einen Tag zurück Heute ist der 20. Dezember einen Tag vor

»Religion muss sein, sonst ist man an einigen Festen wie Weihnachten,
Ostern, Pfingsten, Christi Himmelfahrt schwer aufgeschmissen.«
 Grundschüler, 10 Jahre
 😉

Wenn es Winter wird
von Christian Morgenstern (1871-1914)

Der See hat eine Haut bekommen,
so das man fast drauf gehen kann,
und kommt ein großer Fisch geschwommen,
so stößt er mit der Nase an.

Und nimmst du einen Kieselstein
und wirfst ihn drauf, so macht es klirr
und titscher – titscher – titscher – dirr…
Heißa, du lustiger Kieselstein!

Er zwitschert wie ein Vögelein
und tut als wie ein Schwälblein fliegen –
doch endlich bleibt mein Kieselstein
ganz weit, ganz weit auf dem See draußen liegen.

Da kommen die Fische haufenweis
und schaun durch das klare Fenster von Eis
und denken, der Stein wär etwas zum Essen;
doch so sehr sie die Nase ans Eis auch pressen,
das Eis ist zu dick, das Eis ist zu alt,
sie machen sich nur die Nasen kalt.

Aber bald, aber bald
werden wir selbst auf eignen Sohlen
hinausgehn können und den Stein wiederholen.

Pavillon im Wintersonnenlicht – Abtnaundorfer Park © Andreas R.

Pavillon im Wintersonnenlicht – Abtnaundorfer Park © Andreas R.

Vielen Dank an Andreas (wann, wenn nicht zum Andreastag?!) 🙂

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Tante Annas Lebkuchen
Verfasser unbekannt

Tante Anna war eigentlich keine richtige Tante. Irgendwie war sie aber doch mit uns verwandt. Wir besuchten sie jedes Jahr um die Weihnachtszeit. Sie blieb bis heute in meiner Erinnerung, weil sie den besten Lebkuchen der Welt machte. Bei ihr durfte man soviel Lebkuchen essen, wie man wollte. Sie schimpfte nie, und man bekam nicht einmal Bauchweh. Deshalb mochte ich sie, auch wenn ich sie nur einmal im Jahr, zur Weihnachtszeit besuchte.
Tante Annas Mann hieß Otto. Für mich hieß er Onkel Otto, obwohl er eigentlich nicht mein richtiger Onkel war. Ich mochte ihn nicht sehr. Tante Anna war mir lieber. Onkel Otto war nämlich Zahnarzt, und mir ihm hatte ich nur zu tun, wenn ich Zahnweh hatte oder wenn er meine Zähne kontrollierte. Bei ihm war ich öfter als bei Tante Anna.

Wieder einmal machte ich mich mit meinem Vater auf den Weg zu Tante Anna und Onkel Otto. Es war in der Weihnachtszeit. Ich hatte zu Mittag nur wenig gegessen. Meine Mutter schimpfte wieder einmal: „Du ißt wie ein Spatz. Was soll nur aus dir werden!“ kerze.gif
Mir war egal was sie da sagte. Ich dachte nur an Tante Annas Lebkuchen. Was konnte es denn Schlimmeres geben, als bei Tante Anna zu sein und keinen Hunger zu haben! Nur aus diesem Grunde hatte ich zuhause am Mittagstisch nur wenig gegessen.

Tante Anna hatte uns schon erwartet. In der Stube stand ein großer Teller mit Lebkuchen auf dem Tisch: Lebkuchenherzen, Lebkuchentannen, Lebkuchenmonde und Lebkuchensterne. Alle bestreut mit farbigem Zucker. Ich mochte sie alle, egal ob Herzen, Tannen, Monde oder Sterne.
„Greif zu, greif nur zu“, sagte Tante Anna. Ich hatte schon auf dieses Startsignal gewartet. Mein Vater machte sich nichts aus Lebkuchen. Er probierte inzwischen Tante Annas selbstgemachten Eierlikör. Ich schnappte mir den ersten Lebkuchen, steckte ihn in den Mund und hatte auch schon einen Lebkuchenmond in der Hand. Es knirschte sehr seltsam zwischen den Zähnen. Ich versuchte, leiser zu beißen und keine lauten Geräusche zu machen. Der Lebkuchen war hart.
„Schmeckts?“ fragte Tante Anna.
„Wunderbar“ antworte ich und steckte auch den Lebkuchenmond in den Mund. Der krachte und schmeckte genauso wie der Lebkuchenstern. Ganz heimlich spuckte ich den Lebkuchen in meine Hand, ging aufs Klo und spülte ihn hinunter. Dann versuchte ich es mit einer Lebkuchentanne. Auch sie krachte seltsam in meinem Mund.
Da trat Onkel Otto ins Zimmer, begrüßte uns kurz und suchte etwas. In jeden Kasten und jede Lade sah er hinein. Dann fragte er Tante Anna: „Hast du ein braunes Säckchen gesehen? Ich bin sicher, daß ich den Gips da auf den Küchenkasten gestellt habe.“
Mir wurde mit einen Schlag ganz übel, und ich versaute mit der gipsenen Lebkuchentanne Tante Annas Tischtuch.
Onkel Otto lachte. Tante Anna ärgerte sich, warf den Gips-Lebkuchen in den Abfalleimer und stellte Birnenbrot auf den Tisch. Ich hatte aber keinen Hunger mehr obwohl ich zu Mittag fast nichts gegessen hatte. Papa trank den Eierlikör aus, wünschte ein gutes neues Jahr, und wir gingen nachhause.

Den Gipsgeschmack im Mund spüre ich heute noch, meist zu Weihnachten oder wenn ich an Tante Anna denke.

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Wir backen Schneewittchenkuchen
Zutaten für den Teig:

  • 4 Eier
  • Backpulver
  • 250 g Mehl
  • 250 g Butter
  • 250 g Zucker

Zutaten Buttercreme:

  • 250 g Butter
  • 3 EL Puderzucker
  • 1 P Vanillepudding und
    entsprechend Milch

Außerdem noch:

  • Sauerkirschen
  • Schokoladenüberzug
Und so wird´s gemacht:

  • Butter, Zucker, Eier kräftig schlagen, Mehl und Backpulver unterrühren und zu einen Teig verarbeiten.
  • Den Teig auf eine Backblech streichen. Sollte der Teig etwas zu dünn sein, etwas Mehl hinzufügen.
  • Entkernte und abgetropfte Sauerkirschen (ca. 750 g) auf den Teig gleichmäßig verteilen. Ab in den Backofen bei einer Backzeit von ca. 25 Minuten.
  • Jetzt wird die Buttercreme zubereitet:
    Den Pudding laut Gebrauchsanweisung kochen und abkühlen lassen. Die Butter wird mit dem Puderzucker schaumig gerührt und dann vorsichtig und löffelweise in den Pudding untergerührt. Diese Masse wird nun auf den erkalteten Teig verteilt.
  • Zum Schluss wird der Kuchen mit einer Schokoladendecke versehen.

20. Dezember 2018 | aktualisiert im Dez 2018 | 1.859 Betrachter

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