2020 – ich schalte die Seiten doch wieder an

Wer auch immer hier reinstolpert: Ich bin noch immer da. Es war nicht mein Plan, die Seiten nochmals öffentlich zu schalten, aber planen funktioniert derzeit gar nicht.

Das vergangene Jahr war für mich schon ab Januar schräg – als ich auf der Stroke Unit neben dem Mann saß und mir niemand sagen wollte, was Sache ist. Nach 126 Stunden hat man den Mann aus der Internsivbetreuung entlassen. DAS war gerade nochmals gut gegangen. Ich pendelte in der Zeit zwischen Job, Krankenhaus und meiner Mutter. Zu der Zeit wurde der erste Corona-Fall bei Webasto publik, den die Politik noch abwiegelte. Bei mir kamen Wochen in der Reha (für den Mann) und im März die Besuchsverbote in allen Pflegeeinrichtungen – dementsprechend auch in der WG meiner Mutter.
Ohne hier viel zu schreiben: Meine Mutter hat diesen ‚Schutz‘ nicht überlebt. Nach 6 Wochen Isolation hat man mich Ende April angerufen, sie verweigerte jede Nahrung und war nicht mehr ansprechbar. Sterbebegleitung war ‚großzügig`erlaubt – aber ich konnte nicht rückgängig machen, was die Isolation ausgelöst hatte. Die folgenden 4 Monate waren heftig; Ende August ist meine Mutter gestorben. Ohne, aber WEGEN Corona.

Seither stolpere ich durch die Tage. Einen neuen Rythmus habe ich noch nicht wirklich gefunden, weil ja alles nach meiner Mutter getaktet war. Ich vermisse die Mädels aus der Pflege-WG, die zu meinem Alltag gehört haben und denen ich sehr dankbar bin.

Das Leben trottet vor sich hin. Wir haben irgendwie auch Glück, der Job ließ sich teilweise gut ins Homeoffice verlagern. Der Blick aus dem Küchenfenster lenkte ab von der Tristesse…

Garten

Das sehe ich, wenn ich in der Küche sitze…


Und plötzlich sind wir wieder am Ende eines Jahres. Aber… Advent? Weihnachtszeit?!
Mir macht Angst, was derzeit passiert. Und ich fürchte mich sicher nicht vor einem Virus.

So, 29.11. 2020, 00:01 Uhr | Geschrieben in Dies und Das | 6 Kommentare »