Heilig Abend 2025

Zum 24. Kalendertürchen

*
Bäume leuchtend, Bäume blendend,
Überall das Süße spendend,
In dem Glanze sich bewegend,
Alt und junges Herz erregend –
Solch ein Fest ist uns bescheret,
Mancher Gaben Schmuck verehret;
Staunend schaun wir auf und nieder,
Hin und her und immer wieder.

Johann Wolfgang von Goethe

Ich wünsche ein friedliches Weihnachtsfest

Frohes Fest – Bild von Free-Photos auf Pixabay

Ganz klassich…

Zum 24. Kalendertürchen

Die Weihnachtsgeschichte
nach Martin Luther

Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen liesse, ein jeder in seine Stadt.
Da machte sich auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heisst Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlecht Davids war, damit er sich schätzen liesse mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.Bibel Und als sie dort waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte.

Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen:
Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.
Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Laßt uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Und als acht Tage um waren und man das Kind beschneiden mußte, gab man ihm den Namen Jesus, wie er genannt war von dem Engel, ehe er im Mutterleib empfangen war.

Der Weihnachtsabend

Zum 24. Kalendertürchen

Am folgenden Morgen, sehr frühe, da die Kinder noch süß und sanft schliefen, waren schon alle Erwachsene im Hause mit Aufstellung und Ausschmückung des Weihnachtsbaumes beschäftigt. Ein junger schöner Tannenbaum mit dichten grünen Ästen wurde in der Stubenecke zwischen den Fenstern angebracht. Anton öffnete, nachdem die Kutsche abgepackt war, eine große Schachtel, die fast mit allem, was Kinder freuen kann, gefüllt war.
Er hängte die kleinen Geschenke – schönes Obst, allerlei buntes Zuckerwerk, niedliche Körbchen voll verzuckerter Mandeln, Kränze von künstlichen Blumen mit rosenfarbenen oder himmelblauen Bändern geziert, nebst allerlei flimmerndem Spielzeuge an den Baumzweigen auf. Er wußte alles sehr malerisch zu ordnen. Nun nahm er auch ein paar Dutzend kleine blecherne Lampen hervor, die mit Wachs eingegossen waren. Er hängte sie vorsichtig, damit sie den Baum schön beleuchten, aber nicht anbrennen konnten, an den Zweigen auf. Als alles fertig war, gingen Katharine und Luise, die Kinder zu wecken. „Sie dürfen aber nicht früher kommen,“ sagte Anton, „als bis ich mit dem Anzünden der Lampen fertig bin und bis die Mutter ruft.“

Als alles fertig war, gingen Katharine und Luise, die Kinder zu wecken.

Als die Kinder von den Weihnachtsgeschenken hörten, verging ihnen sogleich aller Schlaf. Man konnte sie nicht schnell genug ankleiden. Endlich rief die Mutter: „Jetzt kommt!“ Die Kinder sprangen eilig in die Stube – blieben aber von Glanz und Schimmer geblendet plötzlich stehen. Vor Erstaunen und Entzücken über den unerwarteten Anblick konnten sie anfangs nicht reden. Sie staunten den wundersam schimmernden Baum mit starren Augen und offenem Munde unverwandt an. Der grüne Glanz der Zweige, die Lichter, die dazwischen wie Sterne schimmerten, die hochrot strahlenden Äpfel, die goldgelben Birnen, die vielen bunten und funkelnden Sachen kamen ihnen wie Zauberei vor. Sie wußten nicht, ob sie wachten oder träumten.
Endlich riefen sie höchst entzückt: „O wie schön, o wie herrlich!“ Franz sagte: „Einen solchen Baum, der so schön ist und im Winter so vielerlei Früchte trägt, gibt’s in unserm ganzen Walde nicht.“ – „Ei,“ sagte Klara, „solche Bäume wachsen nur im Paradiese oder gar nur im Himmel. Nicht wahr, Mutter das Christkindlein hat uns den Baum geschickt?“ – „So, wie er da ist,“ sprach die Mutter, „nun eben nicht. Indes hat doch Christus, der einst als Kind in der Krippe lag und nun im Himmel ist, euch diese Freude beschert. Denn wäre er uns nicht geboren, so wüßten wir nichts von Weihnachtsfreuden und Weihnachtsgeschenken.“ – „Nun gut,“ sagten die Kinder, „wir wollen ihn schon recht lieb haben und ihm recht folgen. Er ist doch gar so gut, und hat die Kinder gar so lieb. Eine solche Freude, wie er uns macht, hatte noch kein Mensch in der Welt.“

Christoph von Schmid (1768 – 1854)

Feuerzangenbowle (Rezept)

Feuerzangenbowle

Bild von Waldemar Witt auf Pixabay

Zutaten für 8 Personen:

  • 4 Flaschen trockenen Rotwein
  • 1 Flasche Rum, mindestens 54% Alkohol
  • 2 Orange(n), ungespritzt
  • 2 Zitrone(n), ungespritzt
  • 3 Zimtstangen
  • 3-4-5 Gewürznelken
  • 2 Sternanis
  • 1 Zuckerhut (250g)

Und so wirds gemacht:

  • Orangen und Zitronen heiß abwaschen und in dünne Scheiben schneiden.
  • Zusammen mit den Gewürzen und dem Wein in einem Topf fast zum Kochen bringen.
  • Zum Warmhalten auf einen Rechaud stellen.
  • Den Zuckerhut mit einer Zuckerzange oder einem Drahtgitter über den Topf legen, mit Rum tränken und anzünden. Solange Rum auf dem Zucker verbrennen, bis dieser vollständig in den Wein getropft ist.
  • Heiß genießen.

Praxistip:  Beim Überschütten des Zuckerhuts mit Rum entzündet sich der Rum in der Schöpfkelle und je nach Geschwindigkeit, mit welcher der Rum auf den Zuckerhut gelangt, gibt es teils recht hohe Flammen…
Gut funktioniert ‚Stroh 80‘. Den Zuckerhut langsam und gründlich in Stroh 80 tränken und erst dann anzünden. Brennt langsamer und nahzu vollständig runter ohne feste Karamellrückstände.

Die Geschichte der Marzipankartoffeln

Zum 23. Kalendertürchen

Im Folgenden findet ihr Angaben darüber, wer die Marzipankartofffeln verbrochen hat. Und wie das so ist mit Netzfundstücken – ich kann nicht sagen, ob die Geschichte so richtig ist oder obs eben nur eine Geschichte ist. Trotzdem will ich sie Euch hier nicht vorenthalten 😉

In der Vorweihnachtszeit des Kriegsjahres 1917 arbeitete der Düsseldorfer Konditor K.N.Üselig an der Lösung eines Problems: Beim Ausstechen von Marzipanfiguren blieb immer ein Rest übrig, er konnte noch so oft den übrig gebliebenen Teig neu ausrollen. Es half alles nichts. Es blieb immer ein Rest.
Doch er hatte alsbald die Lösung gefunden. Er rollte die beim Ausstechen verbleibenden Ränder zu amorphen Brocken zusammen und wollte Sie zu den deutschen Soldaten an die Front schicken. Doch beim Rollen verfärbten sich diese Brocken unschön, denn Herr Üselig, oder „KnÜsel“ wie ihn seine Freunde nannten, hatte es nicht so mit der Sauberkeit und vergaß des öfteren das Hände waschen nach dem Klo. Das sah man den Brocken jetzt an, die sich unschön dunkel verfärbt hatten. Immerhin – die Hände waren jetzt sauber.

Marzipankartoffeln sind lecker ;)

Marzipankartoffeln sind lecker 😉

Aber auch hierfür hatte der Konditor bald eine Lösung parat: Im Keller stand noch ein Sack Zimt, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum seit ein paar Jährchen abgelaufen war. Mit den Worten „Die Soldaten wird’s freuen“ mehlte er die Brocken mit dem Zimt ein und machte so den Dreck seiner Pfoten unsichtbar.

Der Name für diese „Spezialität“ war auch rasch gefunden. Da die Äcker rund um Düsseldorf eine rot-braune Erde haben, nannte er seine Kreation „Matzipaan-Kartöffelkes“, beziehungsweise hochdeutsch eben Marzipan-Kartoffeln.

Der Rest der Geschichte ist rasch erzählt: Jene deutschen Batallione, die Üseligs „Kartöffelkes“ an die Front geschickt bekamen, entwickelten einen ungeahnten Kampfgeist, und wären mehr Konditoren auf diese geniale Idee gekommen, hätten wir den ersten Weltkrieg sicherlich nicht verloren, Deutschland wäre noch eine Monarchie, dieser neurotische Österreicher wäre uns erspart geblieben und „Knüsel“ hätte den Orden vom Kaiser bekommen, den dieser bereits befohlen hatte, aber nicht mehr verleihen konnte, weil er ja dringend abdanken musste.

Ja, so war das damals…

Wintergedicht

Zum 23. Kalendertürchen

Ein Wintergedicht

Ich seh‘ Flocken fallen, vom Himmel hoch,
in sanften Wiegen, leicht und gemach.
Sie decken Wälder und Wiesen zu
mit ihrer weißen Pracht.

Schneemann

Der Schneemann, belebt von Kinderhand,
hebt lachend seinen Stock.
Ein Häschen hoppelt zu ihm heran,
schaut mutig zu ihm hoch.

„Ach Schneemann, du großer, starker Wicht,
gib mir deine Nase jetzt.
Siehst du nicht, dass ich hungern muss
hältst du die Rübe fest?“

Der Schneemann erbarmt sich des Häschens Leid
und schüttelt seinen Schopf.
Die Rübe fällt ihm aus dem Angesicht,
dem Häschen fast auf den Kopf.

„Dank dir lieber Schneemann, Dank.
Du rettest das Leben mir.
Der Winter ist so furchtbar kalt,
ich will wärmen dich dafür.“

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Der Schneemann lächelt von oben herab
und brummt dem Häschen zu:
„Die Wärme ist für dich angenehm,
aber mir gibt die Kälte Ruh.“

„Zieh‘ weiter, mein Häschen, zieh weiter geschwind,
such dir einen Schlafplatz zur Ruh‘.
Und träum von mir, deinem großen Freund.
Die Sterne schauen dir zu.“

„Sie blinken herab in dunkler Nacht,
und leuchten am Firmament.
Sie schenken dir Träume, wie du sie magst,
bis an dein Lebensend.“

Rezept – Marzpankartoffeln

Zum 23. Kalendertürchen

Zutaten
für etwa 60 Stück:

  • 250 g ungehäutete Mandeln
  • 10 g ungehäutete bittere Mandeln
  • 250 g Puderzucker
  • 1 Eiweiß
  • 1 TL Rosenwasser (Apotheke)
  • 1 TL Rum
  • 2 EL Kakaopulver
  • 60 Pralinen-Manschetten

Marzipan

Und so geht es:

  • Etwa 1 l Wasser zum Kochen bringen. Mandeln mit den bitteren Mandeln hineinschütten und etwa 1 Minute ziehen lassen. Dann in einem Sieb kalt abschrecken, abtropfen lassen, aus den braunen Häutchen drücken und einem Tuch etwa 12 Stunden trocknen lassen.
  • Puderzucker sieben. Mandeln fein mahlen oder im Mixer zerkleinern. Mandeln mit Puderzucker vermischen. Eiweiß leicht verquirlen. Rosenwasser, Rum und nach und nach so viel vom Eiweiß unter die Mandel-Puderzucker-Mischung mengen, daß die Masse formbar, aber feucht ist.
  • Aus der Marzipanmasse kirschgroße Kugeln formen. Kakaopulver sieben und Marzipankugeln darin wälzen.

Die Marzipankartoffeln in die Pralinen-Manschetten setzen und möglichst lagenweise zwischen Pergamentpapier in einer Dose kühl aufbewahren.

Alles still!

Zum 22. Kalendertürchen

Alles still! es tanzt den Reigen
Mondenstrahl in Wald und Flur,
Und darüber thront das Schweigen
Und der Winterhimmel nur.

Alles still! vergeblich lauschet
Man der Krähe heisrem Schrei.
Keiner Fichte Wipfel rauschet,
Und kein Bächlein summt vorbei.

Alles still! die Dorfeshütten
Sind wie Gräber anzusehn,
Die, von Schnee bedeckt, inmitten
Eines weiten Friedhofs stehn.

Alles still! nichts hör ich klopfen
Als mein Herze durch die Nacht –
Heiße Tränen niedertropfen
Auf die kalte Winterpracht.

(Theodor Fontane)

Hütte

Alles still…

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