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Weihnachtskarten

Mittwoch, Dezember 18th, 2019

Zum 18. Kalendertürchen

Die Tradition, zu Weihnachten Grüße zu verschicken, geht auf das 19. Jahrhundert zurück. Die erste Weihnachtskarte soll 1841 von einem schottischen Buchhändler zwecks Schaufenster-Dekoration ausgestellt worden sein. Gedruckt wurden dann die ersten Weihnachtskarten in England im Jahr 1843.
Damals war es Brauch, allen Freunden, Bekannten und Verwandten ausführliche Briefe mit Glück- und Segenswünschen zum Weihnachtsfest zu schreiben. Einer allerdings, der englische Beamte Henry Cole, war zu beschäftigt, um allen seinen Verwandten die obligatorischen Briefe zu schreiben und kam auf eine hervorragende Idee. Er wandte sich an seinen Freund John Callcott Horsley (1817-1903), und bat ihn darum, für ihn eine Karte zu entwerfen, die er an an Stelle von Weihnachtsbriefen versenden konnte.
Die Karte zeigte ein dreigeteiltes Bild mit einer feiernden Familie, umrahmt von Ranken und Reben. Als Text trug die Karte die Aufschrift „A Merry Christmas and a Happy New Year to You“. Mit ihren 8,5 x 14,5cm entsprach das Maß bereits in etwa der heutigen Standardgröße für Karten.

Erste Weihnachtskarte

Als diese Idee geboren war, erwachte das kaufmännische Interesse in Henry Cole. Er besaß auch einen Lithographenbetrieb, in dem er eine Auflage von 1.000 Exemplaren der Karte druckte. Nachdem die Karten von Hand koloriert worden waren, brachte er sie zum Preis von 1 Shilling in den Verkauf. Aber es lohnte sich, denn schon 1850 war die Nachfrage so groß, dass Cole die Karten in einer so hohen Stückzahl herstellen konnte, dass sich fast jeder den Kauf derselben leisten konnte. Von Horsleys Originalen existieren heute noch zwölf Exemplare. Alle befinden sich in Sammlerbesitz.
Später wurde Henry Cole der erste Direktor des Victoria and Albert Museums in London. Diese einflußreiche Position gab ihm Gelegenheit, sein Lieblingsprojekt die Pennypost zu fördern, und damit verhalf er dem neuen Brauch, Weihnachtskarten zu verschicken zum Durchbruch. Die moderne Royal Mail in GB vergibt jedes Jahr einen Preis für die beste Gestaltung einer Weihnachtskarte.

Die Pennypost wurde im selben Jahr wie die erste Briefmarke 1840 in Großbritannien eingeführt. Sofort machten große Teile der Bevölkerung besonders zur Weihnachtszeit begeistert Gebrauch davon. Die Erfindung einer Weihnachtskarte war danach eigentlich eine logische Folge. Schon 1850 war es wegen der großen Nachfrage möglich, hohe Auflagen zu drucken, so daß zu diesem Zeitpunkt der Preis bereits auf ein annehmbares Niveau abgesunken war. Die Weihnachtskarte wurde für zahlreiche Verlage und den entsprechenden Handelsstufen ein lohnender Geschäftsbereich.

Weihnachtskarte aus dem Weissen Haus 1967 Präsident Johnson
Weihnachtskarte aus dem Weissen Haus
1967 – Präsident Johnson

Ein Deutscher machte in den Vereinigten Staaten die Weihnachtskarten populär. Louis Prang (1824-1909), ein Breslauer mit hugenottischer und deutscher Herkunft, wanderte im Jahre 1850 in die USA aus und ließ sich in Boston nieder. Im elterlichen Geschäft hatte er den Vielfarbendruck gelernt und begann 1874 damit, in Boston Weihnachtskarten im Vielfarbendruck zu produzieren. Sein Geschäft lief gut, er produzierte Karten mit Millionenauflage, bis mit den ständig wachsenden billigen Importen von Karten aus Deutschland sein Geschäft zerstört wurde.

Um die Jahrhundertwende begann sich auch in Deutschland die Weihnachtskarte durchzusetzen. Davor schrieb man sich hier zu Festen sogenannte Wunschblätter. Das waren Briefbogen mit gedruckten Randornamenten und oft einem Bild, in die handschriftlich Grüße oder Gedichte eingesetzt wurden. In den Schulen wurden üblicherweise den Kindern Glückwünsche diktiert wurden, die sie kalligraphisch besonders schön gestalteten und ihren Eltern zum Fest überreichten.

Weihnachtsmärkte

Montag, Dezember 9th, 2019

Zum 09. Kalendertürchen

Die Entstehung der Weihnachtsmärkte

Das Wort „Markt“ für einen städtischen Handelsplatz gibt es seit dem frühen Mittelalter. Wien - als Kalender von Brück & Sohn erhältlichVermutlich der älteste Markt, der vom Charakter her den heutigen Weihnachtsmärkten entspricht, ist der im Jahre 1294 erstmals nachweisbare „Dezembermarkt“ in Wien. Ihm folgte im Jahre 1310 der Münchner Christkindelmarkt.
Einen alten Dezembermarkt kennt man aus Frankfurt am Main, der dort seit dem Jahre 1393 existiert. Der älteste sächsische Wintermarkt soll in Bautzen abgehalten worden sein, wo König Wenzel im Jahr 1334 um die Weihnachtszeit einen freien Fleischmarkt abhielt.
Im 14. Jahrhundert kam in der Vorweihnachtszeit der Brauch auf, Handwerkern die Erlaubnis zu erteilen, auf dem Marktplatz Verkaufsstände zu errichten. Dort verkauften Korbflechter, Spielzeugmacher oder Zuckerbäcker ihre Erzeugnisse und Produkte für das anstehende Weihnachtsfest. Damit war der Grundstein für die heutigen Weihnachtsmärkte gelegt, so dass sich über die Jahre die Tradition der Weihnachtsmärkte weiterverbreiten konnte.
Im Erzgebirge sind die Märkte mit dem Seiffen - als Kalender von Brück & Sohn erhältlichEntstehen der Bergstädte um 1500 nachzuweisen. Mit der Verleihung des Marktrechts folgte meist auch das Stadtrecht. Neben den Plätzen um Kirchen, vor Gottesackern oder auf dem Platz vor dem Rathaus, sind Wintermärkte um 1533 auch auf den Klosterhöfen von Chemnitz und Grünhain belegbar.

Gesichert erscheint das Alter des berühmten Nürnberger Christkindelsmarktes. Er geht bis ins 17. Jahrhundert in die Zeit der aufblühenden Spielwarenindustrie zurück.
Traditionelle Herstellungszentren für Spielwaren waren Berchtesgaden, der Thüringer Wald und das Erzgebirge. Dieses Spielzeug wurde vorwiegend über die Weihnachtsmärkte von Nürnberg, Dresden und Leipzig abgesetzt. Im Jahre 1697 berichtet ein Zeitgenosse von dem Nürnberger Christkindleins Marck:
Nürnberg - als Kalender von Brück & Sohn erhältlich

»… Die kleinen Kinder von Nürnberg … sind überzeugt, das Christkind kaufe hier die Sachen, die es nachher in der Nacht zum Weihnachtstage unter sie austeilen wolle.«

Und aus dem Jahre 1785 stammt folgende Aussage über den Leipziger Christmarkt:

»Die Verkaufsleute würden nicht bestehen können, wenn nicht am Tage mehr gekauft würde als abends, und das geschieht auch. Es ist unglaublich, was die Leute zu der Zeit für Geld verschwenden.«

Natürlich wurde schon von Anfang an auch an das leibliche Wohl der Besucher der Weihnachtsmärkte gedacht. Daher wurden neben Spielzeug und anderen nützlichen Dingen auch geröstete Kastanien, Mandeln und Nüsse angeboten.Im 18. Jahrhundert besaß bald jede größere Stadt einen eigenen Weihnachtsmarkt, auf dem die Spezialitäten der Region angeboten wurden. An den weihnachtlich geschmückten Holzbuden erhielt man alles, was das Herz erfreute: Lebkuchen, Kerzen, Krippen, Spielzeug… Die Verlockungen waren groß. Wilhelm von Kügelgen (1802–1867), Maler und Schriftsteller aus Dresden, beschrieb das Angebot auf dem Dresdner Weihnachtsmarkt wie folgt:

„Das Glitzern der mit Rauschgold, mit bunten Papierschnitzeln und goldenen Früchten dekorierten Weihnachtsbäume, die hell erleuchteten, kleinen Krippen mit dem Christuskinde, die gespenstischen Knecht Ruprecht, die Schornsteinfeger aus gebackenen Pflaumen, die eigentümlich weihnachtlichen Wachsstockpyramiden in allen Größen, das Gewühl der Käufer und höfliche Locker der Verkäufer, alles regte festlich auf.“

Dresden - als Kalender von Brück & Sohn erhältlich

Bauern, Gesinde, Bedienstete und selbst der Adel flanierte an den Ständen auf und ab und bestaunte die weihnachtlichen Herrlichkeiten. Geschnitztes aus dem Erzgebirge erfreute sich großer Beliebtheit und fand seinen Weg auch in entfernt gelegen Städte. Das Geschäft lohnte sich wohl für die Händler. Denn in der Adventszeit war die Ernte der Bauern verkauft, das Gesinde und die Dienstboten hatten ihren Lohn erhalten. Es war (wenn auch nicht viel) Geld vorhanden, um sich außer dem Nötigsten noch einige kleine Wünsche zu erfüllen oder Geschenke für die Familie zu besorgen. Verführerische Düfte von Zimt, Lebkuchen und Kerzenwachs lagen damals und liegen auch noch heute über den Weihnachtsmärkten und erinnern an die einfachsten und schönsten Weihnachtsfreuden.