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Wohin mit dem Wunschzettel – 2021?!

Donnerstag, Dezember 2nd, 2021

Zum 02. Kalendertürchen

Abgesehen davon, dass wohl jedes Kind Wunschzettel malt und die an Eltern oder Großeltern weitereicht, wollen manche Kinder zur Sicherheit den Weihnachtsmann direkt anschreiben. dear_santa

In Deutschland hat alles (zumindest was die Wunschzettelbearbeitung angeht) seine Ordnung… sollte man meinen. Aber ganz so heil ist die Wunschzettelwelt nicht mehr:

In jüngster Zeit sind einige Weihnachtspostfilialen unter Druck geraten, da die Deutsche Post AG ihr Filialnetz zunehmend verkleinert und in diesem Zusammenhang dazu übergegangen ist, ihre Niederlassungen in kleineren Orten oder Stadtteilen zu schließen. So wurde beispielsweise das „Himmlische Postamt“ im Hildesheimer Stadtteil Himmelsthür, das 1967 erstmals als Weihnachtspostamt fungierte und damit als das älteste Weihnachtspostamt Deutschlands gilt, von der Post aufgegeben. Die weihnachtliche Tradition wurde allerdings bislang beibehalten: Briefe „an den Weihnachtsmann in Himmelsthür“ werden weiterhin beantwortet.

Quelle: Wikipedia


Adressen für Wunschzettel in Deutschland:

Jahrelang konnte ich auf meinen Seiten die Adresse von Santa Claus in Grönland veröffentlichen – bis 2011.

Der Briefkasten in Nuuk

Der Briefkasten in Nuuk

In dem Jahr kam die Meldung, dass der Weihnachtsmann mit dem schönen großen Briefkasten, der bis dahin in Nuuk stand und den Ihr beim Klick auf das kleine Foto in voller Pracht sehen könnt, Konkurs anmelden musste.

Im Dezember 2012 soll Santa nach Ilulissat gezogen sein, aber derzeit bemüht man sich in Uummannaq, dem Weihnachtsmann ein neues Zuhause dort anzubieten, wo er bereits eine Residenz haben soll. Hoffen wir, das Santa Claus irgendwo wieder seßhaft wird und sein großer Briefkasten wieder eine ordentliche Adresse hat.
Derweil sorgt die dänische Post dafür, dass Wunschzettel nicht ins Leere gehen, vielleicht gibt es einen Nachsendeauftrag? Man schreibe an folgende Anschrift:

JULEMANDEN / SANTA CLAUS
2412
GRØNLAND
JULEMANDEN / SANTA CLAUS
JULEMANDENS POSTCENTER 24
0900 KØBENHAVN C

Die Postadressen für Santa&Co im Rest der Welt findest Du im Kalendertürchen.

Zum 02. Kalendertürchen

Und ab geht die Post

Donnerstag, Dezember 2nd, 2021

Da fällt mir gerade ein, du hast ja noch keine Weihnachtskarten gekauft. Rasch gehe ich in Gedanken durch, wem ich gute Wünsche zum Fest senden möchte. Die Peinlichkeit vom letzten Fest wird mir dieses Jahr nicht passieren. Ich hatte doch tatsächlich Post von Bekannten bekommen und selbst gar keine geschickt, so dass ich lm_jpost.gifan Heiligabend schnell noch Kartengrüße schreiben musste. Beim Durchblättern meines Adressbuches fallen mir einige Namen auf, von denen ich schon einige Zeit nichts mehr gehört habe. Warum nicht die Gelegenheit nutzen und sich mal melden. Die Post wirbt doch auch: Schreib mal wieder!

Ich mache eine Liste, wer alles eine Karte bekommen soll, und unterteile sie gleich noch in Rubriken: Humor, Besinnlich, Geschäftlich, Brief, Geldgeschenk. Zunächst ordne ich die Empfänger, die mir ins Gedächtnis kommen, zu. Anschließend die aus dem Adressbuch – von A wie Adam, einem Onkel meines Mannes, bis Z wie Zweistein, eine ehemalige Kollegin. Es ist schon eine stattliche Zahl, die auf meinem Papier steht. Zur Abrundung und um ja keinen zu vergessen, lege ich die Liste meinem Mann vor. Der interessiert sich aber wenig für meine Aufstellung: Du machst es schon recht, ist der einzige Kommentar, den ich ihm entlocken kann.
Mit meiner Liste strebe ich dann ins Schreibwarengeschäft und schaue mir das Glückwunschkartenangebot an. Die Bereiche ‚Humor‘ und ‚Geldgeschenk‘ sind schnell abgehakt. Etwas schwieriger ist es mit ‚Geschäftlich‘ und ‚Besinnlich‘. Aber auch diese Hürde ist zu nehmen. Froh, alles doch so schnell bekommen zu haben, eile ich gleich noch zur Post und besorge die entsprechenden Briefmarken: Karte, Brief und Übersee. Um etliche Mark ärmer, aber zufrieden geht es nach Hause. Da die Zeit drängt, setze ich mich am Mittag an den Schreibtisch und schreibe fleißig. Als es Zeit fürs Abendessen ist, habe ich einen Großteil schon geschafft. Von den lm_mpost.gifGeldgeschenken für Zeitungsfrau, Briefträger, Müllmänner, den Karten für die Geschäftsfreunde meines Mannes, die Briefe an die engsten Verwandten, sofern man sich nicht über die Feiertage sieht, bis zum Humorvollen für die Freunde, alles erledigt. Und der kleine Rest wird am Abend dann auch noch schnell fertig. Am nächsten Morgen werfe ich alles ein. Das Weihnachtsfest kann kommen.

Das Weihnachtsfest kommt, aber was nicht kommt sind die Karten der von mir angeschriebenen Personen. Natürlich, die, die immer kommen, sind schon da: von Hilde aus Bochum, Onkel Franz aus USA usw. Es sind auch ein paar dabei, über die ich mich wirklich richtig freue, weil sie sich schon lange nicht mehr gemeldet haben. Sollte es mir heuer passieren, von anderen vergessen worden zu sein? An Heiligabend sind erst knapp fünfzig Prozent aller erwarteten Karten eingetroffen. Dafür wartet am Nachmittag eine Überraschung der besonderen Art auf mich, ich komme kaum vom Telefon weg. Jeder, der sich nicht schriftlich gemeldet hat, ruft kurz an. Auch keine schlechte Idee, denke ich, das wirst du nächstes Jahr auch machen. posttasche-s.gif

Im drauffolgenden Jahr zu Weihnachten nehme ich mir wieder meine Liste vom Vorjahr vor. Die hat sich richtig bewährt. Ein paar Namen muss ich leider streichen, aber einige kommen auch neu hinzu. Hinter jeden Namen setze ich ein Zeichen: Telefon oder Karte. Ungefähr die Hälfte der Namen wird Post erhalten, die anderen rufe ich an. Die Kartengrüße habe ich dann auch alle rechtzeitig abgeschickt. Und da vor Heiligabend gerade ein Wochenende ist, setze ich mich am Samstag ans Telefon und sage allen meine guten Wünsche zum Fest. Etwas erstaunt war ich schon über manche Reaktion am Telefon. Einige klangen wie ertappt. Ich kann mir das nicht erklären. Die Erleuchtung kommt an Heiligabend: Ich liege mit Telefonieren nicht im diesjährigen Trend, denn nun kommen von fast neunzig Prozent Karten. Das erklärt auch die komischen Reaktionen auf meine Anrufe.
von Jessy Scheithauer