 g Mehl
    • 150 g Puderzucker
    • abgeriebene Schale von 1/2 Orange
    • 1 Eigelb
    • 30 ml Orangensaft
    • 175 g Puderzucker
    • 50 ml Orangenlikör
    • 1 Päckchen Orangeat

    Und so geht es:

    • Mandeln in einer Pfanne bei mittlerer Hitze auf dem Herd rösten, bis sie herrlich duften und golden werden. In eine kleine Schale umfüllen und abkühlen lassen.
    • Mandeln, Butter, Mehl und 150 g Puderzucker so zerkleinern (hacken), dass eine krümelige Masse mit erbsengroßen Butterstückchen entsteht. Abgeriebene Orangenschale, Eigelb und Orangensaft zugeben und nochmals vermischen. Teig auf die Arbeitsfläche geben, rasch mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten, in Frischhaltefolie einwickeln und für eine Stunde in den Kühlschrank legen.
    • Ofen auf 175°C vorheizen. Backbleche mit Backpapier auslegen. Teig portionsweise auf wenig Mehl 5 mm dick ausrollen und beliebige Formen ausstechen. Mit etwas Abstand auf die Bleche verteilen und backen, bis die Ränder golden werden, etwa 10 min. Auf Kuchengittern abkühlen lassen.
    • 175 g Puderzucker sieben und mit dem Orangenlikör zu einem Guss verrühren. Orangenplätzchen damit bestreichen, mit je einigen Stückchen Orangeat dekorieren und trocknen lassen.
    • Tipp: Orangenlikör kann auch durch Wasser und einige Tropfen Orangenaroma ersetzt werden.

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